Wettlauf um Corona-Impfstoff: Russland will Sieger sein

Russland will mit "Sputnik V" bereits einen Corona-Impfstoff entwickelt haben. Die WHO hat angesichts fehlender Testreihen Zweifel. Etliche weitere Präparate sind im fortgeschrittenen Teststadium. Biontech will mit Pfizer im Herbst einen Antrag auf Marktzulassung stellen.

Wettlauf um Corona-Impfstoff: Russland will Sieger sein

Der weltweite Wettlauf um die Entwicklung eines Corona-Impfstoff gleicht dem Wettlauf um die erste Mondlandung in den späten 1960er Jahren. Schenkt man den Aussagen des Kremls Glauben, dann ist er nun entschieden. Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Zulassung des ersten wirksamen Impfstoffs nun für sein Land reklamiert.

"Ich weiß, dass sie wirksam ist, dass sie dauerhafte Immunität gibt", erklärte Putin via Video. Auch eine seiner Töchter habe sich den Impfstoff injizieren lassen und abgesehen von einer leicht erhöhten Temperatur keine Nebenwirkungen gezeigt.

Die dritte und letzte Testphase für das "Sputnik V" genannte Serum startet noch vor Mitte August. Die industrielle Produktion soll demnach im September anlaufen. Aussagen der Projektfinanzierer zufolge gibt es bereits Vorbestellungen von 20 Ländern in einem Umfang von mehr als einer Milliarde Dosen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jedoch massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit der russischen Aussage. Russland hat sich bei der Herstellung des Präparats nicht an die festgelegten Richtlinien für die Produktion sicherer und wirksamer Medikamente gehalten und erforderliche Studienund Testreihen übersprungen. WHO-Sprecher Christian Lindmeier wies darauf hin, dass Russland bisher noch keine überprüfbaren Studien zu den Forschungsergebnissen veröffentlicht hat.

Biontech und Pfizer

Seriöser scheinen die Bemühungen des deutschen Biopharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partner Pfizer zu sein. Sie wollen im Oktober den Antrag auf Marktzulassung ihres Corona-Impfstoffkandidaten stellen.

Ende Juli haben die Unternehmen dafür die klinische Untersuchung der Phasen II und III mit 30.000 Teilnehmern gestartet, um die Wirksamkeit zu überprüfen und die geeignete Dosis zu bestimmen. Im Falle eines Erfolgs haben die Unternehmen bereits Verträge zur Lieferung von 250 Millionen Dosen des Impfstoffs mit mit Großbritannien, den USA, Japan und Kanada geschlossen, inklusive Option auf weitere 500 Millionen Dosen

Sechs weitere Kandidaten

Derzeit arbeiten weltweit Labore fieberhaft an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. Insgesamt sechs weitere Impfstoffe befinden sich bereits in der dritten und letzten Phase der klinischen Tests. Der neueste ist der mit dem Impfstoff CoronaVac des chinesischen Unternehmens Sinovac Biotech in Indonesien. Das Serum wird zudem bereits in Brasilien an 9.000 Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern getestet.

Brasilien, einer der globalen Corona-Brennpunkte, ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits. Das deutsche Biotech-Unternehmen CureVac will seinen Corona-Impfstoff ebenfalls in Brasilien testen. Im September oder Oktober soll die Testreihe anlaufen.

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