Grüner Pass: Mit der Superzahl in die Freiheit

Die Begrifflichkeiten um den Grünen Pass stiften viel Verwirrung. Wie er in der ersten Ausbaustufe funktioniert, was die E-Card damit zu tun hat und warum die europäische Lösung wohl erst im Juli stehen wird.

Grüner Pass: Mit der Superzahl in die Freiheit

Europaweit laufen Vorbereitungen für den "Grünen Pass". Er soll Reisefreiheit zurückbringen.

„Seit Anfang April ist die technische Lösung fertig“, sagt Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Sie funktioniert, wir haben sie bereits getestet. Es ist eine niederschwellige Lösung, die online und analog funktioniert“. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen vorausgesetzt (durch die Blockade im Bundesrat hat sich eine Verzögerung ergeben), wird die erste Stufe des Grünen Passes mit den Öffnungsschritten am 19. Mai funktionieren. Die Technik steht bereits.

E-Card als Schlüssel

Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger.

Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger.

Die E-Card ist der Schlüssel in die Freiheit. Identifiziert wird die Person über 20-stellige Kennnummer auf der E-Card-Rückseite. Warum? „Diese Nummer ist einzigartig, nur dieser Person zurechenbar und eine, die auch Außenstehende in der Regel nicht kennen, also sicher“. Wichtig: Auf der E-Card selbst sind keine Daten gespeichert.

Mit dieser Kennnummer wird also eine Abfrage beim Epidemologischen Register (das wird im Bundesrechenzentrum geführt, auch „EPI Service“ genannt) gestartet. In dieses Register werden Zertifikate für Tests sowie für den Status von Genesenen und Impfungen (dokumentiert in der ELGA, der elektronischen Gesundheitsakte) mehr oder weniger in Echtzeit eingespielt. Diese Abfrage soll so einfach funktionieren wie Nutzer das von der Alles-Gurgelt-Website gewohnt sind.

Die 20-stellige Kennnummer auf der Rückseite der E-Card (siehe Markierung) dient als eindeutige Identifikationsnummer für den Grünen Pass.


Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Grünen Pass

Wie steht es um den Datenschutz?

Die Datenabfrage läuft über den Browser: Es wird die Website aufgerufen und durch das Ablesen der Kennnummer wird der Status erfragt.
Die Anfrage wird mit einem elektronischen Zertifikat „beantwortet“: in Form eines grünen Hakerls. Keine Details zur Person werden übertragen, auch das Register wird pseudonymisiert geführt: Das ist wichtig für den Datenschutz. Der Grüne Pass ist KEINE App, die in den Stores (Apple, Google) zu laden wäre. Der Grüne Pass funktioniert als Web-Check. Der Grüne Pass ist auch NICHT direkt mit der ELGA verbunden.


Was ist mit Impfverweigerern?

Personen, die sich nicht impfen lassen, können den Grünen Pass ebenso nutzen. Testergebnisse sind im EPI Service ebenso gespeichert wie der Genesenen-Status.


Was ist mit Personen ohne Computerzugang?

Unter Vorlage der E-Card (also der 20-stelligen Kennnummer) können Personen ihren Grünen Pass, also das Zertifikat auch ausgedruckt bekommen. SVS-Obmann Peter Lehner: „Das wird in Test- und Impfstraßen ebenso möglich sein wie hoffentlich auch in Apotheken“.


Wie funktioniert der Grüne Pass auf Reisen?

Voraussichtlich im Juli wird der Grüne Pass in Form einer Bürger-App mit QR-Code umgesetzt werden und dann auch einen Abgleich mit anderen europäischen Grünen-Pass-Projekten erlauben. Die Abstimmungsgespräche dafür laufen dieser Tage unter anderem im EU-Parlament. Die Herausforderung für das Projekt ist die Harmonisierung der einzelnen Pässe und vor allem, dass sie auch „offline“ funktionieren, also auf einer Auslandsreise.


Wo stehen die EU-Länder?

Griechenland und Zypern lassen auf Basis eines bilateralen Abkommens bereits geimpfte Bürger aus Israel ohne Einschränkungen ins Land. Beide Länder wollen diese Regelung bald auf weitere Staaten ausweiten. Die nordischen Länder planen einen Gesundheitspass, der seinen Besitzern auch auf nationaler Ebene Vorteile bringen soll. In Deutschland hat das Gesundheitsministerium IBM und drei weitere Unternehmen mit der Entwicklung einer Impfpass-App beauftragt. Aufgrund der Komplexität alle 27 nationalen Lösungen unter einen Hut zu bringen sind Verzögerungen nicht ausgeschlossen.

trend.med

Herzlich willkommen bei trend.med, der Community für die wichtigsten …

trend.med Die Bilanz der Pandemie

Bestellen Sie hier Ihr Exemplar der Premium-Community-Ausgabe!

Neue Corona-Bestimmungen: FFP2-Masken kehren zurück

Knapp drei Wochen nach der Aufhebung fast aller Maßnahmen zur Eindämmung …

Lockdown für Ungeimpfte endet, 2G-Regeln bleiben

Der Lockdown für Corona-Ungeimpfte endet am 31. Jänner. Das ändert aber …