General Electric plant Aufspaltung in drei Unternehmen

Die US-Konzern-Ikone GE spaltet die Medizintechnik und Eneergie ab. Die Anleger goutieren die Pläne und jubeln: der Aktienkurs legt zu.

General Electric plant Aufspaltung in drei Unternehmen

General Electric plant Aufspaltung in drei Unternehmen

Boston. Die US-Industrie-Ikone General Electric (GE) [US3696041033] spaltet sich in drei eigenständige Unternehmen auf und folgt damit dem Beispiel seines Erzrivalen Siemens. 129 Jahre nach der Gründung des Unternehmens durch den Erfinder Thomas Alva Edison sollen bis 2024 erst die Medizintechnik- und dann die Energie-Sparte abgespalten werden.

Bei GE selbst bleibt nur das Geschäft mit der Luftfahrtindustrie, in dem der Konzern aus Boston einer der wichtigsten Triebwerks-Lieferanten für Boeing und Airbus ist. "Heute ist ein entscheidender Moment für GE, und wir sind bereit", sagte Vorstandschef Larry Culp.

Drei börsennotierte Companys

Mit der Aufspaltung des Konglomerats, das einst weltweit als Musterbeispiel eines erfolgreichen Mischkonzerns galt, setzt er den Schlusspunkt unter die Sanierung, in die General Electric seit der Finanzkrise 2008 geraten war. 2018 fiel die Aktie sogar aus dem Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten US-Unternehmen. Von gut 180 Milliarden Dollar Umsatz (155 Mrd. Euro) schrumpfte GE durch den Verkauf und die Abspaltung mehrerer Geschäftsbereiche bis zum vergangenen Jahr auf weniger als 80 Milliarden Dollar.

Larry Culp, seit Oktober 2018 GE-Vorstandschef, zerlegt den US-Traditionskonzern in drei Teile. Zudem will er die Schulden des Konzerns weiter kräftig abbauen.

Zuletzt beschäftigte der Konzern noch 174.000 Mitarbeiter. "Durch die Schaffung von drei branchenführenden, globalen, börsennotierten Gesellschaften können alle von einer stärkeren Fokussierung, einer passenden Kapitalausstattung und strategischer Flexibilität profitieren und damit langfristig Wachstum und Wert schaffen", erklärte Culp.

Er rechne nicht mit Widerständen von Belegschaftsvertretern oder Regulierern, sagte Culp der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe nicht auf Druck von Investoren gehandelt. Er war 2018 als Sanierer an Bord gekommen und hatte sich unter anderem vom Geschäft mit der Öl- und Gasindustrie (Baker Hughes), dem größten Teil des Finanzierungs-Geschäfts (GE Capital) und dem Flugzeugleasing (Gecas) getrennt, um den Konzern zu entschulden. Der 58-jährige Culp will nach der Aufspaltung an der Spitze des verbleibenden Geschäfts mit der Luftfahrt stehen.

Der Börsenjubel

An der Börse kamen die Pläne gut an. Die gebeutelte GE-Aktie [US3696041033] sprang um 6,8 Prozent nach oben und näherte sich dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Einst das wertvollste Unternehmen der Welt, rangiert GE inzwischen unter ferner liefen und ist an der Börse gut 20 Milliarden Dollar weniger wert als Siemens, für die das US-Unternehmen einst das große Vorbild war.

Nun folgt GE dem Beispiel der Münchner: Sie hatten die Medizintechnik-Tochter als Siemens Healthineers an die Börse gebracht und zuletzt auch das Geschäft mit konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energien abgespalten. Siemens hält nur noch 35 Prozent an Siemens Energy. Inzwischen sind alle drei Unternehmen im Leitindex DAX notiert und deutlich mehr wert als vorher.

Anders als der Healthineers-Mehrheitseigner Siemens behält GE aber nur 19,9 Prozent am Medizintechnik-Geschäft, das Anfang 2023 als GE Healthcare auf eigenen Füßen stehen soll. Von GE Renewable Energy, GE Power und GE Digital, die zusammengeführt werden sollen, will sich der Konzern ein Jahr später ganz trennen. Das neue Unternehmen von soll von GE-Manager Scott Strazik geführt werden, GE Healthcare von Peter Arduini.

Der Schuldendrücker

Culp will GE weiter entschulden. Um mehr als 75 Milliarden Dollar wird er den Schuldenberg seit 2018 abgebaut haben, wenn das laufende Geschäftsjahr endet. Alle drei selbstständigen GE-Unternehmen sollen Investmentgrade-Ratings haben. Der Verkauf der restlichen Anteile an Baker Hughes und am Flugzeugleasing-Konzern AerCap, an den Gecas verkauft wurde, soll weiteres Geld in die Kasse spülen. Kosten werde die Aufspaltung, die für die Aktionäre steuerfrei sein soll, rund zwei Milliarden Dollar.

Auf- und Abspaltungen sind seit einigen Jahren weltweit in Mode. Sie folgen der Theorie, dass Konglomerate an der Börse meist einen Bewertungsabschlag hinnehmen müssen, so dass die Teile eines Konzerns mehr wert sind als das Ganze. So bringt der Autobauer Daimler sein Nutzfahrzeug-Geschäft noch in diesem Jahr als Daimler Truck an die Börse, die Aktionäre bekommen dabei die Aktien des abgespaltenen Unternehmens ins Depot gebucht. Oft geht es auch um die Trennung von einem ungeliebten Firmenteil: Der Autozulieferer Continental hat seine Getriebe-Tochter als Vitesco abgespalten, die mit der Umstellung auf Elektro-Autos vor einem großen Umbruch steht.

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