Grazer RFID-Know-how für OP-Bestecke und Königs-Kamele

Grazer RFID-Know-how für OP-Bestecke und Königs-Kamele

Mit Hilfe von RFID kann das richtige Dokument in Aktenbergen schnell und zuverlässig gefunden werden.

High-Tech aus Graz: Die freaquent froschelectronics GmbH liefert Lesegeräte und Antennen für ausgeklügelte RFID-Systeme, die Tiere, Krankenhausmaterial und Mülltonnen berührungslos erkennen.

RFID-Hardware muss nicht aus Fernost kommen: Das beweist die Grazer freaquent froschelectronics GmbH, die seit 2002 mit zehn Mitarbeitern das Equipment für die berührungslose Identifikation von Objekten und Lebewesen vorwiegend in Österreich herstellt. Die Steirer sind auf die niedrigen und hohen Frequenzbereiche spezialisiert und verfügen nach eigenen Angaben über den schnellsten HF-Reader der Welt – und wurden dafür zum Unternehmen des Monats gewählt, einem Wettbewerb der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG.

1 Antenne, 450 Transponder

„Wir können mit einer Antenne die Daten von bis zu 450 Transpondern gleichzeitig auslesen“, beschreiben die freaquent-Chefs und -Gründer Reinhold Frosch und Helmut Köberl das High-Tech-Gerät aus der Steiermark. Graz sei überhaupt ein absoluter Hot-Spot, was die RFID-Technologie angeht, so Köberl,: „Mehr als 50 Prozent aller RFID-Chips weltweit werden in der steirischen Landeshauptstadt und in ihrer Umgebung designt.“



Mehr als 50 Prozent aller RFID-Chips weltweit werden in der Steiermark designt.
Helmut Köberl
freaquent froschelectronics


Während die High-Frequency-Technik zum Beispiel in Casinos angewandt wird, um den Umgang mit den Jetons zu erleichtern und sicherer zu machen, ist die Low-Frequency-Variante vor allem für den Einsatz in „schwierigen“ Umgebungen gedacht. Darunter versteht man bei freaquent froschelectronics vor allem ein Umfeld, in dem viel Metall vorhanden ist. Dieses reflektiert nämlich die Funkwellen der UHF-RFID-Chips.

Reinhold Frosch (links) und Helmut Köberl haben die freaquent froschelectronics GmbH 2002 gegründet.

Einsatzgebiete sind Krankenhäuser, wo Bedarfsartikel, aber auch Operationsbesteck mit Hilfe von RFID logistisch gemanagt werden können. „Hier kommt es auf Zuverlässigkeit und Genauigkeit an. Mit dem System werden schließlich Blutkonserven, OP-Material oder Implantate verwaltet.“

Schafe mit Chips

Ein weiterer Bereich ist jener der Nutztierhaltung. „In Großbritannien ist die Kennzeichnung von Schafen mittels Chip bereits Pflicht“, schildert Köberl. „Animal ID ist ein großer Hoffnungsmarkt für uns“, ergänzt Frosch. Von freaquent stammt übrigens ein Identifizierungssystem für die Königlichen Kamele in Jordanien.

Die Technologie aus Graz, die von Systemintegratoren gekauft und dann für konkrete Projekte eingesetzt wird, findet sich auch bei städtischen Müllabfuhren. Dort erkennt sie die Lkw bei der Ein- und Ausfahrt in den Sammelzentren oder identifiziert die einzelnen Mülltonnen – ein wesentlicher Aspekt, wenn die Müllgebühren nach Gewicht berechnet werden.

Schnellsuche von Akten

Eine Anwendung, die gerade erst auf den Markt gebracht wird, ist das so genannte Document Tracking. „Dabei sind einzelne Akten in Büros oder Archiven leicht, schnell und unkompliziert auffindbar“, schildert Köberl das System. „In Europa ist dieses Einsatzgebiet aber leider noch nicht das große Thema.“ Sollte Document Tracking und Animal ID verstärkt zur Anwendung kommen, wird freaquent froschelectronics ganz vorne mitspielen, sind Frosch und Köberl überzeugt.

Wachstumspotenzial sehen die beiden aber auch beim Smart Cabinet, also Logistiklösungen für hochwertige Lagerware wie zum Beispiel Implantate in Krankenhäusern oder Juwelen im Schmuck-Einzelhandel. Um technologisch an der Spitze zu bleiben, investiert die Firma, die auch Mitglied des Mikroelektronikcluster Silicon Alps ist, rund ein Drittel des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.



Beim Internet der Dinge und Industrie 4.0 müssen ja alle Komponenten eindeutig identifiziert und zugeordnet werden – und das ist unsere Kernkompetenz.
Helmut Köberl
freaquent froschelectronics


Insgesamt schätzen Frosch und Köberl die Zukunftsaussichten auf dem RFID-Markt sehr positiv ein. „RFID ist ein integraler Bestandteil des Internets der Dinge und von Industrie 4.0. In beiden Bereichen müssen ja alle Komponenten eindeutig identifiziert und zugeordnet werden – und das ist unsere Kernkompetenz.“


freaquent froschelectronics wurde von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG zum "Unternehmen des Monats" im Monat Dezember 2019 in der Steiermark gewählt.

Die Wahl "Unternehmen des Monats" wird von der SFG seit Oktober 2017 durchgeführt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie zu den bisherigen Preisträgern finden Sie auf der Website unternehmen-des-monats.at

Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

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