Weltraumteleskop "Kepler" wieder voll im Betrieb

Weltraumteleskop "Kepler" wieder voll im Betrieb

Das Teleskop brauchte zuletzt mehr Treibstoff für die Problemlösung. Eine Panne hatte dem Weltraumteleskop zu schaffen gemacht. Und den Notfallmodus aktiviert.

Mountain View. Das Weltraumteleskop "Kepler" ist nach mehreren Tagen im Notfallmodus wieder voll in Betrieb. "Es war ein langes Wochenende für Kepler und das Team, aber das Raumfahrzeug ist wieder in Ordnung! :)", twitterten NASA-Wissenschaftler des Ames Research Center in Moffett Field (Kalifornien) am Montag.

Nähere Informationen über die Ursache des Ausfalls 120 Millionen Kilometer von der Erde entfernt lagen zunächst nicht vor. Vor vier Tagen hatten die Experten bei einem planmäßigen Kontakt festgestellte, dass "Kepler" den Notfallmodus eingeschaltet hatte. Seitdem versuchten sie fieberhaft, diesen Notstand zu beheben.

"Kepler" hat nach NASA-Angaben vorige Woche überraschend den Notfallmodus eingeschaltet. Das stellten Wissenschafter im Ames Research Center der US-Raumfahrtbehörde in Moffett Field (Kalifornien) bei einem planmäßigen Kontaktversuch fest. Sie versuchten seitdem fieberhaft, den Notstand zu beheben, hieß es am Montag. Weitere Informationen gab es zunächst nicht.

Die Kommunikation mit dem Teleskop dauert laut NASA sehr lange, da "Kepler" etwa 120 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Ein Signal brauche 13 Minuten, um zur Raumsonde und zurück zu gelangen. Bei dem letzten geregelten Kontakt mit "Kepler" am 4. April habe das Teleskop noch normal funktioniert, hieß es auf der Webseite der NASA.

Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte "Planetenjäger" war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden, um nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Seitdem hat "Kepler" über 4.700 Hinweise auf ferne Planeten gefunden, von denen mehr als 1.040 seitdem bestätigt wurden. Im vergangenen Jahr erspähte das Weltraumteleskop den bisher erdähnlichsten Planeten. Er wurde "Kepler-452b" genannt.

Laut NASA war die ursprüngliche Mission von "Kepler" bereits im Mai 2013 wegen eines technischen Problems mit dessen Orientierung abgebrochen worden. Seitdem operiere das Teleskop im begrenzten "K2"-Modus. Auch jetzt bereitet den Wissenschaftern wieder Sorge, dass der Notfallmodus mehr von dem knapp bemessenen Treibstoff verbraucht. Das ergebe sich aus der zur Problemlösung nötigen ständigen Kommunikation mit der Erde.

Das Wissenschaftsmagazin "Scientific American" ergänzte am Montag, dass "Kepler" kurz vor Beginn einer neuen Phase auf den Notfallmodus umgeschaltet habe. In dieser Phase sollte das Teleskop über ein als "gravitational microlensing" bekanntes Verfahren Jagd auf größere Planeten in weiterer Entfernung von ihren Sternen machen. Parallel zu "Kepler" seien mehrere Teleskope unter anderen in Chile und Australien im Einsatz, die die Messungen des Raumfahrzeugs mit Daten von der Erde unterstützen sollen.

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