Sportartikel-Diskonter Decathlon: Österreich, ein harter Zehnkampf

Sportartikel-Diskonter Decathlon: Österreich, ein harter Zehnkampf

Österreich ist für den Sportartikel-Händler Decathlon ein "sehr schwieriger Markt".

Der Sportartikelhändler Decathlon zieht nach dem ersten Jahr in Österreich Bilanz. Im heiß umkämpften Markt hinkt Decathlon hinter den eigenen Expansionsplänen hinterher. Österreich-Chef Gabor Posfai beurteilt den Markt als "sehr schwierig", ist aber mit den Umsätzen zufrieden.

Österreichs Sportartikelmarkt ist heiß umkämpft und ein schwieriger Markt - besonders für Neueinsteiger. Siehe die britische Kette Sports Direct, die nach der Pleite von Sport Eybl die Geschäfte des bis dahin größten Intersport-Händler Österreichs und dessen Sports Experts Filialen übernahm und seither mit Problemen kämpft. In den letzten Jahren musste Sports Direct wieder etliche Filialen schließen oder an Mitbewerber abgeben.

Marktführer ist Intersport mit einem Jahresumsatz von deutlich über einer halben Milliarde Euro, gefolgt von Hervis, Sport 2000, dem 2017 gestarteten Diskonter XXL Sports, vielen kleinen Fachhändlern und seit einem Jahr nun auch Decathlon.

Auch XXL Sports ist noch weit von dem zum Start postulierten Ziel, binnen fünf Jahren mit 15 bis 20 Outlets Marktführer sein zu wollen entfernt. Aktuell hält XXL erst bei fünf Filialen. Der zuletzt gestartete französische Diskonter Decathlon, der entgegen der Kaufgewohnheiten der Österreicher fast ausschließlich auf Eigenmarken setzt, hat im bisher überhaupt erst eine einzige Filiale im SCS-Park in Vösendorf in Wien in Betrieb.

Schwieriger Markt, schwieriger Start

Mit dem Verlauf des ersten Geschäftsjahres zeigt sich Gabor Postfai, Österreich-Chef von Decathlon, dennoch zufrieden. Den Jahresumsatz der bisher einzigen Filiale beziffert er mit rund zehn Millionen Euro. Hinzu kämen drei Millionen aus dem Online-Handel. Dennoch hinkt Decathlon hinter den selbst gesetzten Expansionszielen hinterher. Ob 2019 zumindest noch eine weitere Filiale eröffnet werden kann ist noch offen. Das Fernziel von zunächst einmal zehn Filialen ist in weiter Ferne, ebenso der langfristig angepeilte Marktanteil von zehn Prozent.

Aktuell hadern die Franzosen in Österreich noch mit der geringen Bekanntheit. Im Gespräch mit der APA verwies Posfai auf eine Befragung, wonach nur 13 Prozent der Österreicher den Sportdiskonter kennen. Der Sporthändler intensiviert daher nun auch seine Werbemaßnahmen. Österreich ist, wie Postfai erklärt, "ein sehr schwieriger Markt, weil es so viele Mitbewerber gibt".

"Ikea des Sports"

International gesehen gehört das 1976 gegründete Unternehmen Decathlon mit einem Jahresumsatz von zwölf Milliarden Euro und rund 80.000 Mitarbeitern zu den größten Sportartikelhändlern. Der Diskonter betreibt mehr als 1.500 Filialen in 54 Ländern.

Decathlon betreibt großflächige Standorte - die Filiale in Vösendorf hat 5.000 Quadratmeter - und verkauft fast ausschließlich vergleichsweise günstige Eigenmarken, die auf ein preisbewusstes Kundensegment ausgerichtet sind. In Österreich liegt der Eigenmarkenanteil beim Umsatz bei 94 Prozent. Posfai vergleicht Decathlon daher vom Geschäftsmodell her auch mit Ikea.

Ganz ohne bekannte Marken geht allerdings in Österreich nichts, das hat auch Decatholon schon erkannt. Im Winter will man die Österreicher daher auch mit Skiern bekannter Marken wie Atomic, Fischer und Rossignol in die Filialen locken..

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