Inflation im April auf niedrigstem Wert seit Oktober 2009

Inflation im April auf niedrigstem Wert seit Oktober 2009

Nach Angaben der Statistik Austria sind die Verbraucherpreise im April gegenüber dem Vorjahresmonat um nur 0,5 Prozent gestiegen.

Wien. Seit Jahren haben die heimischen Verbraucher keinen so niedrigen Anstieg der Verbraucherpreise gesehen wie heuer im April. Die Inflation (VPI) erhöhte sich im Jahresabstand um nur 0,5 Prozent, wie die Statistik Austria heute, Mittwoch, bekanntgab. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009 (plus 0,2 Prozent).

Die Verbraucherpreise sind im April nur leicht gestiegen. Der Verbraucherpreisindex (VPI) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat im Durchschnitt um 0,5 Prozent (März: plus 0,7 Prozent), wie die Statistik Austria heute, Mittwoch, bekanntgab. Das war den Angaben zufolge der niedrigste Wert seit Oktober 2009 (plus 0,2 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat März blieb die Inflationsrate stabil.

Einzelne Ausgabenposten der Österreicher veränderten sich indes spürbar - allen voran die Wohnungsmieten. Dieser große Brocken im Haushaltsbudget vieler Verbraucher verteuerte sich - über alle Wohnungskategorien gerechnet - im Jahresabstand um 2,7 Prozent. Die Betriebskosten für eine Mietwohnung stiegen im Schnitt um 2,1 Prozent, die Preise für Instandhaltung und Reparatur um 0,9 Prozent.

Haushaltsenergie wiederum wurde im Schnitt um 3,3 Prozent billiger. So sanken die Preise für "Heizöl extra leicht" (bei Großabnahme) um 24,2 Prozent. Fernwärme kostete um 0,8 Prozent und Gas um 0,2 Prozent weniger. Strom hingegen verteuerte sich um 1,1 Prozent.

In der gesamten Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" erhöhten sich die Preise den Angaben der Statistikern zufolge im Schnitt um nur 0,3 Prozent.

Stark preisdämpfend wirkten im April Treibstoffe, die im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,5 Prozent billiger wurden - Diesel kostete um 14,8 Prozent weniger, Superbenzin um 12 Prozent.

Überdurchschnittlich zugelegt haben die Preise für Gesundheitspflege (plus 2,7 Prozent), Versicherungsdienstleistungen (plus 1,8 Prozent), aber auch für Nahrungsmittel (plus 0,8 Prozent) und alkoholfreie Getränke (plus 1,2 Prozent). Obst verteuerte sich um 5,7 Prozent, Gemüse um 3 Prozent und Fleisch um 0,7 Prozent. Für Brot und Getreideerzeugnisse waren um 0,8 Prozent mehr zu bezahlen. Billiger wurden dafür Milch, Käse und Eier (minus 1,9 Prozent). Zigaretten kosteten um 2,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Der tägliche Einkauf ("Mikrowarenkorb"), der in der vorliegenden Statistik vor allem Nahrungsmittel umfasst, verteuerte sich im Jahresabstand um 1,4 Prozent (März: plus 1,3 Prozent). Der wöchentliche Einkauf ("Miniwarenkorb") hingegen, zu dem neben Lebensmitteln auch Dienstleistungen und Treibstoffe zählen, verbilligte sich um 1,8 Prozent (März: minus 2,2 Prozent).

Ein großer Preistreiber waren im April auch Restaurants und Hotels, die sich gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 3,3 Prozent verteuerten. Die Preise für Bewirtungsdienstleistungen legten um 3,4 Prozent zu, jene für Beherbergungsdienstleistungen um 2,3 Prozent. Flugpauschalreisen waren heuer im April um 6,4 Prozent teurer als im Vorjahr. Städteflüge hingegen waren um 10,6 Prozent günstiger zu haben.

Der für Europavergleiche errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs stieg binnen Jahresfrist um 0,6 Prozent. Der Unterschied zum VPI von 0,1 Prozentpunkten beruht laut Statistik Austria auf Gewichtungsunterschieden.

Der für Europavergleiche errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs stieg binnen Jahresfrist um 0,6 Prozent. Der Unterschied zum VPI von 0,1 Prozentpunkten beruht laut Statistik Austria auf Gewichtungsunterschieden.

Österreich: Nummer 5 in Europa

In der EU ist es im April zu einem Preisverfall gekommen. Die jährliche Inflationsrate lag bei -0,2 Prozent, nach 0,0 Prozent im April 2015. Im Vormonat März betrug sie 0,0 Prozent. In der Eurozone machte die Teuerung im April 2016 ebenfalls -0,2 Prozent aus. Österreich hatte mit 0,6 Prozent die fünfthöchste Inflationsrate in der EU, geht aus Eurostat-Daten von Mittwoch hervor.

Die höchsten jährlichen Teuerungsraten gab es in Belgien (1,5 Prozent), Schweden (1,0 Prozent) sowie Malta und Litauen (je 0,8 Prozent). Die niedrigsten Raten wurden in Rumänien (-2,6 Prozent), Bulgarien (-2,5 Prozent) und Zypern (-2,1 Prozent) gemessen. Insgesamt hatten im April 17 EU-Mitgliedsstaaten negative jährliche Inflationsraten.

Restaurant- und Cafebesuche, Mieten sowie Tabak wirkten sich im Euroraum preistreibend aus. Stark dämpfende Effekte hatte der Posten Energie, der sich im April im Schnitt um 8,7 Prozent verbilligte.

XXXLutz Unternehmenssprecher Thomas Saliger

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