Sinkende F&E-Ausgaben des Bundes: Forschungsquote stagniert

Sinkende F&E-Ausgaben des Bundes: Forschungsquote stagniert

Der Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt wird 2016 laut Schätzung der Statistik Austria zum dritten Mal in Folge bei knapp über drei Prozent liegen. Nach 3,07 Prozent 2014 und 3,1 Prozent 2015 soll heuer wieder eine Forschungsquote von 3,07 Prozent erreicht werden, heißt es in einer Aussendung. Der leichte Rückgang wird auf die Stagnation der F&E-Ausgaben des Bunds zurückgeführt.

In absoluten Zahlen steigen 2016 die F&E-Ausgaben gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 2,9 Prozent von 10,44 Mrd. Euro auf 10,74 Mrd. Euro. Das liegt allerdings unter dem Wachstum der heimischen Wirtschaftsleistung.

Ursprünglich war angepeilt worden, die Drei-Prozent-Quote bis 2010 zu erreichen (Barcelona-Ziel). In ihrer 2011 beschlossenen Forschungsstrategie hat sich die Regierung dann das Ziel gesetzt, bis 2020 die F&E-Quote auf 3,76 Prozent zu steigern.

Für heuer gehen die Statistiker davon aus, dass sich die Unternehmensausgaben in dem Bereich auf 5,14 Mrd. Euro oder 47,8 Prozent der Gesamtsumme belaufen werden. Die öffentliche Hand trägt rund 3,83 Mrd. bei, was einen Anteil von 35,7 Prozent bedeutet. Vom Bund kommt dabei mit 3,24 Mrd. Euro der Löwenanteil der F&E-Mittel, während die Bundesländer ungefähr 478 Millionen beisteuern werden. Gemeinden, Kammern und Sozialversicherungsträger zeichnen für 118 Mio. Euro verantwortlich.

Aus dem Ausland kommen heuer etwa 1,72 Mrd. Euro (16 Prozent). Auch hier haben die Unternehmen die Nase vorne. Der zweite große Posten sind Rückflüsse aus den Forschungsförderungsprogrammen der EU.

Sinkende Ausgaben des Bundes

Der Bund ist der einzige Sektor, in dem die Forschungsausgaben gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich sinken werden (minus 0,2 Prozent). Die Unternehmen steigern dagegen ihre F&E-Aufwendungen gegenüber 2015 um 4,6 Prozent, das Ausland um 3,6 Prozent, die Bundesländer um 3,4 Prozent.

Im EU-Vergleich des Jahres 2014 (jüngste Vergleichszahlen, Anm.) liegt Österreich mit seinen damaligen 3,07 Prozent Forschungsquote hinter Finnland (3,17 Prozent) und Schweden (3,16 Prozent) auf Platz drei vor Dänemark (3,05 Prozent) und Deutschland (2,87 Prozent). Der Schnitt der EU-28 beträgt 2,03 Prozent.

In die Schätzung wurden Voranschlags- und Rechnungsabschlussdaten des Bundes und der Bundesländer, aktuelle Konjunkturprognosen sowie die Ergebnisse der letzten F&E-Erhebung über das Berichtsjahr 2013 einbezogen. Die Höhe der Forschungsquote wird neben den F&E-Ausgaben in hohem Maß von der tatsächlichen bzw. prognostizierten BIP-Entwicklung beeinflusst.

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