Coronavirus: Wie Sie sich richtig schützen

Was Sie wissen sollten, wie Sie sich und andere vor einer Infektion schützen. Empfehlungen der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem deutschen Robert-Koch-Institut (RKI) für öffentliche Gesundheit.

Das Coronavirus: Der Erreger SARS-CoV-2, der zu COVID-19 führt, im Computer-Modell.

Das Coronavirus: Der Erreger SARS-CoV-2, der zu COVID-19 führt, im Computer-Modell.

1. Was sind Coronaviren?

Coronaviren (CoV) sind eine große Familie von Viren, die leichte Erkältungen bis zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Sie wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Varianten der Viren sind das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), das 2012 erstmals beim Menschen aufgetreten ist und das SARS-Coronavirus (SARS-CoV).

Die Viren werden zwischen Tieren und Menschen übertragen. Bei der ersten Infektion eines Menschen wurde das Virus höchstwahrscheinlich von einem Wildtier übertragen.

Das neuartige Corona-Virus (2019-nCoV) wurde erstmals am 7. Jänner 2020 in der chinesischen Region Wuhan identifiziert. Der offizielle Name für die Erkrankung an dem Virus ist seit dem 11. Februar 2020 COVID-19. Der Erreger wurde SARS-CoV-2 genannt.


2. Wie gefährlich ist das neuartige Coronavirus?

Die tatsächliche Gefahr des SARS-CoV-2 Erreger ist noch nicht endgültig einzuordnen. Man geht derzeit allerdings davon aus, dass die Gefährlichkeit deutlich unter der von MERS (30 Prozent Sterblichkeit) und auch unter der von SARS (10 Prozent Sterblichkeit), bei etwa drei Prozent Sterblichkeit liegt.

Zum Vergleich: bei einer normalen saisonalen Influenza-Welle liegt die Sterblichkeit bei rund einem Prozent. Besonders gefährdet sind bei allen Vireninfektionen vor allem bereits geschwächte oder alte Personen. Das SARS-CoV-2 Virus ist dabei keine Ausnahme.

Eine Infektion mit dem Coronavirus ist meldepflichtig.


3. Wie ansteckend ist das neuartige SARS-CoV-2?

Das Virus gilt als hoch ansteckend. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung stellt dabei den wichtigsten Infektionsweg dar. Die Übertragung kann dabei auf verschiedene Wege erfolgen. Dazu gehören Sekrete des Atmungstraktes (Husten, Niesen), Speichel, Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten (Blut, Rippenfellflüssigkeit. Es ist davon auszugehen, dass die Übertragung – wie bei anderen Coronaviren auch – primär über Sekrete des Atemapparats erfolgt.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt.


4. Welche Symptome werden durch COVID-19 ausgelöst?

Wie andere länger bekannte Erreger von Atemwegserkrankungen verursacht das Virus zunächst Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, bei einigen Betroffenen auch Durchfall.

Es gibt milde Verlaufsformen mit Symptomen ähnlich einer Erkältung und Infektionen ohne Symptome. Bei einem Teil der Patienten ist der Krankheitsverlauf allerdings erheblich schwerwiegender und es kommt zu Atemproblemen und Lungenentzündungen.

Zu Todesfällen ist es bisher vor allem bei Personen gekommen, die älter (über 70 Jahre) oder davor bereits chronisch erkrankt waren.


5. Wie wird die Krankheit behandelt?

Da es derzeit noch keinen Impfstoff gegen das Virus gibt, können im Fall einer Erkrankung nur die Symptome behandelt werden. Das bedeutet, dass fiebersenkende Mittel verabreicht werden. Die Einnahme von Antibiotika gegen die Vireninfektion ist sinnlos, da Antibiotika keinen Wirkstoff gegen Viren enthalten. Allerdings können durch Antibiotika begleitende bakterielle Erkrankungen und Infektionen behandelt werden.

Bei schweren Krankheitsfällen ist die Verabreichung von Sauerstoff erleichternd, zusätzlich ist es gut, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch Fieber auszugleichen. Eine Prise Salz deckt auch den Salzverlust durch das Schwitzen ab.

In China soll ein erster Impfstoffkandidat ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden. (Siehe Interview: Corona-Jäger Josef Penninger: "Wir versperren dem Virus die Tür") Wann ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit aber noch nicht absehbar.


6. Wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

Wie bei bekannten CoV-Viren ist eine gute Händehygiene ein besonders wichtiger Teil der Vorbeugung. Wenn infektiöse Sekrete an Hände gelangen, die dann das Gesicht berühren, dann ist eine Infektion möglich. Häufiges Händewaschen und die Verwendung von desinfizierenden Handreinigern werden empfohlen. Ebenfalls wird geraten, mit den Händen nicht das Gesicht zu berühren.

Zu den weiteren effektiven Schutzmaßnahmen gehören eine korrekte Hustenetikette - also in ein Taschentuch oder in die Ellbogenbeuge husten und nießen - und die Einhaltung eines Mindest-Sicherheitsabstands von einem bis zwei Metern von von krankheitsverdächtigen Personen.


7. Ist das Tragen von Atemschutzmasken empfehlenswert?

Einfache Mund-Nasen-Schutzmasken können verhindern, dass andere Menschen in der Umgebung durch die Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen infiziert werden. Das ist besonders in der Inkubationszeit, während der noch keiner Symptome auftreten, die Krankheit aber schon übertragen werden kann wichtig. Die Maske sollte eng anliegen und bei einer entsprechenden Durchfeuchtung gewechselt und entsorgt werden.

Einfache Schutzmasken bieten allerdings keinen Schutz vor einer Infektion durch in der Luft befindliche Viren. Für medizinisches Personal sind sie daher ungeeignet.

Einfache Schutzmasken schützen nicht vor einer Viren-Infektion, können aber die Übertragung eindämmen.

Ärzte sollten im Zuge einer Behandlung oder Visiten von Patienten Masken tragen, die in der Luft befindliche Viren herausfiltern können. Das deutsche Robert-Koch-Institut empfiehlt für das medizinische Personal Schutzmasken, die mindestens die Bestimmungen der FFP-Klasse 2, besser noch FFP3 erfüllen. FFP steht für "Filtering Face Piece".

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP3 bieten den größtmöglichen Schutz vor Atemluftbelastung. Mit einer Gesamtleckage von maximal fünf Prozent und einem erforderlichen Schutz von mindestens 99 Prozent vor Partikeln bis zu einer Größe von 0,6 μm sind sie dazu in der Lage, giftige, krebserregende und radioaktive Partikel zu filtern.


8. Kann das Virus durch Gegenstände übertragen werden?

Bisher gibt es noch keine Nachweise, dass Viren zum Beispiel über aus China importierte Waren übertragen wurden. Allerdings gelten Türklinken als Gefahrenquellen, Telefon(hörer), Computer-Tastaturen, PC-Mäuse oder andere Gebrauchsgegenstände ebenso. In allen Fällen ist aber eine gründliche Handhygiene ein entscheidendes Mittel zur Infektions-Vorbeugung.


9. Weitere Informationen

Die Expertinnen und Experten der AGES beantworten Fragen rund um das Coronavirus telefonisch unter der Rufnummer 0800 555 621 . Das Telefon ist rund um die Uhr besetzt.

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