Studie: Ohne Migranten wäre Wien ein ziemlich tristes Pflaster

Studie: Ohne Migranten wäre Wien ein ziemlich tristes Pflaster

Allein schon in der Gastronomie spielen Migranten-Betriebe eine große Rolle - ganz zu schweigen von Pflege, Reinigung und Sicherheit.

Wie wäre Wien eigentlich ohne Migration? Diese Frage hat sich das Magazin "uni:view" gemeinsam mit einem Team des Instituts für Soziologie der Universität Wien gestellt. Ergebnis: Die Auswirkungen wären gravierend, was schlicht auch an der schieren Größe der betreffenden Gruppe liegt. Denn inzwischen haben 52 Prozent der Hauptstädter Migrationshintergrund.

Wien wäre hungriger, einsamer, älter, ungebildeter und letztendlich auch weniger leistungsfähig, lautet die Conclusio. Gäbe es keine Zuwanderung, würden laut Prognose 508 chinesische Restaurants fehlen. Auch 71 Imbissstände mit Kebap, Pizza oder Asia-Nudeln würde man vergeblich suchen. Wein gäbe es vermutlich schon, möglicherweise würden jedoch die Produktionskosten steigen. Laut der Erhebung arbeiten die ausländischen saisonalen Hilfskräfte bei der Lese ab 2,50 Euro pro Stunde.

Jeder vierte Wiener hätte ohne Migranten Liebeskummer - weil der Partner gar nicht hier wäre. 143.584 Haushalte würden mindestens einen Mitbewohner verlieren. Die Neo-Wiener senken auch das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung signifikant, nämlich von 45,5 auf 35,5 Jahre. Düster auch das Szenario in Sachen Dienstleistungen: Reinigungsfirmen hätten fast kein Personal, da 93,6 Prozent der Mitarbeiter Migrationshintergrund haben. In sozialen Berufen würden knapp zwei Drittel der Angestellten fehlen.

Migranten in Sicherheitsberufen

Möglicherweise wäre es auch um die öffentliche Ordnung schlecht bestellt. Denn 61,2 Prozent der Beschäftigten im Bereich Schutz und Sicherheit sind ebenfalls Migranten. Sogar in der Verwaltung arbeiten laut der Analyse 27,8 Prozent Zuzügler aus anderen Ländern. Wien hätte außerdem rund 30 Prozent weniger Studierende.

Für die Datensammlung wurden Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft oder zumindest mit ausländischem Geburtsort bzw. Menschen mit mindestens einem nicht hier geborenen Elternteil herangezogen. Lediglich bei den Studierenden wurde der Anteil auf Nicht-Staatsbürger beschränkt. Bei den Ehe- und Lebenspartnern wurden Personen, wo nur elterlicher Migrationshintergrund besteht, nicht berücksichtigt.

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