Zika-Virus: Sanofi forscht an Impfstoff

Zika-Virus: Sanofi forscht an Impfstoff

Der Pharmakonzern Sanofi forscht an einem Impfstoff gegen den Zika-Virus. Dabei sollen Lehren aus den Erfahrungen mit Gelbfieber und Denguefieber gezogen werden.

Als einer der ersten großen Pharmakonzerne hat Sanofi ein Projekt zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Zika-Virus gestartet. Der Sparte Sanofi Pasteur baue dabei auf ihre bei anderen Impfstoffen gesammelte Erfahrung gegen ähnliche Virus-Arten wie etwa Gelbfieber und Denguefieber, teilte das französische Unternehmen am Dienstag mit.

Am Abend zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, weil sich der durch Mücken übertragene Krankheitserreger vor allem in Süd- und Mittelamerika rasant ausbreitet. In Brasilien werden Tausende Missbildungen bei Neugeborenen mit Zika in Verbindung gebracht. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

Lernen aus dem Denguefieber

Sanofi hofft, Erkenntnisse aus dem erst vor kurzem zugelassenen Impfstoff gegen Denguefieber übertragen zu können. Bis jetzt haben lediglich kleinere Biotech-Firmen und Forschungseinrichtungen konkrete Pläne zur Entwicklung eines Impfschutzes gegen das vor allem für Schwangere als gefährlich geltende Virus. Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline kündigte an, ein entsprechendes Projekt zu prüfen. Das Internationale Rote Kreuz will die Erkrankungswelle langfristig bekämpfen.

Typische Symptome einer Zika-Infektion sind leichtes Fieber und ein Hautausschlag, ähnlich wie bei dem Dengue-Virus. Die Mehrheit der Betroffenen zeigt gar keine Symptome. Allerdings wird Zika bei Neugeborenen für schwere Missbildungen verantwortlich gemacht. Aus Brasilien wurden inzwischen rund 4.000 mutmaßliche Fälle der sogenannten Mikrozephalie gemeldet.

Brutstätten für Moskitos eindämmen

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hält die Bekämpfung des Zika-Virus mit einem langfristigen Plan für nötig. "Statt allein auf die einzelnen Ausbrüche zu reagieren, muss in ein langfristiges integriertes Programm investiert werden", sagte der IFRC-Direktor für Nord- und Südamerika, Walter Cotte, am Dienstag in Genf. Die Bevölkerung müsse mehr über die Gefahren lernen, die sanitären Verhältnisse müssten verbessert, die Brutstätten für die das Virus übertragenden Moskitos eingedämmt werden.

Das IFRC startete einen Hilfsaufruf über 2,3 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro). Das Geld soll die Rot-Kreuz-Organisationen in den betroffenen Ländern im Kampf gegen Zika unterstützen.

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