Zwei Bio-Anhänger führen
Schalk Mühle in die Zukunft

Zwei Bio-Anhänger führen
Schalk Mühle in die Zukunft

Franz und Rainer Schalk (von links) betreiben neben der Mühle selbst biologischen Ackerbau.

Von der traditionellen Öl- und Getreidemühle zum weltweit gefragten Hersteller veganer Bioprodukte hat sich die Schalk Mühle im steirischen Ilz in den vergangenen Jahren entwickelt. Vom althergebrachten Kernöl bis zu trendigen Protein- und Graspulvern reicht das Sortiment des Familienbetriebes.

Bereits in der sechsten Generation wird die Genussmanufaktur Schalk Mühle in Ilz von der Eigentümerfamilie geführt. 2013 übernahmen Franz und Rainer Schalk die Leitung des 1859 gegründeten Unternehmens. Ursprünglich eine Mühle für Getreide und Ölsaaten – vor allem Kürbiskerne, aus denen konventionelles Kernöl hergestellt wurde – ist Schalk heute ein Betrieb, der sich auf Bioprodukte spezialisiert hat.

65 biologische und vegane Produkte finden sich im Sortiment der Schalk Mühle. Das Angebot reicht von Kernöl und anderen hochwertigen Ölen über Pestos und Cremes sowie verschiedenen Kernen und Hülsenfrüchten bis zu Proteinpulvern auf rein pflanzlicher Basis und Graspulvern. Letztere sind als Superfood-Zusatz für Müslis oder Smoothies gedacht und werden aus Weizenhalmen, Luzerne oder Gerstengras produziert.

„Wir wollten uns 2013 gar nicht an einen Trend anhängen und damit ein Geschäft machen“, erinnert sich Rainer Schalk, der zusammen mit seinem Bruder Franz die Geschäftsführung der Mühle innehat. „Wir haben selbst immer auf Bio-Basis gelebt, nicht zuletzt wegen unserer Landwirtschaft, und wollten diese Lebensweise einem breiten Publikum zugänglich machen“, erklärt Schalk die Motivation für die Neuausrichtung des Familienbetriebes.

Die eigene Landwirtschaft umfasst rund 40 Hektar Anbaufläche in der Umgebung von Ilz. Darauf werden vor allem Kürbiskerne und andere Ölsaaten sowie Getreide angebaut. Für die gesamte Produktion der Schalk Mühle reicht der Ertrag natürlich nicht aus. Rohstoffe werden daher von Biobauern aus Österreich zugekauft. Exoten wie Bananen oder Kakao kommen von internationalen Partnerbetrieben und sind ebenfalls streng Bioqualität.

Die Kunden von Schalk Mühle sind Bioläden und Bioketten wie Denns, aber auch Bäckereien, die verschiedene Kerne aus Ilz beziehen. Zusätzlich kann über den Online-Shop der Mühle bestellt werden. „An den Fachhandel und Konsumenten liefern wir vor allem in Österreich, Deutschland und der Schweiz“, sagt Rainer Schalk. Großgebinde für Bäckereien gehen von Ilz aus nach ganz Österreich.

Zielgruppe, so Schalk, seien „vor allem Menschen, die sich bewusst biologisch ernähren. Also junge Familien und Menschen, die kein oder nur wenig Fleisch essen.“ Man setzt dabei auf eine etwas höhere Kaufkraft, die Diskont-Schiene wird nicht bedient.

Innovative Produkte wie die Muse entstehen oft in Zusammenarbeit mit den Kunden. „Diese Muse sind weit verbreitet, werden aber meist aus Erdnüssen hergestellt. Wir setzen dabei auf heimische Rohstoffe. Das ist dann sozusagen Hanf- oder Kürbis-Nutella aus Österreich. Das kommt bei den Verbrauchern gut an“, freut sich Rainer Schalk.

Fünf bis zehn neue Produkte verlassen die Mühle in Ilz jedes Jahr. Seit einem Jahr sind Hülsenfrüchte auf dem Vormarsch, weiß Schalk. „Das war auch ein Kundenwunsch.“ Ideen kommen oft von den Mitarbeitern im Verkauf, die direkte Rückmeldungen von den Kunden bekommen. „Fünf bis sechs Mitarbeiter in der Produktion beurteilen dann, ob die Wünsche technisch umsetzbar sind, wo die Rohstoffe herkommen. Dann wird ausprobiert und an den internen Tests beteiligen sich alle unserer 42 Mitarbeiter, die großen Spaß daran haben.“ Von der ersten Idee bis zu Auslieferung eines neuen Produktes dauert es in der Regel acht bis zwölf Monate.

Die Kürbiskerne für das Kernöl werden noch über Holzfeuer geröstet.

Im Trend, so Rainer Schalk, liegt derzeit alles, was aus Hanf gemacht wird. „Egal ob Öl, Mus, Creme. Proteinpulver, Pesto oder Riegel – Hanf ist ein gängiges Produkt geworden.“

Ökologisch korrekt sind bei Schalk Mühle nicht nur die Produkte, sondern auch die Energieversorgung. „Wir haben ein eigenes kleines Wasserkraftwerk an der Feistritz. Daraus beziehen wir den Strom für die Maschinen inklusive der Trocknungsanlagen. Der Überschuss aus dem Kraftwerk – immerhin rund 50 Prozent – wird ins öffentliche Netz eingespeist.“

Nicht elektrisch, sondern mit Holzfeuer funktioniert die Röstung der Kürbiskerne für das Kernöl aus der Schalk Mühle. „Das gibt dem Öl ein ganz besonderes Aroma, das selten geworden ist, weil mit der Holzfeuer-Methode kaum noch jemand arbeitet“, erzählt Rainer Schalk. Das Brennholz für die Röstung kommt – wie könnte es beim Gesamtkonzept von Schalk Mühle anders sein – aus dem eigenen nahen Wald.


Die Genussmanufaktur Schalk Mühle wurde von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG zum "Unternehmen des Monats" im September 2019 in der Steiermark gewählt.

Die Wahl "Unternehmen des Monats" wird von der SFG seit Oktober 2017 durchgeführt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie zu den bisherigen Preisträgern finden Sie auf der Website unternehmen-des-monats.at


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

Innovationen aus der Steiermark

Take Tech begeistert
Schüler und Firmen

Innovationen aus der Steiermark

Luma Enlite bringt Licht ins Dunkel

Innovationen aus der Steiermark

Mapillary erkennt relevante Daten in der Bilderflut

Innovationen aus der Steiermark

Industrieklettern: Griehser sichert an der Spitze