Giftige Kassabons: EU-weites Verbot von Chemikalie geplant

Giftige Kassabons: EU-weites Verbot von Chemikalie geplant

Die BPA-Beschichtung auf Thermopapier ist gesundheitsgefährdend. Ein Eu-weites Verbot ist angedacht.

Die Registrierkassenpflicht sorgt für erneute Diskussionen über Bisphenol A. Die Substanz mit schwacher östrogener Wirkung ist auch in Kassabelegen aus Thermopapier enthalten.

Die Registrierkassenpflicht bringt einmal mehr eine Diskussion über die Chemikalie Bisphenol A in Gang, die in Kassabelegen enthalten sein kann. Während die großen Supermarktketten bereits auf Bisphenol A-freies Papier setzen, befürchten Umweltschützer, dass Einzelhändler weniger sorgsam bei der Auswahl des Papiers sein könnten.

Bisphenol A wird vom deutschen Umweltbundesamt als "Massenchemikalie mit unerwünschten Nebenwirkungen" bezeichnet. Bereits 2011 wurde in der Zeitschrift "Konsument" über etwaige Gefahren berichtet. Seitdem gibt es einen starken Trend zu Bisphenol A-freiem Papier. "BPA befindet sich stark im Rücklauf, Alternativen sind verfügbar", sagte Thomas Jakl, Leiter für Chemiepolitik und Risikobewertung im Umweltministerium, auf ORF.at-Anfrage. Er verwies auf ein laufendes Verfahren in der EU und erwartete ein EU-weites BPA-Verbot in den nächsten Monaten.

Giftige Kassabons

In einigen Arten von Thermopapier ist BPA in der Beschichtung enthalten, wodurch es in den Papierkreislauf gelangt. Über dieses Thermopapier gelangt der Stoff auch direkt über die Haut ins Blut. Eine deutlich erhöhte Belastung von Kassiererinnen in Supermärkten wurde nachgewiesen. Das Greenpeace Magazin publizierte im 2011 die Ergebnisse einer Untersuchung von Kassenbons großer Handelsketten. Demnach war BPA noch in einem Teil der Kassenbons nachweisbar, ansonsten fand sich vor allem Bisphenol S, auf das offenbar in großem Maße umgestellt wurde.

Parlamentarische Anfrage der Grünen

Die Grünen wollten in einer Parlamentarischen Anfrage genauere Auskunft über den Einsatz von Bisphenol A. Die Partei verlangt unter anderen Auskunft über die konkreten gesetzlichen Bestimmungen, Leitlinien, Grenz- und Schwellenwerte hinsichtlich Herstellung, Einfuhr, Verwendung und Inverkehrbringen auf österreichischer und europäischer Ebene. Es bleibt sicherzustellen, dass auf Basis der derzeitigen Verwendungsbedingungen es zu keiner Schädigung der menschlichen Gesundheit und der Umwelt durch das Herstellen, Einführen, Verwenden und Inverkehrbringen insbesondere von BPA kommen kann.

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