Forschungskaiser: Wer am meisten in Forschung investiert

Forschungskaiser: Wer am meisten in Forschung investiert

Rund eine Milliarde Chips verlassen jedes Monat das Infineon-Werk in Villach.

Infineon, BMW und Boehringer Ingelheim RCV sind jene Unternehmen, die in Österreich am meisten in Forschung und Entwicklung investieren. Dadurch lösen sie Probleme und schaffen Arbeitsplätze für hochqualifizierte Wissenschaftler.

Infineon Technologies ist jenes Unternehmen in Österreich, das am meisten in Forschung und Entwicklung (F&E) investiert: 363 Millionen Euro, oder rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes, wurden 2015 für F&E aufgewendet. Über 1200 Experten arbeiten in den Entwicklungszentren in Villach und Graz, in der Beteiligungsgesellschaft DICE (Danube Integrated Circuit Engineering) in Linz sowie bei Infineon Technologies IT-Services in Klagenfurt.

Der Technologiekonzern hatte bereits beim trend TOP500 im Jahr 2015 das Ranking der Unternehmen mit den größten F&E-Ausgaben angeführt: Dieses bezieht sich auf das Jahr 2014, als die F&E-Ausgaben mit einer Höhe von 320 Millionen Euro ebenfalls knapp 25 Prozent des Nettoumsatzes ausmachten.

Ranking Name Nettoumsatz in Mio. Euro F&E in Mio. Euro F&E in % vom Nettoumsatz
1 Infineon Technologies Austria AG 1.300,50 320,00 24,61
2 BMW Motoren GmbH 3.618,00 233,00 6,44
3 Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG 896,09 200,00 22,32
4 Siemens AG Österreich 2.661,70 182,10 6,84
5 voestalpine AG 11.189,50 126,70 1,13
6 AVL List GmbH 1.150,00 115,00 10,00
7 Bosch Robert AG 509,70 101,90 19,99
8 Kapsch Group Bet.GmbH 923,30 95,50 10,34
9 Benteler International AG 7.556,00 93,20 1,23
10 Andritz AG 5.859,30 84,30 1,44
Quelle: trend TOP500 (2015)

Infineon Austria unterhält außerdem 120 Forschungskooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen in Österreich und dem Rest der Welt. Ein Liebkind von Infineon ist die „Innovationsfabrik“ in Villach, die sich auf die Produktion von Halbleitern spezialisiert hat: Rund eine Milliarde Chips verlassen jedes Monat das Werk in Kärnten. Unter der Rubrik „Zukunftsthemen“ auf der Website von Infineon können Besucher außerdem sehen, woran der Konzern derzeit forscht: Raumfahrt, LEDs für Urban Farming und sichere Automobile der Zukunft.

BMW: Das vernetzte Auto

Die zweithöchsten F&E-Ausgaben Österreichs hatte die BMW Motoren GmbH mit 233 Millionen Euro – wiewohl diese nur 6,4 Prozent des Nettoumsatzes ausmachten. BMW punktet derzeit vor allem mit Themen rund um das vernetzte Fahrzeug der Zukunft.

So wurde auf dem Mobile World Congress 2016 in Barcelona mit der „Vehicular Crowd Cell“ eine Technologie vorgestellt, mit der sich das Auto in einen fahrenden Internet-Hotspot verwandelt. Im Jänner präsentierte BMW einen smarten Motorradhelm, auf der Consumer Electronics Show 2016 wurde ein berührungsloser Touchscreen vorgestellt. Für das eigene Engagement wurde BMW 2015 mit etlichen Awards in Sachen Innovationen, Design, Qualität und Nachhaltigkeit geehrt.

Forschen gegen den Krebs

Mit 200 Millionen Euro F&E-Ausgaben nimmt Boehringer Ingelheim RCV den dritten Platz im Ranking ein – mit einem Anteil von 22,32 Prozent am Gesamtumsatz liegt das Unternehmen anteilsmäßig nur knapp hinter dem Platzhirsch Infineon. Tonangebend ist hier, dass das Zentrum für Krebsforschung im weltweiten Unternehmensverband seit 2000 in Wien angesiedelt ist. Hier forscht ein internationales Team an der Bekämpfung bösartiger Tumore, zudem gibt es zahlreiche Kooperationen mit akademischen Forschungsinstituten und Biotechnologie-Firmen. Insgesamt kooperieren hier rund 7400 Wissenschaftler, Techniker und andere Mitarbeiter, um neue therapeutische Lösungen zu entwickeln.

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