Immobilien: Betongold bleibt auch 2017 hoch im Kurs

Immobilien: Betongold bleibt auch 2017 hoch im Kurs

Die anhaltende Niedrigzinsphase sowie riskante oder wenig aussichtsreiche Alternativen zur Geldanlage und zur Pensionsvorsorge lassen die Nachfrage nach Immobilien auch im Jahr 2017 weiter steigen. Verkäufer können gute Preise lukrieren, Käufer sollten gut überlegen und verhandeln.

Österreichs Immobilienwirtschaft kann auf ein neues Rekordjahr zurückblicken. Im Jahr 2016 gab es in Österreich rund 120.000 neue Einträge ins Grundbuch - eine Steigerung von sieben Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Der Gesamtwert aller abgewickelten Immobilien-Transaktionen beläuft sich auf rund 27 Milliarden Euro, was gegenüber dem von den Immobilienhändlern gefeierten Jahr 2015 nochmals eine Steigerung von rund 14 Prozent bedeutet. Und die Hochrechnungen lassen die Branche auf ein weiteres herausragendes Jahr hoffen. "Die Zinsen sind weiter niedrig, es fehlt an Alternativen zur Geldanlage und auch zur Pensionsvorsorge wird zunehmend in Immobilien investiert", begründet Bernhard Reikersdorfer, Österreich-Chef des Immobilienmakler-Franchiseunternehmens Remax die Erwartungen.

Wer jetzt eine Immobilie verkaufen will, der findet daher einen sehr guten Markt vor. Die Nachfrage ist hoch, das Preisniveau ebenfalls und das Angebot an Objekten wächst nur etwa halb so schnell wie die Nachfrage. Allerdings können sich die Verkäufer trotz des guten Umfelds auch im Jahr keine goldenen Hände verdienen. Wer für ein Objekt einen Mondpreis ansetzt, kann damit rechnen, darauf sitzen zu bleiben. "Es werden keine Phantasiepreise mehr bezahlt, denn es gibt immer mehr Transparenz, und das ist auch gut so, sagt Reikersdorfer.

Selbst im Zentrum Wiens, wo manch exklusive Objekte um Millionen gehandelt werden, wird an der Mieter- oder Käuferseite die Luft bald dünn. "Wer 1.000 Euro und mehr Miete zahlen kann, kann sich in Ruhe viele Objekte ansehen", meint Reikersdorfer. Solche Objekte seien nicht einfach zu vermarkten. Darunter ist der Konkurrenzdruck der Wohnungssuchenden allerdings sehr groß, denn weniger als 20 Prozent aller in der Bundeshauptstadt angebotenen Wohnungen werden um weniger als 750 Euro monatlich vermietet.

Günstige Wohnungen sind rar

Auch bei Kauf-Wohnungen ist das Angebot an für breite Käuferschichten leistbaren Objekten dürftig. Nur ein Drittel aller in feilgebotenen Wiener Wohnungen werden um weniger als 250.000 Euro offeriert. Und die stark steigende Nachfrage nach solchen Wohnungen sorgt gerade in der unteren Preiskategorie für einen deutlichen Auftrieb. Remax-Chef Reikersdorfer prognostiziert in diesem Segment im Jahr 2017 einen Preisanstieg von 5,1 Prozent. Im mittleren Preissegment, wo sich Angebot und Nachfrage halbwegs die Waage halten, rechnet er hingegen nur mit einer Preissteigerung von 3,4 Prozent. Für Luxus-Immobilien ab einem Verkaufspreis von 450.000 bis 500.000 Euro sind hingegen Käufer schwerer zu finden. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage könnten solche Immobilien im neuen Jahr daher sogar etwas günstiger werden.

Weiterhin unter Druck steht dagegen der Markt für Gewerbe-Immobilien. Abgesehen von Top-Lagen und Einkaufszentren, wo die Situation wesentlich besser ist, wird die Nachfrage auch im Jahr 2017 verhalten bleiben und diesen Immobiliensektor daher weiter belasten. Dem Remax-Ausblick zufolge sollten Büroflächen und Geschätfslokale in den nächsten zwölf Monaten im Österreich-Schnitt knapp vier Prozent an Wert einbüßen und Betriebsgebäude etwa 3,3 Prozent. Nur bei Betriebsgrundstücken ist mit einem Rückgang von etwa 1,6 Prozent mehr Preisstabilität zu erwarten.

Einfamilienhäuser und Baugrundstücke

Tendenziell weiter im Wert steigen sollten im Jahr 2017 die klassischen Wunschimmobilien der Österreicher, die Einfamilienhäuser und Baugrundstücke. Bei Einfamilienhäusern wird mit einer durchschnittlichen Wertsteigerung von etwas über vier Prozent, bei den Baugrundstücken sogar von etwas über sechs Prozent gerechnet. In beiden Fällen ist die erwartbare Wertsteigerung aber nicht von der Lage zu trennen.

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