Hauskauf richtig planen

Großer finanzieller Aufwand, Risiken und viel Verantwortung: Der Kauf eines Hauses ist noch immer eine der wichtigsten Entscheidungen, die Menschen in ihrem Leben treffen können. Aus diesem Grund sollte der Hauskauf sorgfältig geplant werden.

Hauskauf richtig planen

Hauskauf richtig planen

Im ersten Halbjahr 2018 wurden so viele Immobilien verbüchert wie noch nie. Mit einer Anzahl von 64.901 wurden 7,6 Prozent mehr Wohnungen und Häuser verkauft als im ersten Halbjahr 2017. Dies stellte der Maklerverbund Remax bei Grundbuch-Auswertungen im Rahmen seiner Studie ImmoSpiegel fest. Als Gründe für diesen Boom werden das niedrige Zinsniveau, fehlende alternative Anlagemöglichkeiten, Binnenwanderung aus Randlagen und der Zuzug aus anderen EU-Ländern genannt.

Ein eigenes Haus zu haben, bietet zwei entscheidende Vorteile: Der Eigentümer kann sein Zuhause so gestalten wie er es möchte – ohne auf die Erlaubnis eines Vermieters angewiesen zu sein. Zudem ist die Investition in Wohneigentum eine Absicherung fürs Alter. Denn wenn das Haus bis zum Renteneintritt abbezahlt ist, geht nur ein geringer Teil der Pension für Wohnkosten drauf.

Immobilienfinanzierung festlegen

Wer einen Hauskauf plant, sollte sich zuerst Gedanken über die Finanzierung machen. Wie viel Geld habe ich als Eigenkapitalanteil zur Verfügung? Habe ich dann noch einen Puffer für unvorhersehbare Ereignisse? Wie hoch muss mein Kredit sein? Und wie viel darf das Haus maximal kosten?

Zuerst sollten angehende Hauskäufer einen Kassensturz machen und ihre Ersparnisse zusammenzählen. Anschließend gilt es, den Kaufpreis, einen Puffer für schlechte Zeiten und Nebenkosten wie Maklerprovision, Grunderwerbssteuer, Renovierungskosten, Grundbuch- und Notarkosten davon abzuziehen. In der Regel bleibt ein Minusbetrag übrig. Das ist der Betrag, der über Fremdkapital finanziert werden muss.

Angehende Hauskäufer sollten Finanzierungsangebote verschiedener Banken vergleichen, denn geringe Unterschiede bei den Laufzeiten oder Zinssätzen wirken sich über die Jahre hinweg oftmals groß aus. Einige Finanzierungsangebote ermöglichen während der festgelegten Zinsbindungsfrist eine kostenlose Anpassung der Höhe der Monatsraten. So bleiben Hauskäufer im Falle von Arbeitslosigkeit, ungeplantem Familienzuwachs oder ähnlichem flexibel.

Immobiliensuche auf allen Kanälen

Sobald sich angehende Hauskäufer darüber im Klaren sind, wie viel ihr Haus maximal kosten darf, geht es an die Immobiliensuche. Eine erste Anlaufstelle sind Immobilienportale im Internet, denn hier gibt es jede Menge Hauskauf-Angebote in ganz Österreich. Ausführliche Beschreibungen und Bilder veranschaulichen die angebotenen Häuser sehr gut, sodass Suchende schon vorab entscheiden können, welche Immobilie sie besichtigen möchten und welche von vornherein ausgeschlossen sind.

Neben Online-Portalen eignen sich auch Immobiliengruppen in sozialen Netzwerken wie Facebook, um nach Häusern zu suchen. In diesen Gruppen werden Anzeigen gepostet und sich über die Immobilien ausgetauscht.

Die Suche nach einem passenden Haus sollte nicht nur online, sondern auch offline stattfinden. In Zeitungen und Anzeigenblättern werden ebenfalls Immobilienanzeigen veröffentlicht. Diese sind zwar meist nur kurz und bilderlos, doch mit einem Anruf beim Anbieter lassen sich viele Fragen klären. Zudem sollten Suchende auch Familie, Freunde und Bekannte in ihre Pläne, ein Haus zu kaufen, einweihen. Oftmals ergeben sich über Dritte interessante Kontakte und Kaufchancen.

Augen auf vor dem Hauskauf

Ist das passende Haus gefunden, sollten Kaufinteressenten es auf Herz und Nieren prüfen. Ist die Raumaufteilung vorteilhaft oder muss umgebaut werden? Wie sind Zustand und Alter des Hauses? Gibt es Mängel wie feuchte Wände, Schimmelbildung oder ein beschädigtes Dach? Wie ist die Immobilie gedämmt? Angehende Hauskäufer sollten auch auf den Zustand von Heizungsanlage, Leitungen und Fenstern achten. Bei älteren Häusern ist es ratsam, vor dem Kauf ein professionelles Gutachten über den Zustand des Hauses und die voraussichtlichen Kosten einer Mängelbehebung erstellen zu lassen.

Haus kaufen: So läuft die Abwicklung ab

Wenn sich Interessent und Verkäufer über den Hauskauf einig sind und der Käufer eine Finanzierungszusage seiner Bank vorweisen kann, muss ein Notar hinzugezogen werden. Auf Basis der ihm zugesandten Unterlagen und der Vereinbarungen zwischen Käufer und Verkäufer setzt der Notar einen Kaufvertragsentwurf auf. Sind beide Parteien mit dem Entwurf einverstanden, vereinbaren sie mit dem Notar einen Termin zur Vertragsbeurkundung. Bei diesem Termin unterzeichnen beide Vertragsparteien den Hauskaufvertrag, der somit verbindlich wird. Ein bis zwei Wochen später schickt der Notar den beglaubigten Kaufvertrag sowohl an den Verkäufer als auch an den Käufer des Hauses. Darüber hinaus trägt er die Auflassungsvormerkung ins Grundbuch ein.

Nun wird das Finanzamt aktiv: Es schickt dem Käufer einen Grunderwerbsteuerbescheid. Entrichtet der Käufer diese Steuer, wird das Eigentum auf ihn umgeschrieben. Daraufhin ist die Zahlung des Hauses fällig. Anschließend bekommt der Käufer die Schlüssel für sein Eigenheim ausgehändigt. Bei diesem Termin sollte er Unterlagen wie Baupläne, Bau- bzw. Benutzungsbewilligung, Versicherungspolizzen, Rechnungen der Versorgungsunternehmen, Handwerkerrechnungen, aus denen noch Gewährleistungsansprüche erhoben werden können, und Bedienungsanleitungen für die im Haus verbleibenden Geräte und die Haustechnik einfordern. Einige Zeit nach der Schlüsselübergabe bestätigt das Grundbuchamt, dass der Käufer als neuer Hauseigentümer ins Grundbuch eingetragen wurde.

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