Hotel-Deals in Österreich: Wachstum gegen den Trend

Hotel-Deals in Österreich: Wachstum gegen den Trend

Im ersten Halbjahr 2016 stieg das österreichische Hotelinvestmentvolumen gegenüber dem Vorjahr um circa 146 Prozent - in Europa insgesamt gab es hingegen 41 Prozent weniger Deals. Besonders in Großbritannien brachen die Investments in Hotels wegen des Brexit ein.

Im ersten Halbjahr 2016 wurden in Europa insgesamt 6,88 Milliarden Euro in Hotelimmobilien investiert, das sind ca. 41 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2015. Dies entspricht der Entwicklung des europäischen Investitionsmarktes aller Assetklassen im H1 2016. Wie aus der aktuellen Analyse des Immobilienunternehmens CBRE hervorgeht, ist das Investitionsvolumen in Europa im Vorjahresvergleich um ca. 15 Prozent gesunken. Österreich bewegt sich gegen den Trend, denn im ersten Halbjahr 2016 stieg das Hotelinvestmentvolumen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 um ca. 146 Prozent.

Ebenfalls entgegen dem europäischen Trend übertrafen auch in Deutschland im ersten Halbjahr 2016 die Investitionen am Hotelmarkt die Vorjahresperiode mit 2,02 Milliarden Euro um 34 Prozent.

Hotels in Österreich weiterhin attraktiv

Österreich gewinnt an Attraktivität am Hotelinvestitionsmarkt und widersetzt sich somit dem europäischen Trend. Während Österreich im H1 2016 am Gesamtinvestitionsvolumen Europas einen Anteil von ca. 1 Prozent aufweist, macht das österreichische Hotelinvestitionsvolumen ca. 5 Prozent des Hotelinvestmentmarktes Europas aus. Mit 346 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016 verzeichnete Österreich im Vorjahresvergleich einen Anstieg um ca. 146 Prozent.

Die im zweiten Quartal 2016 abgeschlossenen Hoteltransaktionen in Höhe von insgesamt 75 Millionen Euro erreichten zwar nicht den Rekordwert des Q1 2016 (EUR 271 Millionen), übertrafen jedoch das Investitionsvolumen des Vergleichszeitraumes 2015 um ca. 116 Prozent. „Erwähnenswert war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 der Verkauf des Traditionshauses Hotel Imperial in Wien an die Al Habtoor Gruppe sowie der Verkauf des Hotel Hilton Stadtpark an eine österreichische Investorengruppe. Diese Transaktion stellt auch den größten jemals in Österreich stattgefundenen Hoteldeal dar“, sagt Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE Österreich.

Deutschland attraktivster Hotelmarkt Europas

Der deutsche Hotelinvestitionsmarkt erwies sich als der attraktivste in ganz Europa. Trotz der aktuellen politischen und ökonomischen Unsicherheiten in weiten Teilen Europas weist dieser ein beständig großes Liquiditätsniveau sowie starke Marktfundamentaldaten auf. Das breite Angebot an Hotelimmobilien mit Pachtverträgen in Verbindung mit der steigenden Anzahl institutioneller Investoren aus Europa mit risikoaversem Investitionsverhalten, hat kontinuierlich die Attraktivität des deutschen Hotelmarktes gesteigert.

Hoteltransaktionsvolumina Europa
Investitionsmarkt (EUR Mio.) Q2 2016 Q2 2016 Veränderung zum Vorjahr (in %) H1 2016 H1 2016 Veränderung zum Vorjahr (in %)
Deutschland 1.272 47 2.016 34
Vereinigtes Königreich 405 - 89 1.433 - 76
Frankreich 301 25 508 - 16
Spanien 130 - 83 543 - 64
Italien 317 135 444 134
Irland 99 18 148 - 75
Österreich 75 116 346 146
Europa 3.042 - 51 6.885 - 41
Quelle: CBRE 2016

Der Verkauf des Hyatt Hotels Düsseldorf war 2016 die bisher größte Einzeltransaktion in Deutschland. Dass das Hotel mit einem Managementvertrag betrieben wird, stellt in der überwiegend pacht-fokussierten Hotellandschaft Deutschlands eine Seltenheit dar.

„Deutschland bleibt ein spannender Markt für Hotelinvestitionen und hat Großbritannien, bisher dominierend, von seiner Führungsposition abgelöst. Das starke Wachstum am deutschen Hotelinvestitionsmarkt wurde angetrieben durch mehr als zehn Abschlüsse, zu denen unter anderem eine signifikante Portfoliotransaktion zählt", sagt Joe Stather, Information and Intelligence Manager EMEA, CBRE Hotels: "Die Nachfrage setzt sich aus einem breiten Feld von Investoren zusammen: REITs, institutionelle Investoren, Kapitalbeteiligungsgesellschaften und spezialisierte Immobilieninvestoren“.

Großbritannien: Flaute wegen Brexit

In Großbritannien hat das Hotelinvestitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 76 Prozent erlitten. Ungeachtet dessen sind festverzinsliche Investitionsmöglichkeiten nach wie vor beliebt, da Investoren weiterhin von deren Einkommenssicherheit angezogen werden. Das Umfeld der verpachteten Hotels in UK bietet etliche Hotelbetreiber mit attraktiven indexgebundenen Pachtverträgen mit einer Laufzeit von 25 Jahren. Der Verkauf des Travelodge Hotels in der Liverpool Street in London für 42 Millionen britische Pfund ist einer der Abschlüsse, die diesen Trend bestätigen. Die Transaktion ist einer der wenigen Abschlüsse seit dem Brexit-Referendum und demonstriert die große und stabile Nachfrage nach Hotelobjekten mit Pachtverträgen. Die Entwicklungspipeline lässt vermuten, dass in den kommenden drei Jahren festverzinsliche Objekte im Wert von mehr als 2,00 Milliarden Pfund auf den regionalen Markt kommen.

Frankreich verzeichnete im ersten Halbjahr mit einem Investitionsvolumen von EUR 508 Millionen im Vorjahresvergleich ebenfalls einen Rückgang, und zwar um ca. 16 Prozent. Das Transaktionsvolumen wurde weitestgehend von Abschlüssen außerhalb von Paris vorangetrieben. Die jüngeren Investitionsaktivitäten fokussierten sich auf Ferienanlagen und die freizeitgetriebene südliche Region Frankreichs. Auch die Euro 2016, die im Juni in Frankreich stattfand, hat den Cash Flow von Hotels in vielen Städten angetrieben – insbesondere in Paris.

Ein weiterer nennenswerter Abschluss im ersten Halbjahr dieses Jahres ist der Verkauf des Pullman Barcelona Skipper Hotels in Spanien an einen Luxemburger Investmentfonds. CBRE war bei der Transaktion beratend tätig für den Verkäufer AXA Investment Managers – Real Assets.

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