Österreichs Ärzte im Bildungs-Test

Österreichs Ärzte im Bildungs-Test

Bis 31. August müssen Österreichs Ärzte genügend Fortbildungen nachweisen.

Auch und gerade Mediziner müssen sich regelmäßig fortbilden. Bis 31. August müssen die Fortbildungsmaßnahmen nachgewiesen werden, sonst drohen berufsrechtliche Konsequenzen.

Österreichs Ärzte befinden sich in einer heiklen Phase, was ihre fachliche und gesundheitspolitische Reputation betrifft. Bis 31. August müssen rund 37.000 Ärzte ausreichende Fortbildungsmaßnahmen nachweisen. Die Daten gehen auch ans Gesundheitsministerium. Bei Nichterfüllung drohen mit 2017 berufsrechtliche Konsequenzen, hieß es am Dienstag bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado.

Kontrolle per elektronischem Suchlauf

"Ab 1. September starten wir den elektronischen Suchlauf. Bis 31. August müssen die etwa 37.000 Ärzte in Österreich, die zur selbstständigen Berufsausübung berechtigt sind, 150 Punkte im Rahmen unseres Diplomfortbildungsprogramms (DFP; Anm.) erworben haben", sagte Peter Niedermoser, oberösterreichischer Ärztekammerpräsident und Präsident der Österreichischen Akademie der Ärzte, welche das Fortbildungsprogramm organisiert.

Das bedeutet, dass die Österreichische Ärztekammer mit dem Stichtag erstmals verifiziert, welche Ärzte über ein aktuelles DFP-Diplom verfügen oder mindestens 150 DFP-Punkte auf ihrem elektronischen Fortbildungskonto gebucht haben, was den Erfordernissen innerhalb von drei Jahren entspricht. Die zweite Stufe der Angelegenheit: Die Österreichische Ärztekammer ist danach verpflichtet, dem Gesundheitsministerium einen Bericht über die dokumentierten Fortbildungsaktivitäten der österreichischen Ärzteschaft zu erstatten.

Interne Kontrolle auf dem Prüfstand

Damit wird die Sache von entscheidender Bedeutung für die gesamte Ärzteschaft in der österreichischen Gesundheitspolitik. Die österreichischen Patienten haben naturgemäß ein hohes Interesse daran, von Ärzten mit hohem Wissens- und Ausbildungsstand betreut zu werden. Das muss durch die Fortbildungsverpflichtung der Ärzte über die gesamte Berufslaufbahn dokumentiert aufrechterhalten werden. Die österreichische Ärzteschaft und ihre Standesvertretung haben bisher immer darauf bestanden, diesen wesentlichen Teil des Qualitätsmanagements innerhalb des eigenen Standes zu organisieren. Erfüllen zu wenige Ärzte ihre Fortbildungsverpflichtung, wäre das ein herber Rückschlag.

Niedermoser ist zuversichtlich: "Wir haben für jeden Arzt ein elektronisches Fortbildungskonto eröffnet. Auf diesen Konten sind bereits etwa 14,5 Millionen Fortbildungspunkte verzeichnet. Dividiert man diese Zahl durch die 37.000 zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Ärzte in Österreich, hätte jeder Arzt die notwendigen Punkte." Doch das wäre nur der Durchschnitt. Jeder einzelne Arzt hat den Erwerb der notwendigen Punkte über die Teilnahme an Konferenzen, Seminaren oder an E-Learning-Aktivitäten etc. für sich selbst nachzuweisen.

Forschung & Innovation

Krebsforscher Josef Penninger: "Durchbruch in der Behandlung"

Forschung & Innovation

Neue Impulse für Wiener Medizinforschung

Gesundheit, Medizin & Pharma

Millionenspritze für Zika-Impfstoff aus Wien

Gesundheit, Medizin & Pharma

Mehr Geld für "Gesundheitsförderung & Co." als angenommen