Styria meets Mexiko: „Unglaublich wertvolle Kontakte“

Die steirische Wirtschaftsdelegation in Puebla, Mexiko.

Die steirische Wirtschaftsdelegation in Puebla, Mexiko.

Weiterer Erfolg der Internationalisierungsoffensive für die steirischen Betriebe: Eine Wirtschaftsdelegation brachte aus der aufstrebenden mexikanischen Industrieregion Puebla zahlreiche Kooperationsabkommen mit. Und die wichtige Erkenntnis: Es gibt dort zahlreiche Chancen für steirische Unternehmen.

Über die Grenzen schauen, den steirischen Betrieben neue Chancen und Märkte in anderen Ländern eröffnen, mit aufstrebenden Regionen weltweit kooperieren: Das ist das Ziel der Steirischen Förderungsgesellschaft SFG und des bereits 2005 vom Wirtschaftsressorts des Landes, der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung gegründeten Internationalisierungscenters Steiermark (ICS). Seitdem wurden zahlreiche Unternehmen, vor allem Klein- und Mittelbetriebe, bei dem Sprung über die Grenzen begleitet und gefördert. Im Rahmen von Fokusprogrammen werden dabei interessante Regionen definiert und diese nicht nur gezielt vorgestellt, sondern auch konkrete Kontakte hergestellt.

Aktuell im steirischen Fokus: Die Region Puebla in Zentralmexiko. Sie ist auch Teil des EU-Programms „International Urban Cooperation“, das den Austausch und die Kooperation von europäischen und lateinamerikanischen Regionen fördern soll. Im vergangenen November war eine hochkarätige Delegation aus Mexiko in der Steiermark zu Gast, jetzt erfolgte der Gegenbesuch.

Fünf Kamerateams für die steirischen Gäste

Und der startete spektakulär: Denn der Empfang der elfköpfigen steirischen Delegation, darunter zahlreiche Unternehmer, im Puebla State Congress war nicht nur herzlich, sondern erregte auch großes Interesse: Nicht nur offizielle Vertreter der Region Puebla, sondern auch fünf Kamerateams verschiedener TV-Sender begrüßten die steirischen Gäste – ein guter Start also für den zweiten Teil von „Styria meets Puebla“.

„Es gibt eine Reihe von Gemeinsamkeiten, deshalb ist das Interesse auf beiden Seiten groß“, sagt Alexandra Neugebauer vom steirischen Internationalisierungscenter ICS, unter dessen Federführung der Austausch läuft. Puebla ist eine aufstrebende Wirtschaftsregion mit starkem Focus auf Automotiv. Nicht nur VW produziert dort, auch Audi hat 2016 vor Ort eine Milliarde Euro in ein 460 Hektar großes Gelände investiert. Über 4.000 Mitarbeiter produzieren dort für den Weltmarkt den Audi-Mittelklasse-SUV Q5. Bereits bei dem Besuch einer steirischen Wirtschaftsdelegation unter Leitung von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl im Oktober vergangenen Jahres hatten Vertreter des Mobilitätsclusters ACstyria die Gelegenheit genutzt, bei der dortigen Industrie anzudocken und ein „Memorandum of understanding“ unterzeichnet.

Green-Tech-Pilotprojekt startet

Mit konkreten Ergebnissen ist jetzt auch Martin Schnitzer, Geschäftsführer des Green-Tech-Unternehmens Suntap, aus Mexiko zurückgekommen. Denn Umwelttechnologie zählte neben Mobility, Aus- und Weiterbildung und Creative Industries zu den Schwerpunkten der Studien- und Kontaktreise. Schnitzer erzielte mit seinem Suntap einen echten Durchbruch. Seine Idee: Eine solare, langlebige Mini-Anlage zur Erzeugung heißen Wassers, zusammenfaltbar und UV-beständig, die die in Mexiko reichlich vorhandene Sonne nutzt und langfristig die luftbelastende Erwärmung durch Verbrennen von Holz ersetzt.

Steirisches Green-Tech-Know-How für die Dächer von Puebla.

Steirisches Green-Tech-Know-How für die Dächer von Puebla.

"Vom Bürgermeister bis zum Landespolitiker sind wir mit relevanten Entscheidungsträgern zusammen getroffen. Das ist für uns unglaublich wertvoll, weil alle sehr interessiert waren“, berichtet Industriedesigner Schnitzer zufrieden. Erfreulich, dass das mehr als reine Bekenntnisse sind: Im Sommer startet Suntap in Mexiko ein Pilotprojekt, dass von der dortigen Universität wissenschaftlich begleitet wird. Auch gibt es bereits eine Reihe von interessierten Vertriebspartnern.

Neben einem zweiten konkreten Kooperationsabkommen zwischen der Steiermark und der Region Puebla – das erste war schon im November in Graz vereinbart worden - wurden auch im Bildungsbereich neue Türen geöffnet. Karl Pfeiffer, Geschäftsführer der FH Joanneum, konnte eine Zusammenarbeit mit zwei Universitäten vereinbaren. Beeindruckend für die Teilnehmer war, wie engagiert die Mexikaner die Aus- und Weiterbildung ihrer jungen Generation angehen, zu sehen unter anderem im Trainingscenter auf dem Audi-Gelände. Durchaus überraschend: „Das funktioniert ganz ähnlich wie bei uns die duale Ausbildung“, so Alexandra Neugebauer.

Offene Türen und Ohren beim Minister

Chancen für steirische Unternehmen bieten sich besonders auch im Infrastrukturbereich. Das war bereits im Herbst bei einem Gespräch mit dem designierten mexikanischen Infrastruktur-Minister Javier Jimenez deutlich geworden. Denn das 127-Millionen-Einwohner-Land hat großen Aufholbedarf beim Ausbau seines Straßen-, Schienen- und Luftverkehrsnetzes. Gute Aussichten also, eine erste Liste mit potentiellen Partnerfirmen wurde bereits an den Minister übermittelt. Jetzt heißt es, diese Möglichkeiten auch zu nutzen. Die SFG bietet dafür eine Reihe von Unterstützungen an.

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