Weihnachtsgeschäft: Das Christkind trotzt der Konjunktur

Weihnachtsgeschäft: Das Christkind trotzt der Konjunktur

Das Weihnachtsgeschäft 2019 läuft für den Handel besser als erwartet. Die KMU Forschung Austria rechnet mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro.

Besser als erwartet ist bisher das Weihnachtsgeschäft für die heimischen Händler gelaufen. Die Wissenschafter der KMU Forschung Austria prognostizieren ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Anfang Dezember hatten die Einzelhändler nur gehofft, die Umsätze aus dem Vorjahr halten zu können.

Als Weihnachtsgeschäft zählt nur der Mehrumsatz im Dezember, der das Normalmaß der Monate Jänner bis November übersteigt. Bisheriger Gewinner ist der Sporthandel, der bis zum dritten Advent-Einkaufssamstag nominelle Umsatzzuwächse von vier Prozent verzeichnete. Auch die Erlöse der Spielwarenhändler legten um drei Prozent deutlich zu, gefolgt vom Möbel-, Elektro- und Lebensmittelhandel mit jeweils plus zwei Prozent. Ein kleines Plus von einem Prozent gab es bei den Buch- und Kosmetikhändlern. Wegen der warmen Witterung gab es aber im Schuh- und Lederwandelhandel mit minus acht Prozent einen kräftigen Umsatzrückgang.

WKÖ-Handelsobmann Peter Buchmüller zeigte sich insgesamt "sehr zufrieden" mit dem Weihnachtsgeschäft. "Trotz der sich abschwächenden Konjunkturlage lässt sich das Christkind offensichtlich nicht die Stimmung verderben", sagte Buchmüller am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Weihnachtszwischenbilanz in Wien. Zwischen 16. bis und 24. Dezember sollen heuer noch rund 35 Prozent der gesamten Weihnachtsumsätze erzielt werden, zwischen Weihnachten und Silvester sind es noch rund zehn Prozent der Umsätze.

Online-Handel wächst weiter

Für das Filialgeschäft rechnet die KMU Forschung basierend auf repräsentativen Umfragen mit einem Umsatzanstieg von einem Prozent auf 1,545 Milliarden Euro. In österreichischen Online-Shops sollen die Weihnachtsgeschenke-Erlöse um rund fünf Prozent auf rund 118 Millionen Euro steigen. Ausländische Internethändler wie Amazon, Zalando & Co sind da noch nicht mitgezählt. Rund 60 Prozent der Internetkäufe würden jedoch auf ausländische Händler entfallen, sagte Buchmüller.

Zum Vergleich: Im Jahr 2009 erzielten die heimischen Händler im Weihnachtsgeschäft stationär und online einen Umsatz von 1,55 Milliarden Euro. Eine Abnahme der Wichtigkeit des Weihnachtsgeschäfts in den vergangenen zehn Jahren verneint der Handelsobmann. "Weihnachtsgeschenke haben nicht weniger Bedeutung." Buchmüller beobachtet aber eine Verschiebung der Weihnachtskäufe in den November, unter anderem zu Rabatt-Einkaufstagen wie den Black Friday. Die Black Friday- und Cyber-Monday-Umsätze in Österreich sollen heuer laut Schätzungen bei 410 Millionen Euro betragen haben.

Für die Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Handel, Iris Thalbauer, ist "Beratungsklau" - im Geschäft beraten lassen und online kaufen - ein "immer größeres Thema". Dennoch sei der Effekt von online informieren und stationär kaufen "viel größer".

Handel in Festtagsstimmung

Die aktuelle Stimmung in der Handelsbranche ist laut KMU-Austria-Umfrage relativ gut: 29 Prozent der befragten Einzelhändler rechnen mit einem Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft, im Jahr 2018 waren es 28 Prozent. 41 Prozent der Händler (2018: 34 Prozent) gehen davon aus, dass sie stabile Umsätze erwirtschaften. 30 Prozent rechnen damit, weniger umzusetzen - damit fällt die Einschätzung zuversichtlicher aus als im vergangenen Jahr.

Kritik übte die Gewerkschaft am Mittwoch daran, dass am 23., 30. und 31. Dezember "exzessiv die gesetzlichen Möglichkeiten" bei den Öffnungszeiten genützt werden. Einzelne Handelsketten würden zu Silvester statt wie bisher nicht um 15 Uhr schließen, sondern bis 16 bzw. 17 Uhr offenhalten. Laut Gewerkschaft GPA-djp wollen einzelne Unternehmen die Filialen auch am 23. bzw. am 30. Dezember bis 21 Uhr offenhalten. WKÖ-Handelsobmann Buchmüller will nächstes Jahr bei den Kollektivvertragsverhandlungen "eine einheitliche Lösung" mit den Arbeitnehmervertretern ausverhandeln.

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