Onlinehandel für Hofer-CEO Leitner "unumgänglich"

Hofer Generaldirektor Horst Leitner

Hofer Generaldirektor Horst Leitner

Das Online-Geschäft gewinnt im österreichischen Lebensmittelhandel zusehends an Bedeutung. Auch der neue Hofer-Chef Horst Leitner geht davon aus, dass es für Supermärkte bald unumgänglich wird, sieht aber noch Hürden.

Der Online-Handel ist in allen Sparten weite4r auf dem Vormarsch und auch das klassische Lebensmittelgeschäft ist dabei keine Ausnahme. Das sieht auch Horst Leitner, seit November 2018 Generaldirektor der Diskonter-Kette Hofer, so.

Leitner hat in seiner Zeit in den USA die Entwicklungen der dortigen Diskonter erlebt und beobachtet auch die Onlinestrategien der Kollegen von Aldi Süd in Deutschland, China und Großbritannien. "Für mich ist vollkommen offen, welches Konzept sich in Österreich durchsetzen wird", erklärte Leitner im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Presse". Klar sei nur: Eines Tages werde das Onlinegeschäft für Österreichs Supermärkte unumgänglich.

USA als Vorreiter

Aus den USA nahm Leitner mit, dass das Onlinegeschäft das Unberechenbarste sei, das seiner Branche bevorstehe. Walmart zum Beispiel suchte im Kampf mit Amazon, das die Kette Wholefoods gekauft und ihm bereits bei Non-food einen Teil des Geschäfts abgegraben hatte, seine Stärke und fand sie laut Bericht in der eigenen Omnipräsenz. 75 Prozent der Amerikaner lebten maximal 15 Meilen entfernt von einem Walmart. Also begann der US-Händler, einen kostenlosen "Click & Collect"-Dienst anzubieten.

Mittlerweile funktionierten in den USA 50 Prozent des Lebensmittel-Onlinehandels so. "Sie haben den Markt revolutioniert und so viele Kunden dazugewonnen, dass es sich mittlerweile finanziert. Hätten wir das vor drei Jahren angenommen?", fragt Leitner. "Nein."

Hoher Investitionsbedarf in Österreich

Allerdings: Das Gebot der Frische macht den Online-Lebensmittelhandel schwierig. "Das Volumen ist in Österreich momentan nicht da, dass sich die Investition derzeit auszahlt", attestiert Leitner. Vorerst werde Hofer also weiter nur sperrige Geräte, aber kein Essen nach Hause liefern. Das stehe in Kontrast zum Vorgehen von Konkurrenten wie Rewe, der betone, lieber ein paar Jahre Verlust mit dem Onlineshop zu schreiben als zu spät einzusteigen.

Um die Frische der Produkte noch besser gewährleisten zu können soll auch das Filialnetz erweitert werden. Niemand könne sagen, wie der Lebensmitteleinzelhandel vor dem Hintergrund der Digitalisierung in 20 Jahren aussehen werde. Der Hofer-Chef glaubt jedoch nicht, dass bald nur mehr online bestellt werde, weil eben - etwa bei Obst - immer die Frische der Produkte im Vordergrund stehe.

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