Deutsche Wohnen wehrt sich weiter gegen Vonovia

Deutsche Wohnen wehrt sich weiter gegen Vonovia

In der Übernahmeschlacht zwischen Deutsche Wohnen und Vonovia erreicht ein neues Level: Der Übernahmekandidat behält sich vor, die ausgegebenen Wandelanleihen nicht in Aktien zu tauschen, sondern deren Inhaber in bar abzufinden. So soll die Hürde für Vonovia erhöht werden.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen fährt dem größeren Konkurrenten Vonovia bei dessen feindlichem Übernahmeversuch erneut in die Parade. Der Deutsche-Wohnen-Vorstand behält sich - anders als zunächst erklärt - vor, die ausgegebenen Wandelanleihen nicht in Aktien zu tauschen, sondern deren Inhaber in bar abzufinden, wie die Nummer zwei unter den Wohnungsvermietern in Deutschland heute mitteilte.

Das könnte die Deutsche Wohnen mehr als 900 Mio. Euro kosten. Mit diesem Schachzug will das Unternehmen die Hürde wieder erhöhen, die Vonovia überspringen muss. "Wir haben das zur Kenntnis genommen, wollen das aber nicht kommentieren", sagte eine Sprecherin von Vonovia. Am Ende könnte das seit Monaten schwelende Tauziehen vor Gericht entschieden werden.

Vonovia hatte die Inhaber der Deutsche-Wohnen-Wandelanleihen auf seiner Seite gewähnt. Denn sie können rund 20 Prozent Gewinn machen, indem sie ihre Papiere im Nominalvolumen von 650 Mio. Euro nach einem Eigentümerwechsel umtauschen und das Angebot des Branchenführers annehmen. Für sie ist es damit sogar deutlich lukrativer als für die Deutsche-Wohnen-Aktionäre. Daher hatte Vonovia am Montag erklärt, ihr reichten nun 44 statt 50 Prozent der Aktien, um sicher auf eine Mehrheit an der Deutschen Wohnen zu kommen. Bis Anfang der Woche hatte Vonovia nur 22,5 Prozent sicher, das 14 Mrd. Euro schwere Angebot läuft noch bis 9. Februar.

Michael Zahn: Übernahme strategisch nicht sinnvoll

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn will den Trick aushebeln: "Wir nehmen nicht hin, dass die Vonovia das Votum der Deutsche-Wohnen-Aktionäre nicht akzeptieren will." Nach seiner Ansicht muss Vonovia nun wieder mindestens 50 Prozent der Aktionäre auf seine Seite ziehen. "Es darf nicht sein, dass eine Minderheit bestimmt, was die Mehrheit macht", sagte ein Insider aus dem Umfeld von Deutsche Wohnen. Zahn gab sich sicher, dass Vonovia das nicht gelingen werde. Er hält das Angebot von Vonovia für unzureichend und die Übernahme für strategisch nicht sinnvoll.

Vonovia hat sich zum Ziel gesetzt, 168 Millionen Deutsche-Wohnen-Aktien einzusammeln, das wäre die Hälfte der ausgegebenen Anteilsscheine. Über einen Umtausch der Wandelanleihen könnten allerdings rund 40 Millionen weitere Aktien geschaffen werden. In die Papiere haben sich Insidern zufolge zahlreiche Hedgefonds eingekauft, die es auf kurzfristige Profite abgesehen haben. Je nachdem, wie sie entscheiden, könnte Vonovia am Ende zwar formal sein Ziel erreichen, aber trotzdem die Mehrheit an der Deutschen Wohnen verfehlen. Was dann passiert, ist offen. Die Entscheidung liegt formal bei der Finanzaufsicht BaFin - doch sie könnte die Streitparteien laut Branchenkennern auch an ein Gericht verweisen.

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