Amazon bläst zur Attacke gegen die Modebranche

Amazon bläst zur Attacke gegen die Modebranche

Amazon macht nun Ernst mit Mode und will die Branche nun endgültig selbst aufmischen.

Der US-Online-Händler plant den großen Einstieg ins Modegeschäft. Amazon will künftig als Sponsor von Modeveranstaltungen auftreten, einen Modesendungen produzieren und unter eigenen Labels komplette Modekollektionen auf den Markt bringen. Auch in Europa.

New York/Seattle Der US-Online-Riese Amazon setzt zum Angriff auf die Modebranche an. Seit einigen Monaten positioniert sich der Konzern im Pret-a-Porter-Geschäft und entwickelt sich zu einer Gefahr für die etablierten großen Spieler des Geschäfts mit der Kleidung.

Nach der Revolutionierung des Online-Handels und seinem Einstieg in das Streaming-Geschäft deutet vieles darauf hin, dass der Gigant aus Seattle sich nun die Modebranche vorknöpft. Wie ernst es Amazon meint, zeigen mehrere Entwicklungen und Projekte. So strahlt der Konzern seit Anfang März seine erste Live-Sendung überhaupt aus. Die 30-minütige Sendung "Style Code Live" wird täglich frei zugänglich im Netz gezeigt und dreht sich mit drei in den USA bekannten Moderatoren rund um das Thema Mode.

Darüber hinaus hat Amazon die Produktion und die Ausstrahlung von "The Fashion Fund" übernommen, einer Sendung, in der junge Modemacher mit ihren Kollektionen gegeneinander antreten. Die Serie wird von der amerikanischen Mode-Gewerkschaft CFDA unterstützt, die auch die Fashion Week in New York organisiert. Zudem sponsert Amazon als wichtigster Partner die noch ganz junge Männer-Modewoche in New York.

Die Amazon-Labels

Doch Amazon ist viel mehr als nur Werbe-Plattform für Mode. Seit über zehn Jahren vertreibt der Konzern schon Textilien und Schuhe - und drängt mit eigenen Marken in den Markt. Bei der zuständigen Stelle in der EU für geistiges Eigentum meldete Amazon in den vergangenen Monaten gleich mehrere Markennamen an. Sie lauten etwa Lark & Ro, North Eleven oder Franklin Tailored. In den USA hat der Konzern bereits mehrere Modemarken aufgebaut.

Ganz neu sind die Strickmuster Amazons im Modegeschäft nicht. Schon im Jahr 2013 hat der Online-Händler seine Modeambitionen angekündigt.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP wollte sich Amazon nicht zu eigenen Modelinien äußern. Eine Sprecherin sagte, der Konzern sei noch nicht so weit, Auskünfte über seine weltweite Strategie in Sachen Mode bekannt zu geben.

Beobachter sind sich aber schon jetzt recht sicher: "Mode wird bei Amazon zur Priorität", heißt es in einer Mitteilung der Analysten von KeyBanc Capital Markets. Die Analysten der US-Bank Cowen sehen den Konzern in den USA als künftigen Marktführer - noch vor Handelsriesen wie Wal-Mart oder Macy's. Sie schätzen, dass der Online-Händler mit Textilien 2017 rund 27 Milliarden Dollar (23,62 Mrd. Euro) umsetzen könnte. Drei Jahre später sollen es schon 52 Milliarden Dollar sein. Beide Schätzungen beziehen sich alleine auf die USA.

Auch in Deutschland baut Amazon sein Geschäft mit der Mode offenbar aus. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sucht der Konzern derzeit nach "außerordentlich talentierten" Managern, deren Aufgabe es sei, "die weltgrößte Mode-Einkaufs-Erlebniswelt aufzubauen". Diese Modewelt soll demnach "online und off" entstehen.

Das Wörtchen "off" würde bedeuten, dass Amazon auch reale Modegeschäfte öffnen könnte. Ende des vergangenen Jahres eröffnete Amazon in Seattle seine erste Buchhandlung - ganz abwegig dürften Modegeschäfte also nicht sein.

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