Wie Handel und Hersteller von der Fußball-EM profitieren wollen

Wieder mal rittern die Sportartikel-Ausrüster Adidas Nike wieder um die Gunst der Fans. Und auch die TV-Hersteller dürfen sich über mehr Umsatz freuen. Wichtig ist Experten zufolge, dass das Wetter mitspielt.

Wie Handel und Hersteller von der Fußball-EM profitieren wollen

Es ist wieder Zeit, dass sich was dreht. Wenn ab Freitag Europas Fußballer in Frankreich das EM-Turnier ausspielen, ist das nicht nur ein großes TV-Ereignis, sondern auch ein gewaltiges Geschäft für Sponsoren, Ausrüster und Teile der deutschen Wirtschaft. Vor allem für Europas größten Sportartikelkonzern Adidas ist das Turnier mit erstmals 24 Mannschaften von Island bis zur Türkei ein wichtiger Termin. Die Herzogenauracher rüsten neun Mannschaften aus, darunter Weltmeister Deutschland und Europameister und Titelverteidiger Spanien. Der US-Rivale Nike spendiert sechs Teams die Oberbekleidung, Puma kommt auf fünf Kader. Den Rest teilen sich kleine Ausstatter wie Umbro, macron oder Juma.

Adidas macht allerdings nicht nur Geld für Nationalmannschaften locker, sondern sorgt als Sponsor des Turniers in Frankreich dafür, dass möglichst häufig die drei Streifen auf den TV-Bildschirmen zu sehen sind. "Auch in diesem Jahr rüsten wir im Rahmen unserer offiziellen Partnerschaft wieder Schiedsrichter, Ballkinder und Helfer aus und haben zudem hohe Sichtbarkeit im Stadion und allen UEFA-Kanälen", heißt es von den Franken. Bei der vergangenen EM 2012 verkaufte der Konzern mehr als eine Million DFB-Trikots und mehr als sieben Millionen Bälle mit dem Turnierlogo. Für Adidas steht Fußball im Zentrum seiner Verkaufsstrategie. Machten die Mittelfranken bei der letzen EM noch einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro mit Fußballprodukten, waren es im vergangenen Jahr selbst ohne WM oder EM bereits 2,2 Milliarden Euro.

Goldene Zeiten für Elektrohändler

Traditionell lassen sich viele Deutsche im Vorfeld fußballerischer Großereignisse auch zum Kauf eines neuen Fernsehers hinreißen. "Tatsächlich nehmen die Verkäufe von Fernsehern etwa drei Wochen vor einer Fußball-EM oder -WM deutlich zu", teilte die Marktforscher von der GfK mit. "Der Handel begünstigt diese Entwicklung durch entsprechende Aktionen." Auf das Gesamtjahr betrachtet zahlt sich aber der Hype im Sommer nicht wirklich aus, lediglich die sonst übliche Saisonalität im Gesamtjahr verschiebt sich nach vorne. Viele Kunden schaffen sich für die EM früher einen neuen Apparat an, in Jahren ohne Turnier liegt für die Branche der Umsatzschwerpunkt im Weihnachtsgeschäft.

Für die Fanausrüster spielt laut GfK vor allem die Witterung in Deutschland vom ersten Anpfiff bis zur Siegerehrung die entscheidende Rolle. "Wichtiger als das Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft ist das Wetter während des Events. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Gutes Wetter, gute Umsätze - schlechtes Wetter, schlechte Umsätze", so die Marktforscher. Sie betrachteten den Absatz von Bier, Softdrinks, Knabberzeug und Grillgut während der letzten WM-Turniere: War das Wetter wie 2006 sommerlich, legte der "WM-Warenkorb" verglichen mit anderen alltäglichen Verbrauchsgütern um bis zu 16 Prozent zu. Als die deutsche Nationalelf 2014 den WM-Titel holte, ließen die Fans Steaks und Chips wegen des gewittrigen Wetters in den Regalen liegen.

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