Lockdown: Handel beklagt massive Verluste

Der vierte Corona-Lockwdown trifft den heimischen stationären Handel schwer. Der geschätzte Umsatzverlust liegt bei rund 140 Millionen Euro täglich.

Lockdown: Handel beklagt massive Verluste

Der neue, mittlerweile vierte Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie trifft die heimische Wirtschaft schwer. Zu den besonders Leidtragenden gehört der stationäre Handel. Diesem entgeht, so Handelsexperte Ernst Gittenberger von der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) täglich ein Umsatz von rund 140 Millionen Euro.

Generell hat der Lokdown den Handel auf dem falschen Fuß erwischt. In den Geschäften stapelt sich die Weihnachtsware, die nun abermals zur Abverkaufsware zu werden droht, zumal der Lockdown im Jahr 2021 für den Handel noch ungünstiger fällt als im Vorjahr, da zahlreiche starke Einkaufstage wegfallen. Gittenberger rechnet deshalb mit noch höheren Umsatzverlusten als in vergangen Lockdowns. Profitieren werde davon vor allem der Online-Handel: "Wir wissen aus unseren Studien, dass ungefähr 6 von 10 Euro der Online-Ausgaben ins Ausland fließen, zu Amazon und Co".

Kaum Lehren aus dem Jahr 2020

Nur wenige Vertreter des Handels haben aus den bisherigen Schließungen gelernt und bieten den Kunden nun Abhol-Services für entweder telefonisch oder online bestellte Waren an (Call & Collect oder Click & Collect). Laut Handelsverband gibt es solche Angebote bislang nur von rund fünf bis zehn Prozent der Händler angeboten. Vielfach würden die technischen Möglichkeiten fehlen. Berechnungen der JKU Linz wurden derartige Angebote allerdings schon von rund einem Fünftel der Kunden genutzt.

Unterdessen forderte die Gewerkschaft GPA kürzere Öffnungszeiten in den Bereichen des Handels, die geöffnet sein dürfen - etwa Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Trafiken und Tankstellen. Wie schon in vorangegangenen Lockdowns sollen Geschäfte auch jetzt wieder um 19 Uhr schließen. Grund dafür sei unter anderem die Sicherheit der Handelsangestellten: "Vor allem weibliche Handelsangestellte wollen nicht im Dunkeln durch menschenleere Gassen nach Hause gehen", so Gewerkschaftsvorsitzende Barbara Teiber.

Der Handelsverband stelt sich jedoch gegen kürzere Öffnungszeiten. Dem Lebensmittelhandel sei es ein großes Anliegen, dass die Konsumenten auch während des Lockdowns "möglichst stressfrei" nach der Arbeit einkaufen gehen können. Vielen Menschen sei es werktags nicht möglich, vor 19 Uhr Lebensmittel zu besorgen. Die Beibehaltung der gewohnten Öffnungszeiten erleichtere auch die "Entzerrung der Kundenströme".

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