Sporthändler Decathlon wagt den Sprung nach Österreich

Sporthändler Decathlon wagt den Sprung nach Österreich

Ring frei: Der französische Sportartikelhändler Decathlon kommt nach Österreich

Im August kommt in den österreichischen Sporthandel wieder Bewegung. Der französische Diskonter Decathlon wird einen ersten Österreich-Standort in Vösendorf eröffnen.

Der schon länger angekündigte Markteintritt des französischen Sportartikel-Diskonters Decathlon wird nun konkret. Decathlon, das bei seinem großen Sortiment besonders stark auf Eigenmarken setzt, wird im August eine erste Filiale in Österreich eröffnen.

Die etablierten Händler bleigen angesichts des neuen Marktteilnehmers gelassen. "Jeder Mitbewerber bringt zusätzliche Stimulanz. Aber die Aufregung um neue Mitbewerber ist generell übertrieben", erklärte etwa Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt gegenüber der Pressse-Agentur APA. Der zum Spar-Konzern gehörende Sportartikelhändler Hervis habe bereits in sechs Ländern Erfahrung mit Decathlon. Hervis ist neben Österreich auch in Slowenien, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Kroatien und Deutschland vertreten.

Schon vor fast einem Jahr ist mit der norwegischen Kette XXL ein neuer Sportartikelhändler nach Österreich bekommen. Die Ankündigungen waren groß, aktuell gibt es drei Filialen. Im Herbst soll laut XXL-Homepage der nächste Standort in der Shopping City Seiersberg (Steiermark) aufmachen. XXL-Österreich-Chef Patrick Verwilligen kündigte im Herbst 2017 an, in fünf Jahren in Österreich die Nummer 1 sein zu wollen.

Konkurrenz aus dem Online-Handel

Für Hervis sind die größten Mitbewerber nicht etwa Decathlon oder XXL, sondern ausländische Onlinehändler. Der Markt wachse, da müsse man schauen, die sportaffinen Österreicher nicht ans Ausland zu verlieren. Getrieben werde das Marktwachstum vom Gesundheitsbewusstsein der Menschen und dem Wunsch, sportlich auszusehen. "Sport ist Mode. Jeder will heute sportlich auftreten", sagte Eichblatt.

Laut RegioData geben Österreicher und Touristen jährlich etwa 2,8 Mrd. Euro für Sportartikel und Sportbekleidung aus. In den Sporthandel selbst kommen davon rund 1,7 Mrd. Euro, der Rest fließt in andere Branche und zu Amazon & Co. In den vergangenen Jahren seien die Konsumausgaben für Sportartikel gestiegen, bestätigt auch Eichblatt. Abgesehen von Sportbekleidung und Sneakern seien derzeit Stand-up-Paddle-Boards sowie Elektroräder und -scooter "der Renner".

Marktführer in Österreich ist Intersport mit einem geschätzten Marktanteil von 33 Prozent. Sport 2000/Gigasport kommen auf 31 Prozent, Hervis hält 20 Prozent, Sports Direct acht Prozent.

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