Online meets Offline: Adidas kooperiert mit Zalando

Die meisten Menschen sind zwar permanent online und kaufen dort auch ein - allerdings sind über 80 Prozent der Modeprodukte im Web gar nicht erhältlich. Zalando möchte diese Lücke schließen, als Partner ist nun Adidas an Bord. Später könnten auch kleine österreichische Boutiquen in das System einsteigen.

Online meets Offline: Adidas kooperiert mit Zalando

Zalando, geboren in der reinen Online-Welt, bemüht sich zunehmend darum, auch in der Offline-Welt Fuß zu fassen. Das wird unter anderem deutlich durch eine neue Kooperation, die heute präsentiert wird und von der trend.at vorab als einziges Medium in Österreich exklusiv erfuhr: Über Zalandos App ZipCart können Kunden in Berlin nun Produkte bestellen, die im Adidas Performance Store in der Beliner Tauentzienstraße lagernd sind. Die Produkte werden noch am gleichen Tag bis 21 Uhr geliefert, wenn der Kunde vor 15 Uhr bestellt. Zalando kassiert für die Weiterleitung des zahlenden Kunden von Adidas eine Vermittlungsprovision.

Integrated Commerce: Online trifft offline

Dahinter steckt die Überlegung, dass zwar die meisten Menschen heute permanent online sind und dort auch einkaufen, allerdings über 80 Prozent der Modeprodukte online überhaupt nicht zu finden sind - durch Kooperationen wie jene mit Adidas soll diese Lücke geschlossen werden. "Integrated Commerce" wird dieses Konzept bei Zalando genannt. "Wir möchten Kunden Zugang zu jedem Modeartikel bieten, egal, wo er sich befindet, und stationäre Händler mit digitalen Kunden vernetzen," sagt dazu David Schneider, Mitgründer und CEO von Zalando: Das Projekt zeige, wie Offline und Online in Zukunft immer enger zusammenwachsen.

Hinzu kommt, dass die Logistikkette vereinfacht wird: Von einem lokalen Geschäft in Berlin aus können dortige Kunden rascher beliefert werden als von einem der drei Logistikzentren, die das Online-Unternehmen in Mönchengladbach, Erfurt und Brieselang nahe Berlin betreibt.

Zalandos Konzept von "Integrated Commerce".

„Das Pilotprojekt mit Zalando ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein in der Digitalisierung der Adidas Gruppe", sagt Harm Ohlmeyer, SVP Adidas Digital Brand Commerce, in einem schriftlichen Statement: "Wir wollen unseren Kunden, unabhängig von Ort und Zeit, das beste Markenerlebnis bieten. Sie wollen das aktuellste und neueste Produkt – und zwar sofort. Wir können diesem Wunsch gerecht werden, indem wir ihnen die Produkte direkt aus unseren Geschäften liefern." Bei Adidas sei man gespannt, inwiefern man die Erfahrungen auch in anderen Geschäftsbereichen anwenden könne.

Auch kleine Boutiquen sollen ins Boot geholt werden

Der erste Schritt ist mit dieser Kooperation zwar schon getan, allerdings gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. So ist es etwa noch nicht möglich, die bestellte Ware selbst im Geschäft abzuholen - bei anderen Händlern, etwa dem österreichischen Elektrohändler Cyberport, ist das schon längst Usus. An der Selbstabholer-Option wird aber gearbeitet, heißt es aus der Zalando-Pressestelle.

Auch gehört es zur Vision von Zalando, dass eine große Bandbreite an Händlern über die App angesteuert wird - vom Adidas-Konzern bis zur kleinen Boutique. Sollte die Kooperation mit dem großen Sportartikel-Hersteller gelingen, dann wird auch der Eintritt in andere Märkte evaluiert: Unter anderem nach Österreich, wo auch kleine Boutiquen aus den Wiener Hipster-Bezirken ihre Produkte über Zalandos Netzwerk verkaufen könnten - ohne dass sie eine eigene Ecommerce-Infrastruktur aufbauen müssen.

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