Steirischer Zukunftstag 2019: Die Zukunft nicht erleiden, sondern gestalten

Journalist Wolf Lotter, Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig und Wirtschaftsphilosoph Anders Indset

Journalist Wolf Lotter, Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig und Wirtschaftsphilosoph Anders Indset

Mut machen für ein gutes Morgen: Das war das Ziel des 7. Zukunftstages der steirischen Wirtschaft. Anstöße dafür gaben Vordenker wie Anders Indset und Wolf Lotter.

Die Begrüßung war ungewöhnlich: Nicht einen „guten Morgen“, sondern ein „gutes Morgen“ wünschte Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl den rund 1.000 Gästen des 7. Zukunftstages der steirischen Wirtschaft im Messe Congress Graz. Das war kein Versprecher, sondern der Bezug auf das Thema des Tages. Wie werden wir in Zukunft leben und arbeiten? Was können wir tun, damit die Zukunft ein „gutes Morgen“ wird?

Die klare Antwort von Barbara Eibinger-Miedl: „Ich möchte die steirischen Unternehmerinnen und Unternehmer ermutigen, den Entwicklungen mit Offenheit, Neugierde und Entdeckergeist zu begegnen. Je flexibler unsere heimischen Betriebe sind, desto erfolgreicher können sie den digitalen Wandel vollziehen. Die Zukunft bricht nicht von außen herein, sondern wir gestalten sie.“


Die Zukunft bricht nicht von außen herein, sondern wir gestalten sie.

Barbara Eibinger-Miedl, steirische Wirtschaftslandesrätin

Auch Christoph Ludwig, als Geschäftsführer der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG Gastgeber, sieht die steirische Wirtschaft bei der Gestaltung der Zukunft in Pole-Position: „Viele steirische Unternehmen stehen mit ihren zukunftsweisenden Technologien an der Weltspitze und treiben die Entwicklung voran – sei es im Bereich Digitalisierung und Automatisierung, E- Mobility oder industrielle Energiewende. So gestalten sie die tiefgreifenden Veränderungen selbst aktiv mit.“

Um diesen Prozess weiter zu fördern, kündigte Ludwig gleich eine neue Förderungsinitiative an: Unter dem Titel „FUTURE!living“ werden F&E-Projekte zur Entwicklung innovativer Technologien, Produkte oder Dienstleistungen unterstützt, die maßgeblich dazu beitragen, die Lebens- und Arbeitswelt in Zukunft deutlich zu vereinfachen. „Gefördert werden bis zu 45 Prozent des Projektvolumens“, so Ludwig.


In zehn Jahren suchen Organisationen nicht nach Softwareentwicklern, sondern nach Menschen, die philosophische Kontemplation beherrschen. Möglicherweise haben sie dann einen ‚Chief Philosophy Officer.

Anders Indset, Wirtschafts-Philosoph

Inhaltlich standen beim Zukunftstag die Themen Mobilität, Künstliche Intelligenz und Green Technologies im Mittelpunkt. Und über allem thronte die Frage, was die enormen Veränderungen für das Leben und Arbeiten des Einzelnen bedeuten. Dazu gaben die beiden Keynote-Speaker, der international gefragte Wirtschafts-Philosoph Anders Indset und der Journalist Wolf Lotter, Mitgründer des Wirtschafts-Magazins Brand Eins und Autor der „Streitschrift für barrierefreies Denken“, sehr unterschiedliche Antworten.

Für Indset braucht die Welt, um den aktuellen Paradigmenwechsel zu meistern, eine „neue Form des Kapitalismus auf Basis von Mitgefühl, Liebe und Verstand“. Es gehe um neue Geschäftsmodelle und eine echte zirkuläre Kreislaufwirtschaft in der Verantwortung des Herstellers, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. „In zehn Jahren suchen Organisationen nicht nach Softwareentwicklern, sondern nach Menschen, die philosophische Kontemplation beherrschen“, ist Indset überzeugt.


War of Talents? Es wäre schon ein Fortschritt, wenn Unternehmen keinen Krieg gegen ihre eigenen Talente führen würden.

Wolf Lotter, Wirtschaftsjournalist

Für Wolf Lotter liegt die Lösung darin, den Menschen mehr Selbstbewusstsein zu geben und mehr Selbstverantwortung zu übertragen. „Jede Form von Innovation und Kreativität ist ein Vorgang, bei dem ich mir zutrauen muss, etwas Besseres zu machen als das, was da ist“, so Lotter. Die Unternehmensorganisation würde dem jedoch oft im Wege stehen, weil sie auf Bewahrung des Ist-Zustandes ausgerichtet ist. Lotters Fazit: „Menschen haben hervorragende Ideen, man muss sie nur lassen. Die größte Innovation des 21. Jahrhunderts sind wir selber.“

Neben den philosophischen Aspekten ging es beim Zukunftstag der steirischen Wirtschaft auch um das konkrete Business von morgen. Bei zahlreichen B2B-Gesprächen, die man vorher schon vereinbaren konnte, wurden neue Kontakte geknüpft. Im „Zukunftslabor“ wurden innovative Produkte vorgestellt, während Cluster und Netzwerkpartner Einblicke in ihre Arbeit gewährten.


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

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