Nike enttäuscht Börsianer trotz Gewinnsprungs

Nike enttäuscht Börsianer trotz Gewinnsprungs

Der Umsatz im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bleibt unter den Erwartungen. Der starke Dollar bremst Nike und hinterlässt Spuren in der Bilanz.

Beaverton/USA Der größte US-Sportartikelhersteller Nike hat Umsatz und Gewinn im letzten Geschäftsquartal deutlich gesteigert - Anleger reagierten dennoch verhalten. In den drei Monaten bis Ende Februar kletterte der Überschuss verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreswert um 20 Prozent auf 950 Millionen Dollar (847 Mio Euro), wie der Adidas-Konkurrent am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Erlöse kletterten um acht Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar. Konzernchef Mark Parker sprach von "robustem" Wachstum. Während der Gewinn die Erwartungen der Analysten übertraf, fiel der Umsatz etwas schwächer als angenommen aus. Am Markt kamen die Zahlen nicht gut an: Die Nike-Aktie fiel nachbörslich zunächst um über drei Prozent.

Experten hatten im Schnitt knapp 200 Mio. Dollar mehr Umsatz vorausgesagt, als Nike am Ende des Quartals tatsächlich in den Büchern hatte. Das lag auch daran, dass mit jedem Paar Schuhe, dass in Schwellenländern wie etwa Brasilien oder Vietnam verkauft wurde, wegen des starken Dollar am Ende weniger Geld als im Vorjahr in der Konzernkasse blieb.

So sanken die Erlöse in diesen Ländern im dritten Geschäftsquartal um 8 Prozent auf 879 Mio. Dollar, unter Herausrechnung des Währungseffekts hätte es hingegen ein Plus von elf Prozent gegeben. Auf seinem wichtigsten Markt Nordamerika konnte Nike indes ebenso kräftig zulegen wie in China, das bei dem Konzern nicht unter die Schwellenländer fällt.

Zudem enttäuschte Nike mit seiner Umsatz-Prognose für das im Juni beginnende Geschäftsjahr. Die Aktie verlor nachbörslich rund sechs Prozent.

Starker Dollar drückt auf die Bilanz

Die Bilanz leidet weiter unter dem starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung verringert. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz um 14 Prozent gewachsen. Während die Hausmarke Nike ein Plus von neun Prozent verbuchte, gingen die Converse-Erlöse in gleicher Größenordnung zurück.

"Die Erwartungen an Nikes Ergebnisse waren sehr hoch", sagte der Branchenanalyst Brian Yarbrough. Damit dürfte nach der Verfehlung der Prognosen aber jetzt erst einmal Schluss sein, fügte er hinzu.

Auch das Plus beim Auftragseingang für Nordamerika für die kommenden Monate war weniger stark als gedacht, was auf eine Verlangsamung des Wachstums auf Nikes größtem Markt hindeutet. Das in Aussicht gestellte Umsatzwachstum im "hohen einstelligen Prozentbereich" für das Gesamtjahr 2016/17 blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Für die Analysten war es damit am Ende nicht mehr maßgeblich, dass Nike im Quartal seinen Gewinn im Quartal um 20 Prozent auf 950 Mio. Dollar und damit deutlicher als vorhergesagt steigern konnte.

Adidas hatte Anfang März mitgeteilt, 2016 bei Umsatz und Gewinn jeweils um zehn bis zwölf Prozent zulegen zu wollen.

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