Glaxo erwägt Abspaltung von rezeptfreien Arzneien

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) zieht eine Abspaltung seines Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten in Betracht. "Zum ersten Mal haben wir bei GSK ein Geschäft geschaffen, das das Potenzial hat, groß genug zu sein, um eines Tages abgespalten zu werden", sagte Glaxo-Chef Andrew Witty am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Glaxo erwägt Abspaltung von rezeptfreien Arzneien

GlaxoSmithKline gedenkt das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten in Zukunft abzuspalten.

Kurzfristig gebe es für einen solchen Schritt aber keine Pläne. Glaxo hatte 2015 für den Bereich ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Schweizer Pharmariesen Novartis gebildet, an dem die Briten mit 63,5 Prozent die Mehrheit halten. Novartis hat die Möglichkeit, seinen Anteil an dem Joint Venture, zu dem Produkte wie Sensodyne-Zahnpasta oder Voltaren-Schmerzgel gehören, nach drei Jahren an Glaxo zu verkaufen.

Pläne für eine Abspaltung des Impfstoffsparte oder des Geschäfts mit HIV-Medikamenten gebe es dagegen nicht, sagte Witty. Für Letzteres hatte Glaxo einen Börsengang in Betracht gezogen, diese Idee aber im vergangenen Jahr verworfen. Der britische Pharmakonzern steht unter dem Druck einiger Investoren, das Unternehmen aufzuspalten und sich stärker zu fokussieren.

Der Markt für rezeptfreie Gesundheitsprodukte ist in Bewegung. Im Dezember hatte die französische Sanofi angekündigt, in einem milliardenschweren Tauschgeschäft die Selbstmedikationssparte des Konzerns Boehringer Ingelheim zu übernehmen, der dafür nach Sanofis Tierarzneisparte greift. Bayer hatte 2014 die gut 10 Mrd. Euro schwere Übernahme des Geschäfts mit freiverkäuflichen Präparaten vom US-Pharmakonzern Merck abgeschlossen.

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