2020 bringt Immobilien-Investoren weiter hohe Renditen

2020 bringt Immobilien-Investoren weiter hohe Renditen

Immobilien-Investments gleten auch 2020 als eine Bank.

Österreichs Immobilienmarkt wird auch 2020 durch die anhaltenden Niedrigzinsen begünstigt. Die Renditen für Anleger bleiben hoch und es gibt Raum für künftige Preisanstiege.

Österreichs Immobilienmarkt ist seit Jahren im Aufwind, und daran dürfte sich auch 2020 nichts ändern. Niedrigzinsen einerseits und die Aussicht auf hohe Renditen andererseits machen Immobilieninvestments lukrativ. Auch die Geldanlage ist garantiert - besonders im Wohnbau, wo die Zahl der Neubauten weiter hinter der Nachfrage herhinkt.

Bei Eigentumswohnungen gibt es einen besonderen Nachfrageüberhang, weil 60 Prozent der neuen Wohnungen vermietet werden. Vor drei bis fünf Jahren war die Situation noch genau umgekehrt. Damals waren den Kalkulationen der EHL Immobiliengruppe zufolge weniger als 40 Prozent der angebotenen Wohnungen Mietwohnungen. "Wirklich gute Eigentumswohnungsprojekte sind schwer zu finden", betont Sandra Bauernfeind, Geschäftsführerin der EHL Wohnen GmbH. Dennoch sieht sie vor allem auf dem in den vergangenen Jahren so bewegten Wiener Wohnungsmarkt eine gewisse Beruhigung. Die Phase großer Preissprünge, vor allem im Eigentum, sei bis auf weiteres vorbei - auch deshalb, weil sich der Zuzug abgeschwächt habe: „Das Angebot kann mit der Nachfrage langsam wieder Schritt halten, Neubauobjekte werden in aller Regel problemlos verwertet und Wohnungssuchende müssen nicht mit übermäßigen Kostensteigerungen rechnen.“

Eigentumswohnungen mit Potenzial

Dennoch schätzt Bauernfeind, dass die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen in den nächsten Jahren bei durchschnittlich drei Prozent - und somit deutlich über der Inflationsrate liegen werden. "Wohnungskäufer haben also weiterhin die Chance auf gute Wertsteigerungen und das Risiko, mit einer eigengenutzten Wohnung in Wien ein schlechtes Geschäft zu machen, ist nahezu Null“, erklärt sie.

Hintergrund des geringeren Angebots an Eigentums- und des größeren an Mietwohnungen sind die anhaltend niedrigen Zinsen. „Derzeit ist es für Anleger einfach interessant, zu investieren“, so Bauernfeind. „Die großen Institutionellen verfügen über hohe Liquiditätsreserven, Barbestände sind mit Strafzinsen belegt und es gibt kaum attraktive Anlagealternativen. Wohnimmobilien sind in diesem Umfeld ein äußerst attraktives Investment und bieten größtmögliche Sicherheit. Daher sind auch die Preise stark gestiegen und für Entwickler ist der Gesamtverkauf eine hervorragende Alternative zum Abverkauf von Eigentumswohnungen geworden.“

Mietwohnungen und Büros

Die Wohnungs-Mietpreise sind hingegen im vergangenen Jahr nur in etwa in der Höhe der Inflationsrate - um rund 1,5 Prozent - gestiegen. Eine Tendenz, die zumindest bis Ende 2021 anhalten sollte. Die Mietenentwicklung in Österreich sieht EHL auch deshalb nicht so dynamisch wie im Ausland, weil ein großer Teil der Hauptmietwohnungen von gemeinnützigen Bauträgern oder öffentlich-rechtlichen Gesellschaften getragen würde, etwa von Gemeinden.

Am Büromarkt in Österreich wird die Neuflächenproduktion heuer nach Ansicht von EHL wieder deutlich anziehen und mit voraussichtlich 177.000 Quadratmetern etwa das vierfache Volumen von 2019 erreichen, als ein Rekordtief verzeichnet wurde. Da 2019 zu wenig gebaut wurde, gebe es bei Büros einen Nachfrageüberhang, und die Fertigstellungen seien bereits hochgradig vorvermietet, so EHL-Büromarktexperte Stefan Wernhart.

Investmentmarkt auf Rekordhoch

Die Investitionen in gewerbliche Immobilien in Österreich haben 2019 ein neues Rekordhoch erreicht. Gemäß den noch vorläufigen Zahlen wurden Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von knapp sechs Milliarden Euro abgewickelt. Gegenüber 2018 bedeutet das einen Anstieg um fast 50 Prozent.

Die Spitzenrenditen im Segment Büro gaben auf rund 3,25 Prozent nach, die Spitzenrendite für Einkaufszentren liegt unverändert bei sehr niedrigen vier Prozent. Im Bereich der institutionellen Wohninvestments, welche aufgrund der Produktknappheit klassisch in einer Forward Struktur vom Plan weg veräußert werden, bewegen sich die Renditen in der Bundeshauptstadt zwischen 3 Prozent und 3,5 Prozent, in den Bundesländern mit leichten Renditeaufschlägen zwischen 3,5 Prozent und 4 Prozent. Daraus ergeben sich flächendeckend beachtliche Preissteigerungen, die für einen Teil des Marktwachstums verantwortlich sind.

„Der Markt wird im Wesentlichen von zwei Einflussfaktoren getrieben“, erklärt Franz Pöltl, Geschäftsführer der EHL Investment Consulting. „Zum einen sind das die extrem niedrigen Zinsen und damit verbunden die wenig attraktiven Veranlagungsalternativen für institutionelle und private Investoren, zum anderen die weiterhin über dem europäischen Durchschnitt liegende Wirtschaftsentwicklung, die österreichische Immobilien für internationale Käufer besonders interessant macht. Die Entscheidung der EZB, an ihrer bisherigen Zinspolitik längerfristig festzuhalten, hat die Nachfrage nach Immobilieninvestitionen nochmals verstärkt.“

Dementsprechend positiv ist auch Pöltls Ausblick auf 2020 und die Folgejahre. „Das Marktvolumen wird in den kommenden Jahren weiter nahe den aktuellen Rekordwerten liegen und die Preise werden tendenziell eher noch weiter nach oben gehen.“ Von niedrigen Spitzenrenditen dürfe man sich hier nicht in die Irre führen lassen: „Bonitätsstarke Investoren können sich aktuell äußerst attraktiv refinanzieren und auf Cash-Bestände müssen Strafzinsen bezahlt werden, weshalb Immobilieninvestitionen auch beim aktuellen Preisniveau im Vergleich zu festverzinslichen Veranlagungen sehr attraktiv sind.“

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