Corona-Maßnahmen: Ungeimpfte werden in die Pflicht genommen

Die Regierung nimmt bei der Bekämpfung der Corona-Infektionszahlen Ungeimpfte in die Pflicht. Sie müssen mit Einschränkungen etwa beim Besuch der Nachtgastronomie oder von Veranstaltungen rechnen.

Corona-Maßnahmen: Ungeimpfte werden in die Pflicht genommen

Impfen und FFP-Masken: Die Corona-Schutzmaßnahmen werden wierder verschärft, besonders für Ungeimpfte.

Die Regierung hat sich bei einem Gipfel mit den Ländern auf neue Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verständigt. Unter anderem wird ab 15. September die verpflichtende FFP2-Maske wieder den Mund-Nasen-Schutz ersetzen. Zudem werden Ungeimpfte verpflichtet, auch im Handel, der nicht dem täglichen Bedarf dient, also beispielsweise Mode-Geschäften, FFP2-Maske zu tragen.

Grundsätzlich ist das von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein präsentierte Konzept auf der Auslastung der Intensivstationen aufgebaut. Steigen die Zahlen der Corona-Patienten an den Intensivstationen weiter, gibt es auch weitere Verschärfungen. Das erklärte Ziel der Regierung ist, die Intensivstationen frei zu halten, flächendeckende Schulschließungen und besonders auch weitere Lockdowns zu vermeiden.

An ein baldiges Ende der Pandemie glaubt man in der Regierung nicht mehr. Auf die vierte werde eine fünfte und eine sechste Welle folgen, meinte Kurz. Man werde mit dem Virus leben müssen. Umso wichtiger wäre die Schutzimpfung.

Der Corona-Stufenplan für Herbst 2021

  • STUFE 1: Ab einer Belegung von zehn Prozent gelten eben beispielsweise die neuen Masken-Regelungen. Dazu kommt, dass - wie in Wien schon üblich - Antigentests nur noch 24 Stunden gültig sein werden. Als Starttermin wurde am Mittwoch der 15. September angegeben. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die 10-Prozent-Auslastung erreicht sein. Zusätzlich ist bei Veranstaltungen mit 25 oder mehr Teilnehmern die 3G-Regel verpflichtend.
  • STUFE 2: Ab einer 15-prozentigen Intensivauslastung (300 Betten) der Intensivstationen durch Corona-Patienten wird in der Nachtgastronomie und bei Großveranstaltungen (ab 500 Teilnehmern) ohne zugewiesene Sitzplätze eine 2G-Regel eingeführt. Das heißt, man muss entweder geimpft oder genesen sein, um teilnehmen zu können. Im 3G-Bereich werden ab dieser Auslastung Selbsttests nicht mehr anerkannt.
  • STUFE 3: Ab 20 Prozent Intensivbelegung (400 Betten) wird werden in 3G-Bereichen (wie etwa Restaurants, Kinos etc.) auch Antigen-Tests nicht mehr anerkannt. Stattdessen muss dann der aussagekräftigere PCR-Test vorgelegt werden. Zutritt haben dann nur noch Geimpfte, Genesene und PCR-Getestete.

Impfen statt Lockdown

Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte erneut, dass die Antwort auf die Pandemie nicht der Lockdown sondern das Impfen sein müsste und forderte zum Impfen auf. Die Masse der Menschen, die nun noch wegen einer Corona-Infektion im Spital behandelt werden müssten, sei ungeimpft. Gesundheitsminister Mückstein betonte dann auch, wie sehr das Virus zwischen Geimpften und Ungeimpften unterscheide: Von fünf Millionen geimpften Menschen seien nur 215 auf Intensivstationen gelandet.

Der Kanzler setzt dabei auch stark auf den dritten Stich, das heißt, dass die Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung wahrgenommen wird. Diese zusätzliche Immunisierung sei absolut notwendig, weil man sonst erst wieder dem Virus schutzlos ausgeliefert sei. Mückstein betonte, dass ohne diese Impfung vor allem Ältere und Personen mit Vorerkrankungen gefährdet wären. Die Maßnahmen seien notwendig, "um die Zahlen einzudämmen und die Intensivstationen zu schützen". Will ein Bundesland schärfere Maßnahmen setzen, gibt es diese Möglichkeit. Vom Bund werden quasi nur Mindeststandards vorgeschrieben.

Neben den Regierungsmitgliedern forderte auch der Vizerektor der Med Uni Wien, Oswald Wagner, die noch Umgeimpften auf, sich zu immunisieren: "Wägen Sie das ab. Mein dringender Appell: Lassen Sie sich impfen. Die Impfung ist nicht nur sehr effektiv, sie ist auch sehr sicher." Darüber hinaus betonte auch er die Notwendigkeit der Auffrischungsimpfung: "Der dritte Stich führt dazu, dass sehr hohe Antikörperspiegel erzeugt werden." Mit der Impfung auch für die Kinder unter zwölf Jahren rechnet der Experte Ende des Jahres.

Zufriedene Wirtschaftsvertreter

Seitens der Hoteliervereinigung und der Gastronomie hatte es bereits vor dem Beschluss der Maßnahmen vermehrt Stimmen für strengere Auflagen gegeben. "Alles besser als Zusperren" hatte es geheißen. Strenge Regeln würden auch den Druck auf Impfgegner erhöhen. Die Betreiber von Einkaufszentren sehen sich allerdings außerstande, die Einhaltung der Maßnahmen in den etwa 150 überdachten Einkaufszentren zu überprüfen.

Positive Reaktionen auf die neuen Coronamaßnahmen kamen daher auch von der Wirtschaftskammer und dem Wirtschaftsbund. "Aus Sicht der Wirtschaft ist es alternativlos, dass alles daran gesetzt wird, weitere Lockdowns zu verhindern, meinte Kammerpräsident Harald Mahrer. Was die heimischen Betriebe jetzt brauchen, sind klare Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. "Der heute vorgestellte Stufenplan gibt die Richtung vor", so Mahrer.

WB-Generalsekretär Kurt Egger befand, dass der Stufenplan Planbarkeit für Betriebe schaffe und die heimische Wirtschaft hoffentlich sicher durch den Herbst bringen werde: "Geschlossene Restaurants, Bars und Theater sollten der Vergangenheit angehören."

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