Amazon Prime Angebote: Handelsverband mahnt zur Vorsicht

Amazon Prime Angebote: Handelsverband mahnt zur Vorsicht

Der Handelsverband hat anlässlich des Amazon Prime Day die Angebote des Online-Giganten unter die Lupe genommen. Sonderangebote werden infrage gestellt, Konsumenten wird zur Vorsicht geraten und empfohlen, die Preise der Angebote genau zu vergleichen.

Der Internetriese Amazon ist der größte Konkurrent des österreichischen Handels, Österreich für den US-Konzern quasi schon ein Heimspiel. "In Österreich gehen wir davon aus, dass knapp die Hälfte der Haushalte bereits über ein Amazon Prime Abo verfügen. Diese Prime-Kunden sind für den restlichen Handel, und damit für die heimische Wertschöpfung, weitgehend verloren, da sie fast nur noch bei Amazon einkaufen", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will anlässlich des "Amazon Prime Day".

Der 15. und 16. Juli 2019 stehen bei Amazon weltweit ganz im Zeichen der "Prime-Kunden" - jenen, bereit sind, jährlich 69 Euro oder pro Monat einen Mitgliedsbeitrag von 7,99 Euro zu entrichten, um in den Vorteilsclub des Handelsgiganten aufgenommen zu werden: An diesen "Prime Day" genannten Tagen gibt es für sie spezielle Angebote mit Rabatten bis zu 40 Prozent.

Preisvergleiche angeraten

Manche der Angebote lassen allerdings bei Verbraucherschützern und dem Handelsverband die Alarmglocken läuten. "Natürlich können die Rabattaktionen beim Prime Day tatsächliche Ersparnisse bringen. Allerdings versucht Amazon mit vielen Methoden, etwa künstlich erzeugter Knappheit durch Countdowns, seine Kunden innerhalb dieser zwei Tage zum Kaufabschluss zu bringen", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Blitzangebote setzen nach Einschätzung des Handelsverbands die Konsumenten unter Druck.

Darüber hinaus sind viele der beworbenen Rabatte der Einschätzung des Handelsverbands zufolge in der Realität weit weniger großzügig, als suggeriert wird. Die Sonderpreise werden gerne mit unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller vergleichen und nicht mit aktuellen Marktpreisen. "Wir empfehlen den Konsumenten daher vor jedem Kauf, den Preis des gewünschten Produktes auf Preisvergleichsplattformen oder anderen Webshops zu vergleichen", sagt Will.

Warnung vor Alexa

Mit dem Erfolg des sprachgesteuerten Einkaufs-Assistenten Alexa sieht der Handelsverband das Problem weiter verschärft. In Österreich stehe Voice Commerce zwar noch am Anfang, das Wachstum verlaufe allerdings exponentiell. Geschätzte 450.000 Österreicher nutzen bereits internetbasierte persönliche Assistenten wie Amazon Echo oder Google Home - mehr als doppelt so viele wie noch im Vorjahr. Mehr als 30.000 Österreicher haben bereits via Alexa & Co. Produkte gekauft. Die Zahl der Voice-Shopper hat sich damit seit 2018 ebenfalls verdoppelt.

Testbestellungen des Handelsverbandes hätten allerdings gezeigt, dass die Konsumentenschutzbestimmungen bei Bestellungen via Alexa nicht eingehalten werden, weil das Gerät die deutsche Mehrwertsteuer angibt, aber die um ein Prozent höhere österreichische Mehrwertsteuer verrechnet. "Dieses Vorgehen widerspricht klar der geltenden Rechtslage", betont der Handelsverband.

Hinzu komme die Datenproblematik. "Alexa ist wie eine Wanze im Haus, die jedes Wort mithört. Gerade aus datenschutzrechtlicher Perspektive ist die zunehmende Verbreitung der permanent lauschenden Smart Speaker in den heimischen Wohnzimmern problematisch. Umso wichtiger wäre eine rasche Umsetzung des vom Handelsverband geforderten ‚New Digital Deal‘, um auch im Online-Handel ein Fair Play sicherzustellen", betont Will.

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