Test: 2 Wochen abgelaufene Lebensmittel unbedenklich

Test: 2 Wochen abgelaufene Lebensmittel unbedenklich
Test: 2 Wochen abgelaufene Lebensmittel unbedenklich

Viele Produkte sind viel länger halt- und damit genießbar, als auf den Verpackungen steht.

Viele Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, landen oft ungeöffnet im Müll. Dabei können Joghurt, Käse oder Brot noch weit über das Haltbarkeitsdatum hinaus verzehrt werden, so eine Untersuchung von Greenpeace.

Ob Tiefkühlpizza, Joghurt oder frische Eier: Lebensmittel sind von den Herstellern mit einem Haltbarkeitsdatum versehen. Es gibt an, bis zu welchem Datum die Ware ungeöffnet und richtig gelagert ihre spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert behält.

Damit ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) kein Verfallsdatum, sondern eine Garantie des Herstellers für bestimmte Qualitätseigenschaften.

Dass Lebensmittel oft noch weit nach dem Haltbarkeitsdatum einwandfrei genießbar sind, zeigt nun auch eine Untersuchung von Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation hat zehn Lebensmittel, darunter Käse, Eier, Salami, Joghurt und verpackte Backwaren wie etwa Kuchen auf die Haltbarkeit testen lassen. Das Ergebnis: Obwohl die Produkte das Haltbarkeitsdatum bereits um zwei Wochen überschritten hatten, konnten sie als unbedenklich eingestuft werden.

Missverständnisse bei Konsumenten

„Leider kommt es sehr oft zu Missverständnissen. Konsumentinnen und Konsumenten sehen das Datum und denken, das Produkt sei verdorben“, sagt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace in Österreich. Die Folge: Die eigentlich noch genießbaren Lebensmittel landen im Haushaltsmüll. Dabei könnten selbst Frischeprodukte wie Eier oder Käse noch verzehrt werden.

Das von der Umweltschutzorganisation mit dem Test beauftragte Lebensmittellabor LVA in Klosterneuburg hat die Produkte unter den vom Hersteller empfohlenen Bedingungen gelagert. Anschließend wurden die Waren sowohl mikrobiologisch also auch sensorisch (Aussehen, Geruch, Geschmack) untersucht. „Die Produkte entsprachen mikrobiologisch den Bestimmungen für Lebensmittel und zeigten keine Auffälligkeiten“, so Kaller.

Lediglich ein Käse wurde im Geschmackstest als schwach bitter beschrieben, was möglicherweise auf eine leichte Veränderung während der Lagerung zurückzuführen ist. Mikrobiologisch war auch dieses Produkt, trotz des abgelaufenen MHD, einwandfrei. "Auf die Verpackungen von Milch oder Schinken soll ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar wären", sagte vor wenigen Wochen der deutsche Nahrungs- und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU.

Oft hat das MHD auch gar keinen Sinn: „Trockenprodukte wie Reis, Tee oder Nudeln halten oft Jahre länger als auf dem Datum angegeben", so die Greenpeace-Sprecherin. Das MHD muss jedoch vom sogenannten Verbrauchsdatum, das bei einigen wenigen besonders empfindlichen Lebensmitteln wie Faschiertes und Frischfisch angebracht wird, unterschieden werden. Derartige Produkte, deren Verbrauchsdatum überschritten ist, sollten tatsächlich nicht mehr verzehrt werden.

700.000 Tonen Lebensmittel werden weggeschmissen

Mindestens 700.000 Tonnen Lebensmittel landen in Österreich jährlich im Müll. Mehr als ein Drittel davon entsteht bei den Privathaushalten. „Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von übermäßigem Einkauf durch Angebote bei Mehrfachpackungen über eine Unkenntnis des Mindesthaltbarkeitsdatums bis hin zu falscher Lagerung der Produkte“, sagt Kaller.


Die Ergebnisse der Greenpeace-Untersuchung zum Download.

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