Sportartikel-Diskonter Decathlon: Mit Eigenmarken an den Start

Sportartikel-Diskonter Decathlon: Mit Eigenmarken an den Start

Am 23. August eröffnet der Sportartikelhändler Decathlon seine erste Filiale in Österreich. Der österreichische Markt sei "herausfordernd", der Mitbewerb sehr groß, räumt Österreich-Chef Gabor Posfai ein. Dennoch hofft man, mit dem stark auf Eigenmarken fokussierten Konzept auch in Österreich Fuß fassen zu können.

Am Mittwoch, 23. August 2018, eröffnet der französische Sportartikelhändler Decathlon seine erste Filiale in Österreich. Der Start erfolgt mit einer 5.000 Quadratmeter großen Filiale im SCS-Park Vösendorf bei Wien. Drei Millionen Euro wurden in den Standort investiert, zum Start wartet ein 70-köpfiges Team (Verkauf, Beratung und Administration) auf Kunden.

Anders als Mitbewerber XXL, der im Vorjahr beim Markteintritt als Ziel gleich die Marktführerschaft vor Augen hatte, will Decathlon erst einmal abwarten, wie die erste Filiale bei den Österreichern ankommt. Über weitere Eröffnungen soll in zwei bis drei Monaten entschieden werden, sagt Posfai. Es sei aber kein Geheimnis, dass die Städte Linz, Graz, Innsbruck und Salzburg auf dem Radar des Unternehmens stünden.

Die österreichische Marktführerschaft zu erreichen hält Posfai für "sehr schwierig". Marktführer ist Intersport mit einem geschätzten Marktanteil von 33 Prozent und 285 Standorten. Sport 2000/Gigasport kommen auf 31 Prozent Marktanteil, Hervis hält 20 Prozent, Sports Direct 8 Prozent. Die norwegischen Kette XXL macht im Herbst ihre vierte Filiale auf.

Startproblem Eigenmarken

Das Ziel für die kommenden zwei Jahre sei in erster Linie, in Österreich bekannt zu werden, sagte der Decathlon-Österreich-Chef. "Die Kunden müssen unsere Eigenmarken ausprobieren. Sie kennen die Firma noch nicht. Das ist am Anfang schwieriger." Aber in anderen Ländern habe es auch funktioniert. Die 75.000 Mitarbeiter zählende Sporthandelskette ist in 46 Ländern mit mehr als 1.400 Filialen vertreten und setzte zuletzt über 11 Mrd. Euro um.

Decathlon verkauft zu 80 bis 90 Prozent Eigenmarken, die die Firma selbst entwickelt und vielfach auch selbst produziert. Produkte von Markenherstellern werden nur auf Kundenwunsch, oder wenn es zum Ausüben der Sportart erforderlich ist, ins Sortiment aufgenommen. "Unser Ziel ist eine Eigenmarke pro Sportart", sagte Posfai. Diese Strategie ermögliche es, die Preise niedrig zu halten. Rabattaktionen, einen Sommerschlussverkauf oder Eröffnungsangebote dürfen Kunden bei Decathlon nicht erwarten. "Unsere Preise sind das ganze Jahr niedrig", so Posfai. So führt die Kette etwa Schwimmbrillen für 4,99 Euro, Laufschuhe um 16,90 Euro oder E-Bikes um 698,90 Euro.

Die Österreicher gelten als sehr markengetrieben und geben für Sportartikel und -bekleidung viel Geld aus. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen hierzulande im Schnitt bei 300 Euro im Jahr. Die Deutschen geben durchschnittlich nur 100 Euro jährlich für Sportequipment oder Sportmode aus. Selbst in der Schweiz sind es mit 240 Euro weniger als in Österreich.

Mit Sportler-Treffs, der Teilnahme an Freizeitsportveranstaltungen, gratis Yogastunden in der Filiale oder technischen Spielereien wie digitalen Umkleidekabinen will Decathlon die sportaffinen Österreicher von sich überzeugen. In jeder Umkleidekabine in Vösendorf befindet sich ein Touchscreen, an dem die Kunden die Ware scannen können, um so mehr Informationen über das Produkt zu erhalten - von verfügbaren Größen über Kundenbewertungen bis zu technischen Informationen. Waren können online bestellt und in der Filiale abgeholt werden oder am Standort ausgewählt und nach Hause geliefert werden. Für Stammkunden gibt es ein Rückgaberecht von 365 Tagen und mindestens zwei Jahre Garantie.

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