Sports Direct kämpft in Österreich weiter um seinen Platz

Sports Direct kämpft in Österreich weiter um seinen Platz

Der Markteinstieg in Österreich nach der Pleite von Sport Eybl war für die britische Diskont-Kette Sports Direct bisher ein finanzielles Debakel. Das negative Eigenkapital liegt inzwischen bei 116 Millionen Euro. Von einst 50 Filialen sind nur noch 26 übrig.

Der Schrumpfkurs beim Sportartikel-Diskonter Sports Direct setzte sich in Österreich auch im Geschäftsjahr 2018/2019 ungebrochen fort. Die Schließung weiterer Filialen und damit sinkende Personalkosten haben der Österreich-Division zwar zum dritten Mal seit der Sport-Eybl-Übernahme im Jahr 2013 einen kleinen Gewinn beschert, der Markteinstieg ist bisher aber ein finanzielles Debakel. Das negative Eigenkapital liegt bei rund 116 Millionen Euro.

Die Mitarbeiterzahl sank von 1.053 auf 877. Im Jahr 2012 lag der Personalstand Unter den alten Eigentümern - der Gründerfamilie Eybl - noch bei knapp 2.200 Mitarbeitern. Der Jahresgewinn von Sports Direct Austria lag 2018/19 bei 1,2 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 323.000 Euro im Jahr davor. Der Umsatz ging aufgrund der Filialschließungen von 105 Millionen auf 97 Millionen Euro zurück. Zum Vergleich: Die Sportkette war bis zum Verkauf an Sports Direct als Marktführer in Österreich unterwegs, im Geschäftsjahr 2010/11 lag der Umsatz von Sport Eybl/Sports Experts noch bei knapp 338 Millionen Euro, seitdem ging es umsatzmäßig steil bergab.

Britische Mutter zahlt weiter

Sports Direct Austria kann aber auf die finanzielle Unterstützung der britischen Mutter zählen. Der Fortbestand ist nach eigenen Angaben gewährleistet. Die Sportkette schloss in Österreich zwei Standorte und verfügte per Ende April 2019 noch über 26 Filialen von einst 50, geht aus dem kürzlich veröffentlichen Jahresabschluss im Firmenbuch ("WirtschaftsCompass") hervor. Der seit 2017 in Österreich aktive norwegische Händler XXL Sport sicherte sich mehrere Sports-Direct-Standorte.

Sports Direct hatte bisher mit dem Konzept eines hohen Eigenmarkenanteils mit Diskonterpreisen in Österreich wenig Erfolg und zuletzt das Sortiment angepasst: "Der Wandel der Konzernstrategie zu einem höheren Fremdmarkenanteil, mehr Premiumprodukten und strategischen Partnerschaften mit Markenlieferanten, die Verstärkung der Vertriebskonzentration auf größere Flächen (Flagshipstores) und die Entwicklung einer besser an lokale Key-Märkte angepasste Marktbearbeitung stimmen uns optimistisch und werden mittel- und langfristig auch zu einer Steigerung der Umsätze in Österreich führen", schreibt das Unternehmen in seinem Lagebericht. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen inklusive weitere Kostensenkungen würden das Ergebnis "zukünftig entlasten".

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