Ein Unternehmen will nun auch deutsche Frauen ins All schießen

Ein Unternehmen will nun auch deutsche Frauen ins All schießen

Viele gut ausgebildete Frauen wollen Astronautinnen werden. Sie könnten als Vorbilder für junge Mädchen dienen.

Bisher waren zwar schon elf deutsche Männer im Weltall, aber keine einzige deutsche Frau. Das soll sich ändern, sagt HE-Space-Geschäftsführerin Claudia Kessler. Denn Mädchen brauchen weibliche Vorbilder, um sich für Naturwissenschaft zu begeistern. Billig wird dieses Projekt allerdings nicht.

Bisher war noch keine deutsche Frau im Weltall - das soll sich dank einer Privatinitiative nun ändern. Noch vor 2020 soll sie zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, wie der Personaldienstleister für Luft- und Raumfahrtspezialisten, HE Space, mitteilte. Bisher konnten elf deutsche Männer den Weltraum erkunden. "Der zwölfte deutsche Mensch sollte ein Frau sein", sagte HE-Space-Geschäftsführerin Claudia Kessler.

"Ich habe super ausgebildete promovierte Ingenieurinnen kennengelernt, die Astronautin werden wollen. Doch eine offizielle Ausschreibung ist nicht in Sicht", begründete Kessler den Start ihrer Initiative.

Mädchen brauchen weibliche Vorbilder

Als letzter Deutscher im Weltraum war zuletzt der Geophysiker Alexander Gerst für die Europäische Weltraumorganisation (ESA) im Einsatz. Mädchen bräuchten aber auch ein weibliches Vorbild, um sie für die Naturwissenschaft zu begeistern, sagte Kessler. Mehrere Organisationen, darunter das europäische Netzwerk "Women in Aerospace" (Frauen in der Raumfahrt) unterstützen ihre Initiative.

Für die Mission kommen Frauen mit einem abgeschlossenen Studium der Naturwissenschaften oder Medizin infrage. Sie können sich bis zum 30. April bewerben und müssen Tests durchlaufen. Im Oktober will das Unternehmen dann zwei Finalistinnen bekanntgeben, die sich zur Astronautin in einem russischen Trainingszentrum ausbilden lassen. Eine von ihnen soll bis 2020 den Flug zur ISS antreten.

Kosten: 30 bis 40 Millionen Euro

Die erste deutsche Frau ist ein teures Vorhaben: Nach Kesslers Schätzungen würde die Aktion zwischen 30 und 40 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung steht noch nicht fest. Das Geld soll durch Sponsoring und Crowdfunding zusammenkommen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt das Vorhaben. Die Initiative könne nicht nur die Raumfahrt in Deutschland populärer machen, sondern gerade bei Mädchen die Wahl eines naturwissenschaftlichen Studiums befördern, teilte das DLR mit.

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