3.500 Krankenhausapotheker tagen in Wien

3.500 Krankenhausapotheker tagen in Wien

Pharmazeuten fordern mehr Spitalsapotheken in Österreich.

Von 16. bis 18 März findet die Konferenz der europäischen Vereinigung der Krankenhausapotheker (EAHP) in Wien statt. Rund 3.500 Pharmazeuten finden sich hierfür im Austria Center Vienna ein. Im Vorfeld dazu gab es am Dienstag Kritik an der Situation in Österreich.

"Österreich ist derzeit mit Spitalsapothekern unterversorgt - und das obwohl wir eine wichtige Rolle beim Heilungsverlauf der Patient einnehmen. Das soll sich zum Wohl der Kranken jetzt ändern", meinte Gunar Stemer, Leiter der Abteilung für Arzneimittelinformation und Klinische Pharmazie am Wiener AKH, in einer Aussendung.

Pharmazeuten fordern mehr Krankenhausapotheken

In Österreich hätten nur 17 Prozent aller Krankenhäuser eine eigene Apotheke. Zu fordern sei eine flächendeckende krankenhauspharmazeutische Versorgung. Österreich sei mit 0,6 Krankenhausapothekern pro hundert Patienten europaweit auf dem siebentletzten Platz. Andere europäische Länder wie zum Beispiel England, Norwegen oder Schweden lägen mit mehr als dreimal so vielen Pharmazeuten in Kliniken je hundert Patienten deutlich voran.

Krankenhausapotheker sind speziell für die Versorgungssicherheit und für die Beratung bei schwierigen Medikationsfragen (Klinische Pharmazie) wichtig. Stemer sagte dazu: "Wir wollen, dass in Zukunft jeder Patient bzw. jede Patientin von den Serviceleistungen einer Krankenhausapotheke während seiner Behandlung im Krankenhaus profitieren kann. Wir sorgen dafür, dass lebenswichtige Medikamente im Krankenhaus verfügbar sind, stellen selbst Medikamente her und beraten und informieren zu den vielen Arzneimitteln, zur richtigen Einnahme und zu Neben- und Wechselwirkungen."

Herstellung und Beratung von Medikamenten

Durch eine genaue und vollständige Arzneimittelerfassung und durch einen Medikationscheck der klinischen Pharmazeuten wird auch sichergestellt, dass individuelle Bedürfnisse der Patienten bei ihrer Medikation gezielt berücksichtigt werden können. So können zum Beispiel Über- oder Unterdosierungen sowie der Einsatz von nicht mehr notwendigen Präparaten besser erkannt und vermieden werden. "Das erhöht natürlich die Sicherheit für die Patienten enorm", sagte Stemer.

Im AKH Wien begleiten klinische Pharmazeuten seit mehr als einem Jahr Stationen der Herzchirurgie, Kieferchirurgie und Unfallchirurgie. "Wir sind hier nicht nur in der Medikationsüberprüfung und der Organisation der Arzneimittel involviert, sondern nehmen an Visiten teil, unterstützen das ärztliche und pflegerische Personal und führen beratende Gespräche mit den Patienten", sagte Stemer.

Vor allem die Abschlussgespräche kurz vor der Entlassung zeigten sich als besonders wichtig. Dabei konnten gezielt Fragestellungen und Missverständnisse der Patienten geklärt werden und bei komplexerer Medikation spezielle Einschulungen vorgenommen und praktische Umsetzungstipps für den Alltag gegeben werden. Von den rund 3.800 Vorschlägen zu Therapieverbesserungen im stationären Bereich für die Ärzte seien 85 Prozent umgesetzt worden.

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