WHO warnt vor Zika-Ausbreitung in Europa

WHO warnt vor Zika-Ausbreitung in Europa

Das Zika-Virus wird von den Aedes Aegypti-Moskitos übertragen.

Gegen das in Südamerika grassierende Zika-Virus gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deswegen bereits den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Jetzt warnt die WHO auch vor einer Ausbreitung in Europa in den warmen Sommermonaten.

Die WHO ruft europäische Staaten zu Schutzmaßnahmen auf. "Jetzt ist für die Länder die Zeit sich vorzubereiten, um das Risiko für ihre Bevölkerung zu reduzierten", sagt WHO-Europachefin, Zsuzsanna Jakab. In jedem europäischen Land, in dem Mücken der Gattung Aedes vorkämen, bestehe im Frühjahr und Sommer das Risiko einer Verbreitung des für schwere Missbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemachten Virus. Die UN-Behörde zeigte sich besorgt über die Möglichkeit der Übertragung durch des Virus durch Geschlechtsverkehr.

In den USA geht der erste nun bekannt gewordene Fall einer Ansteckung mit dem Zika-Virus den Behörden zufolge wahrscheinlich auf eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr zurück. Die Erkrankung sei nicht durch einen Mückenstich ausgelöst worden, erklärte das Gesundheitsamt für die Region Dallas in Texas. Die infizierte Person habe Sex mit jemandem gehabt, der nach Venezuela gereist sei, sich aber selbst nicht in dem südamerikanischen Land aufgehalten. Dies sei erst der zweite bekannte Fall, bei dem das Virus von Mensch zu Mensch übertragen worden sein könnte.

Virus vor allem für Schwangere gefährlich

Zika gilt als Verwandter des weit verbreiteten Dengue-Fiebers. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. 80 Prozent der Infizierten haben überhaupt keine Symptome. Das Virus gilt vor allem für Schwangere als gefährlich. Tausende Missbildungen bei Neugeborenen werden in Brasilien mit Zika in Verbindung gebracht. Dabei werden Kinder mit einem viel zu kleinen Kopf geboren, was meist eine geistige Behinderung zur Folge hat. Gegen Zika gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung. Um den Kampf zu forcieren, hat die WHO inzwischen den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge werden Zika-Viren vor allem durch die in den Tropen und Teilen der Subtropen verbreiteten Gelbfiebermücken übertragen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die weniger anspruchsvolle asiatische Tigermücke das Zika-Virus verbreiten kann. Diese Mücke kommt laut RKI auch vereinzelt in Süddeutschland vor und gehört wie die Gelbfiebermücken zur Gattung der Aedes-Moskitos. Experten halten die Gefahr für Deutschland durch das Zika-Virus aber für gering. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat in jüngster Zeit einzelne Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert. Da es bislang keine Meldepflicht für Zika-Erkrankungen gibt, sind genaue Zahlen in Deutschland nicht bekannt.

Im Auswärtigen Amt wollten nach Angaben einer Sprecherin am Mittwochnachmittag die betroffenen Ressorts der Bundesregierung über das Thema beraten. Bisher seien seit Herbst 2015 sechs Zika-Fälle in Deutschland festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Es sei aber mit einer steigenden Zahl zu rechnen, weil Ärzte nun gezielter nach Symptomen für diese Krankheit suchten. Eine Übertragung des Virus durch Geschlechtsverkehr werde in Einzelfällen als möglich angesehen.

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