Chinesische Touristen: Gekommen, um zu shoppen

Chinesische Touristen: Gekommen, um zu shoppen

Je luxuriöser, desto besser: Für Chinesische Touristen werden Europa-Reisen zu Einkaufstouren.

Fotografieren, shoppen, weiterfahren: Der stark zunehmende Shopping-Tourismus, besonders aus China, lässt in Österreich die Kassen klingeln.

Europa im Schnelldurchgang: Sieben Länder in 14 Tagen, im Reisebus zu den historischen Weltkulturerbe-Stätten und zu den Top-Einkaufstempeln des Kontinents.

In Österreich gibt es wohl kaum jemand, der ein solches Angebot attraktiv finden würde. Ganz im Gegenteil zu China, woher eine immer größere Zahl von Touristen nach Europa kommt. Dem letzten vorliegenden Tourismusbericht des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus zufolge ist die Zahl der Reisenden aus dem Reich der Mitte in Österreich zuletzt um 25 Prozent gestiegen.

Der Reisebus spielt bei den Touristen aus China eine ebenso große Rolle wie die kurzen Foto-Stopps an den Top-Sehenswürdigkeiten und die dafür umso großzügiger bemessenen Halten an den Shopping-Tempeln des Kontinents.

Einkaufen als Ziel

Die Galerie La Fayette in Paris, La Rinascente in Mailand, Harrods und Selfridges in London und in Österreich das Outlet-Center in Parndorf, die Swarowski-Kristallwelt in Wattens, das Stadtkaufhaus Steffl und bald auch das KaDeWe an der Mariahilfer Straße, das 2023 am Standort des heutigen Möbelhauses Leiner eröffnet werden soll, sind dabei Fixpunkte für die ausnehmend Shopping-freudige Klientel aus China.

„Chinesen ticken anders als Europäer. Bei ihren Reisen nach Europa ist das Shoppen ein wichtiger Fixpunkt. Sie verbringen bis zu 80 Prozent ihrer Zeit mit Shoppen“, weiß Jiri Macas, Österreich-Chef des auf das Tax-Free-Shopping für außereuropäische Touristen spezialisierten Unternehmens Global Blue.

Und die Chinesen sind dabei auch extrem kauflustige Touristen-Gruppe. 41 Prozent der gesamten Einkäufe von Nicht-EU-Bürgern gehen auf das Konto von Reisenden aus China. Während ihres kurzen, oft nur zwei Tage dauernden Aufenthalts in Österreich geben chinesische Touristen durchschnittlich 620 Euro beim Shoppen aus.

„Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist das Group Shopping. Die Touristen werden zu einer Sehenswürdigkeit gebracht, wo kurz für ein Foto Halt gemacht wird, und danach geht es weiter in ein Kaufhaus oder in ein Outlet-Center zum gemeinsamen Shopping“, sagt Macas, dessen Unternehmen stark von den Reisenden aus China profitiert.

Instant Cash back

Global Blue hat sich als eines der Unternehmen positioniert, das Touristen gegen eine Kommission dabei hilft, einfach und schnell die Mehrwertsteuer von eingekauften Produkten zurückzubekommen. Der Vorgang ist dabei denkbar einfach: Die Reisenden lassen an der Kassa an ihren Smartphones einen Barcode scannen. Die dafür notwendige App ist im Kassensystem des Händlers integriert und liefert prompt ein Tax-Free-Formular, das die Touristen bei der Ausreise am Flughafen nur noch abgeben müssen, um prompt die Mehrwertsteuer zurückerstattet zu bekommen. In Cash oder bargeldlos via AliPay oder WeChatPay.

Voraussetzung dafür dass Touristen eine Steuerrückerstattung beantragen können ist, dass sie in Österreich an einem Tag in einem Geschäft um einen Betrag von mindestens 75 Euro eingekauft haben. Was – wie Macas sagt – vergleichsweise viel ist: „In anderen Ländern liegt die Grenze bei 20 oder 40 Euro. In Spanien gibt es seit dem letzten Jahr gar keine Mindestsumme mehr, was einen sehr positiven Effekt auf das Touristen-Shopping hatte. In Deutschland gibt es auch keinen Mindestbetrag mehr.“

Hier gäbe es für Österreich eine Chance, nachzuziehen. „Davon könnten kleinere Geschäfte profitieren, die derzeit kaum Tax-Free-Shopping anbieten können, weil die 75-Euro-Grenze zu hoch ist“, sagt Macas.

Mode, Uhren, Juwelen

Gekauft wird dafür nahezu alles, was gut und teuer – und vor allem „Made in Europe“ ist. Über die Hälfte der Ausgaben entfallen dabei auf Mode und Bekleidung, knapp ein Drittel auf Uhren und Juwelen. In jedem Fall europäische und lokale Qualitätsprodukte und Marken mit internationaler Bekanntheit, weshalb Macas auch mit hochrangigen Tourismus-Vertretern in Österreich in Kontakt ist, um gemeinsam Initiativen im Shopping-Tourismus zu setzen, österreichische Marken entsprechend zu inszenieren.

Fritz Lechner, Country Manager von Planet Payment – einem der Mitbewerber von Global Blue: „Wir sind erst am Beginn eines immer weiter wachsenden Trends. Chinesische Touristen werden morgen noch zahlreicher reisen und ihre Kaufkraft wird noch höher sein. Wir beobachten eine Zunahme der Ankünfte und Ausgaben von chinesischen Millennials. Sie sind technologieaffiner, vernetzter und unabhängiger, besonders anspruchsvoll und geben im Schnitt mehr aus.“

Wichtiger wäre in dem Zusammenhang noch, es den Kunden zu ermöglichen, via Smartphone zu bezahlen. AliPay und WeChatPay gehören für die zahlungskräftigen Reisenden aus China, Korea, Taiwan oder Hong Kong zu den bevorzugten Anbietern. Macas: „Im Tax-Free-Shopping zeigt sich ganz klar der zum Digital Payment. Alles muss bequem sein, alles einfach und vom Smartphone aus zu erledigen sein.



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