Weltkrebstag: Feind Nummer 1 - die Zigarette

Weltkrebstag: Feind Nummer 1 - die Zigarette

Am 4. Februar ist Weltkrebstag: Das Lungenkarzinom ist weltweit die Krebstodesursache Nummer 1. Am wichtigsten wäre die Raucherprävention. Das stellte die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie am Montag in einer Aussendung fest.

Laut Statistik Austria erkrankten im Jahr 2011 in Österreich 4.130 Personen an Lungenkrebs. Bei Männern ist es die zweithäufigste Krebserkrankung (nach dem Prostatakarzinom), bei den Frauen die dritthäufigste (nach Brustkrebs und Dickdarmkarzinom). Eine schnelle Änderung dieser Situation ist nicht zu erwarten. Geben moderne Krebstherapien - von der Chemotherapie über hoch spezialisierte personalisierte Therapien bis hin zu der in Entwicklung stehenden Immuntherapie - bei verschiedensten Krebsarten zunehmend Hoffnung, steht bei fortgeschrittenem Lungenkrebs noch immer keine Heilbarkeit in Aussicht.

Raucherprävention am effektivsten

"Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) sieht als wichtigste Maßnahme, um die Mortalität des Lungenkarzinoms einfach und nachhaltig zu reduzieren, die Raucherprävention", hieß es in der Aussendung. "Das große Problem beim Lungenkrebs ist, dass nach wie vor etwa 50 Prozent der Lungenkarzinome erst in einem unheilbaren Stadium diagnostiziert werden. Bis vor wenigen Jahren war bei einem entsprechend guten Allgemeinzustand eine Chemotherapie die Therapie der Wahl. Damit kann man in etwa 30 bis 40 Prozent die Tumorlast reduzieren und in weiteren 40 Prozent die Krankheit stabilisieren", stellte der Lungenkrebsexperte Klaus Kirchbacher, Oberarzt der 2. Medizinischen Abteilung mit Pneumologie, Wilhelminenspital Wien, fest. Trotz aller Verbesserungen im Bereich der Chemotherapie und der Begleittherapien seien ein Jahr nach der Diagnose nur mehr etwa 30 bis 40 Prozent der Erkrankten am Leben.

Meilenstein: Personalisierte Therapie

Um das Jahr 2010 begann die Ära der personalisierten Therapie. Zuerst gelang es, für das Tumorwachstum verantwortliche aktivierende Mutationen des EGF-Rezeptors zu blockieren, später wurden weitere Angriffspunkte (EML4-ALK Translokationen) identifiziert und entsprechend blockierende Therapien entwickelt. Im Vergleich zur Chemotherapie zeigte sich hier eine deutliche Überlegenheit hinsichtlich der Ansprechraten. Die Einschränkung laut Kirchbacher: "Für diese Therapien sind aber leider nur etwa 15 Prozent der Patienten mit einem fortgeschrittenen Lungenkarzinom geeignet, wobei es sich hier im überwiegenden Ausmaß um Patienten handelt, die nie geraucht haben." Die Immuntherapie steht erst am Anfang, eine Heilung kann sie aber bei fortgeschrittener Erkrankung auch nicht bewirken.

So bleibt laut Meinhard Kneussl, Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung mit Pneumologie am Wiener Wilhelminenspital die Prävention der wichtigste Faktor: "Die sinnvollste und effektivste Maßnahme, die Mortalität des Lungenkarzinoms einfach und nachhaltig zu reduzieren, wird aus unserer Sicht zu wenig forciert: die primäre Prävention im Sinne einer Reduktion des inhalativen Rauchens, denn etwa 80 Prozent der Lungenkarzinome sind darauf zurückzuführen!" Es sei auch nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören und das Risiko damit zu verringern.

Von einer neuen Erkenntnis in Sachen Dickdarmkrebs berichtete am Montag die MedUni Wien. In Zusammenarbeit mit Experten der University of Southern California (USA) hätte man Gen-Variationen identifiziert, die dann vorliegen dürften, wenn es zur Bildung von Hirnmetastasen kommt. Das ist der Fall bei ein bis zwei Prozent der Patienten mit einem Dickdarmkarzinom.

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