Immobilien: Chancen beim Feilschen

Immobilien: Chancen beim Feilschen

Der Verkäufer mag sein Haus vielleicht mit allen Vorteilen anpreisen - den vollen Angebotspreis sollte man ihm dennoch nicht schenken.

Verkäufer bieten ihre Häuser und Wohnungen oft zu teuer an, der tatsächliche Preis ist deutlich niedriger - in manchen Bezirken können Käufer den Betrag sogar um die Hälfte herab feilschen. Eine Studie zeigt, wo die Schere zwischen Angebots- und Verkaufspreis besonders stark auseinander klafft.

Wer schon mal eine Immobilie gekauft hat, der weiß es – alle anderen ahnen es, wenn sie sich durch den Makler-Dschungel wühlen: Der tatsächliche Kaufpreis ist nicht immer mit jenem Betrag ident, den der Verkäufer sich ursprünglich gewünscht hat. Diese sogenannte „Immobilien-Preisschere“, die das Auseinanderklaffen von Angebots- und Kaufpreis beschreibt, haben willhaben.at und IMMOunited nun gemeinsam untersucht. Dazu wurden die Angebotspreise auf willhaben.at verglichen mit jenen Beträgen, die schlussendlich als Kaufpreis im Grundbuch eingetragen wurden. Ergebnis: Beim Wohnungskauf gibt es einen marginalen Unterschied, bei Häusern klafft die Schere weit auseinander.

Wo man Hauspreise gut verhandeln kann

Im Bundesländervergleich gibt es die größte Abweichung in Niederösterreich mit durchschnittlich 25,37 Prozent. Hier variiert die Preisschere jedoch stark von Bezirk zu Bezirk, am stärksten ist der Unterschied in Krems an der Donau: Während hier der durchschnittliche Angebotspreis bei 429.629 Euro angesiedelt ist, liegt der Kaufpreis im Schnitt bei nur 220.811 Euro – das bedeutet eine Differenz von 48,6 Prozent.

Deutliche Unterschiede je nach Bezirk gibt es auch in Wien: Ein Haus im 22. Bezirk (Donaustadt) wechselte 2015 für durchschnittlich 353.696 Euro den Besitzer – das ergibt einen Abschlag von 21,4 Prozent zum durchschnittlichen Angebotspreis von 449.993 Euro. Im 14. Bezirk (Penzing) driften Angebots-und Verkaufspreis am weitesten auseinander: Während ein Haus hier mit einem Durchschnittspreis von 643.378 € inseriert wird, beziffert sich der tatsächliche Verkaufspreis auf 342.501 € - ein Unterschied von 46,8 Prozent.

Am kleinsten ist die Abweichung hingegen im Burgenland, wo der Preisabschlag laut Studie im Schnitt nur bei 19,96 Prozent liegt.

Wo man Wohnungspreise gut verhandeln kann

Der durchschnittliche Abschlagswert bei Eigentumswohnungen liegt bundesweit bei rund 8,5 Prozent. Starke regionale Unterschiede gibt es aber auch hier. So liegt der tatsächlich erzielte Quadratmeterpreis im Bezirk Landeck in Tirol mit einem Abschlag von 0,6 Prozent praktisch gleich mit dem Angebotspreis. Den größten Unterschied gab es hingegen im Bezirk St. Veit an der Glan (Kärnten), wo Käufer den Preis im Schnitt um 19,3 Prozent herunter verhandeln konnten , gefolgt von den Tiroler Bezirken Kufstein und Schwaz mit je 18,2 Prozent, sowie Innsbruck-Land mit 17,4 Prozent.

In Wien wurde der größte Unterschied zwischen Angebots- und Verkaufspreis im 2. Bezirk (Leopoldstadt) mit 17,4 Prozent erhoben. Im teuren ersten Bezirk lag der Kaufpreis für Wohnungen im Schnitt elf Prozent unter dem ursprünglichen Angebotspreis.

Das Entstehen der Preisschere kann viele Ursachen haben. Häufig kommt es vor, dass eine überdurchschnittlich hohe Zahl teurer Immobilien auf dem Markt ist, für die es aber nicht genügend Nachfrage gibt – in dem Fall werden die Immobilien vom Markt genommen oder billiger verkauft als ursprünglich geplant. In anderen Fällen schätzen Anbieter die Qualität und Lage ihrer Objekte zu optimistisch ein und setzen daher den gewünschten Verkaufspreis zu hoch an.

Markus Schafferer (li) und Ex-Kika-Leiner-Boss Herbert Koch sind nun Partner in Schafferers Entwicklungsfirma Pema.

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