Deutsche Bundesbank: Wenig Mittel gegen Immo-Blasen

Deutsche Bundesbank: Wenig Mittel gegen Immo-Blasen

Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind in letzter Zeit stark gestiegen, manche Beobachter fürchten die Bildung einer Blase. Sollte dies stimmen, dann hat die Bundesbank wenig Werkzeuge zum Gegensteuern in der Hand.

Die deutsche Aufsicht hat nach Einschätzung der Bundesbank momentan noch nicht genügend Mittel zur Bekämpfung gefährlicher Übertreibungen auf den Immobilienmärkten. "Möglichen systemgefährdenden Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt könnte die deutsche Aufsicht daher nur bedingt entgegentreten", sagte Bundesbank-Vize-Präsidentin Claudia Buch am Freitag in Berlin laut Redetext.

Häufig würden Finanzkrisen von Übertreibungen auf den Immobilienmärkten ausgelöst. Die Aufsicht besitze zwar einige Instrumente, um Risiken vorzubeugen. Diese wirkten aber in erster Linie auf das Kreditangebot der Banken - nicht jedoch auf die Kreditnachfrage. "Sie können beispielsweise nicht eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass der jeweilige Kreditnehmer ausreichend Eigenkapital in die Finanzierung einbringt."

Buch sprach sich in diesem Zusammenhang für Mindeststandards bei der Vergabe von Haus- oder Wohnungskrediten aus. "So könnte eine Immobilienfinanzierung ohne jedes Eigenkapital aufsichtlich unterbunden oder eine Mindesttilgung für die Kreditlaufzeit definiert werden", sagte Buch. Auf diese Weise ließe sich die finanzielle Überlastung von Haushalten verhindern, wenn Kredite verlängert werden und plötzlich die Zinsen steil anziehen. Entgegengewirkt würde so außerdem, dass Banken übermäßige Risiken eingehen oder die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt zu positiv einschätzen.

Die Preise für Wohnimmobilien waren zuletzt so rasant gestiegen wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr - vor allem in manchen Großstädten wie München oder Hamburg. Experten warnen vor einer Überhitzung des Markts.

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