Gesundheit durch Bewegung und richtige Ernährung

Fastenkuren versprechen Wohlbefinden und körperliche und mentale Fitness. Absolut strenger Verzicht sollte allerdings nur unter Aufsicht eingehalten werden. Ausreichend Bewegung kombiniert mit ausgewogener Ernährung ist die gesündere Alternative.

Thema: Fasten: Kraft und Energie durch Verzicht
Gesundheit durch Bewegung und richtige Ernährung

Fitness durch Verzicht: Fasten kann, richtig gemacht, das zum Wohlbefinden steigern.

Wenn einem kritischen Blick in den Spiegel und einem verzagten Schritt auf die Waage der Schluss folgt, dass es Zeit ist abzunehmen, eine Schlankheits- oder Fastenkur anzutreten, dann ist man in Österreich in guter Gesellschaft. Die Hoffnung einer zunehmend übergewichtigen Bevölkerung, dadurch schlank, gesund und fit zu werden, wird gestützt von zahlreichen Autoren und Fasten-Experten, einer speziellen Form der Hotellerie und vielen weiteren Fasten-Experten.

Wie vielfältig das Angebot ist lassen die tausenden Treffer, die eine Web-Suche nach dem Begriff "Fastenhotels in Österreich" oder die Suche nach Büchern zum Thema "Fasten" bei Amazon.de liefern, erahnen.

Vielfach wird "Fasten" immer noch gleichgesetzt mit dem kompletten oder fast vollständigen Nahrungsverzicht, begleitet von einer gesteigerten Flüssigkeitsaufnahme. Dabei ist diese heute so weit verbreitete Vorstellung des Fastens - auf Nahrungsmittelaufnahme zu verzichten und dadurch den Körper zu "entschlacken" - noch gar nicht so alt. Und obendrein beruht sie auf einen Irrtum, dem der deutsche Arzt Otto Buchinger anheimgefallen ist.

Buchingers Irrtum fußte auf seiner eigenen Erfahrung, die 1919 im Zuge eines dreiwöchigen Fastenexperiments machte, um Spätfolgen einer Mandelentzündung loszuwerden. In der Folge des Experiments verschwand Buchingers Rheuma. Er schloss daraus, dass das Fasten die giftigen Stoffe aus seinem Körper getrieben hat. In seinem 1935 veröffentlichten Buch "Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden", stellte er dann die Analogie vom Darm des menschlichen Körpers zum Rohr eines Öl- oder Kohle-Ofens her, das hin und wieder gereinigt - also "entschlackt" - werden muss, um wieder richtig durchziehen zu können.

Schon damals wurde Buchinger für diese Annahme kritisiert und mittlerweile ist es auch erwiesen, dass sich an den Darmwänden der Menschen keine Schlacke-ähnlichen Nahrungsmittelreste festsetzen und die aufgenommene Nahrung im Darm laufend weiter- und schließlich abtransportiert wird.

Vom Irrtum zur Gesundheit

Dennoch gilt Buchinger damit als Begründer des modernen Heilfastens. Wenn sich seine Vorstellung auch in einer etwas anderen Art als der von ihm propagierten etabliert hat: Eine bewusste, ausgewogene und gemesssen an der üblichen und durchschnittlichen Kalorienaufnahme reduzierte Ernährung ist durchaus entscheidend für das körperliche Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die mentale Fitness.

Strenges "Fasten" hingegen, also der weitgehende oder sogar völlige Verzicht auf Essen, ist wissenschaftlich und ernährungstechnisch umstritten und sollte nur unter ärztlicher Kontrolle und Aufsicht erfolgen. Ansonsten kann es den gegenteiligen Effekt haben und die Gesundheit beeinträchtigen, den Körper und das Immunsystem schwächen.

Der Hintergrund ist, dass der tägliche Grundumsatz eines erwachsenen Menschen, also der Kalorienverbrauch ohne körperliche Anstrengung, näherungsweise bei rund 2.500 Kalorien liegt. Je nach Geschlecht und Körpergröße etwas mehr oder weniger. Diese Kalorienanzahl ist erforderlich, um die Organe und die Muskulatur zu versorgen und somit ihre Funktionen aufrechtzuerhalten.

Natürlich gibt es hier Reserven und Depots, auf die der Körper zurückgreifen kann, man darf aber nicht den Fehler machen, diese Depots etwa mit dem eigenen Hüftfett gleichzusetzen. Sind die Kohlehydratreserven aufgebraucht, wird der Fettstoffwechsel aktiviert, aus dem der Körper nur bedingt die Versorgung steuern kann. Der Abbau der Fettstoffe im Körper verläuft dafür zu langsam. Über eine kurze Zeitspanne kann der Körper dank seiner eigenen Reseven und Depots ohne oder mit sehr wenig Nahrung auszukommen. Allerdings geht die Rechnung, dass ein Verzicht auf Nahrungsaufnahme zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion führt, in der Realität nicht auf.

Ausgewogener Verzicht

Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen wie etwa Fleisch, Käse, Milch, Weißmehl, Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee kann dem Körper hingegen durchaus gut tun und dazu beitragen, dass sein Gleichgewicht und damit auch das Immunsystem und die Abwehrkräfte gestärkt werden.

Während sich durch "nichts essen" keine andauernde Gewichtsreduktion erreichen lässt - zumal es auch den berüchtigten Yo-Yo-Effekt gibt der eintritt, sobald man wieder normal zu essen beginnt. Dann werden nämlich die körpereigenen Speicher wieder aufgefüllt und das Körpergewicht gent wieder auf den vorherigen Stand zurück.

Die gesunde Alternative ist eine konsequente, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit dem richtigen Verhältnis von Eiweißen, Kohlehydraten, Vitaminen und Ballaststoffen. Eine kontrollierte Kalorienaufnahme, bei der dem Körper nicht mehr Kalorien zugeführt werden als man auch wieder verbrennt. Begleitet von ausreichend Bewegung und Sport. Maßnahmen, durch die sich ein "innerer Friede" auch nachhaltig und ohne zu hungern einstellt.

Richtifg fasten und Alarmzeichen des Körpers

Wer dennoch "Fasten" im Sinne eines völligen Verzichts beabsichtigt, sollte seinen eigenen Körpergut kennen und genau auf ihn hören. Eine Grundvoraussetzung um eine strenge Fastenkur andenken zu können ist außerdem, gesund und belastbar sein.

Ein garantierter Effekt des strikten Fastens ist nagender Hunger. Der bleibt einem keinesfalls erspart. Auch wenn man die Gabe besitzt, das nach zwei bis drei Fastentagen schon hartnäckige Hungergefühl mental ausblenden zu können und reichlich Wasser oder ungesüßten Tee trinkt, um den Körper vor einer Dehydrierung zu schützen.

Hunger ist aber nur das erste Anzeichen. Sobald sich im Rahmen körperliche Beschwerden einstellen sollte man den eingeschlagenen Weg überdenken und einen Arzt konsultieren. Die Symptome beginnen mit Müdigkeit und können schnell in Muskelschmerzen, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen übergehen. Sie gehen darauf zurück, dass der Körper Alarm schlägt. Ihm fehlt die Energie, um die körpereigenen Prozesse, den Kreislauf aufrecht zu halten. Er fährt ein Notprogramm und greift auf die Reserven in den Muskeln und Organen zurück.

Eine strenge 7-Tage-Fastenkur ist ohne Aufsicht und begleitende Kontrolle nicht zu empfehlen. Davor warnen auch Mediziner. Andernfalls können der Organismus und die Organe stark geschwächt oder schlimmstenfalls sogar dauerhaft geschädigt werden.

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