Länger leben: "Spermidin als Produkt weltweit bekannt machen"

Die Longevity Labs Manager Vedran Bijelac und Herbert Pock und der Molekularbiologe Tobias Eisenberg über das Nahrungsergänzungsmittel Spermidin als Beitrag zu einer höheren Lebenserwartung.

Länger leben: "Spermidin als Produkt weltweit bekannt machen"

Vedran Bijelac, CEO TLL International, Tobias Eisenberg (Uni Graz) und Herbert Pock, Managing Director TLL (v.l.)

trend: Der Traum vom ewigen Leben ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Ihr Unternehmen und Ihr Produkt profitieren davon?
Herbert Pock: Sagen wir so: Wir haben das Projekt vor fünf Jahren unter anderem deswegen gestartet, weil wir der Meinung sind, dass die Altersforschung eines der wichtigsten Forschungsgebiete der Menschheit an sich ist, weil die Ergebnisse wirklich Benefits bringen. Kein Wunder, dass der jüngste Nobelpreis auch auf diesem Gebiet vergeben wurde. Und deswegen betreiben wir auch klinische Forschung – übrigens als einziger Hersteller von Spermidin-Produkten.

Dem Inhaltsstoff wird regenerierende Wirkung gegen Zellalterung nachgesagt. Können Sie das aus Ihrer Forschung bestätigen?
Tobias Eisenberg: Wir haben genug Studien zur Wirkung von Spermidin in der präklinischen Forschung. Es ist nur eine wirklich große, große Herausforderung, die Ergebnisse auf Menschen zu übertragen. Die Epidemiologie könnte da ein Brückenschlag sein. Wir finden etwa eine Korrelation zwischen dem Spermidingehalt der Nahrung und höherer Lebenserwartung.


Wie konsequent jeden Tag ein halbes Kilo Brokkoli essen.

Wie ist das wissenschaftlich zu bewerten?
Eisenberg: Wissenschaftlich gesehen ist der Erkenntnisverlauf sehr schnell. Die präklinische Evidenz rechtfertigt weitere Studien. Seit der Corona-Pandemie sind etwa auch mögliche Zusammenhänge zwischen der Wirkung der Coronaimpfung und dem Spermidinlevel im Körper ein Thema. Impfstudien zeigen, dass die sogenannten Gedächtniszellen, die eine längere Immunität bewirken, bei hohem Spermidinlevel besser reagieren.

Wozu aber ein Nahrungsergänzungsmittel, fragen manche Kritiker. Spermidin kommt ja auch in Lebensmitteln vor und wird vom Körper natürlich produziert.
Pock: Das ist richtig. Nur: Wer ist schon so konsequent, jeden Tag das halbe Kilo Brokkoli zu sich zu nehmen, um auf die nötige Dosis zu kommen? Das klappt im Alltag nicht. Wir ermöglichen einen Zugang zu dem Wirkstoff, der sonst nicht so leicht zugänglich ist.

Es gibt natürlich einige Unternehmen am Markt, die das nutzen wollen. Was macht Longevity Labs nun besonders?
Pock: Wir haben als einziger Hersteller etwa den Novel-Food-Prozess der EU vollständig durchlaufen, das garantiert Sicherheit und unterscheidet uns von anderen, die sich immer wieder mal an einem Produkt versuchen und dann wieder vom Markt verschwinden. Das zweite große Geheimnis in unserem Unternehmen ist die Extraktion und Aufbereitung des Weizenkeimextraktes in einem speziellen Verfahren.


Wie Kaffeekochen, nur ein bisschen komplexer.

Was heißt das konkret?
Pock: Nicht jeder Weizenkeim ist gleich gut für ­ diesen Prozess geeignet. Deshalb sind alle Rohstoffe, die nach Graz kommen, mikrobiologisch sowie auf Spermidin-Qualität getestet. Dessen Extraktion aus einem festen Stoff heraus erfolgt dann ganz ohne chemischen Additive. Wir steuern wirklich gezielt mit natürlichen Additiven gewisse Polyamin-Strukturen und Polyamin-Ketten an und lösen sie heraus. Das muss man sich ein bisschen wie Kaffeekochen vorstellen, nur ein bisschen komplexer eben.
Vedran Bijelac: Insgesamt haben wir uns sehr pharmanah positioniert, das ist unser USP. Wir vertreiben unser Produkt mittlerweile in 29 Ländern weltweit, sowohl online als auch in vielen dieser Länder über Apotheken.

Und das Feedback darauf ist tatsächlich so ermunternd, dass Sie nun eine Distribution in noch mehr Länder riskieren können?
Bijelac: Unsere Umsatzentwicklung zeigt das Potenzial dahinter. Vor zwei Jahren hatten wir zwei Millionen Euro, im Vorjahr sechs und heuer erwarten wir schon zwölf Millionen. Wir schließen immer mehr Verträge mit weiteren Partnern ab, immerhin haben wir eine Zulassung in der EU und in den USA.

Aber die Konkurrenz schläft nicht.
Eisenberg: Unser Produktvorsprung zeigt sich alleine schon daran, dass es derzeit zehn klinische Studien gibt, die auf unser Produkt zurückgreifen, um ihre Forschung zu betreiben.
Bijelac: Wir sind es auch, die das Produkt weltweit bekannt machen. In den USA kannte man den Wirkstoff noch gar nicht.


Das Interview ist dem trend.MED vom 26. März 2021 entnommen.

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