SFG Fast Forward Award 2018: Die Preisträger

Fast Forward Award 2018: Der Wirtschaftspreis des Landes Steiermark wurde vergeben.

Fast Forward Award 2018: Der Wirtschaftspreis des Landes Steiermark wurde vergeben.

"Nach vorne denken" ist das Motto des Fast Forward Award, des offiziellen Wirtschaftspreises des Landes Steiermark. Vergeben wird dieser von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG. Am 12. September wurden wieder Unternehmen und Forschungseinrichtungen für ihre innovative Arbeit ausgezeichnet.

Wachstum findet nicht nur bei Menschen und Unternehmen statt, auch Prämierungen entwickeln sich weiter. Vor 23 Jahren wurde der erste „Steirische Innovationspreis“ in drei Kategorien überreicht. Seit 2002 heißt dieser Preis „Fast Forward Award“ und ist um zwei weitere Kategorien gewachsen. Der offizielle Wirtschaftspreis des Landes Steiermark wurde heuer am 12. September vergeben.

Insgesamt hatten für diesen Award, der von der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG im Auftrag des Wirtschaftsressorts ausgelobt wird, weit über hundert steirische Unternehmen ihre Vorschläge eingebracht. Die Projekte wurden dann einer Vorprüfung hinsichtlich der Einhaltung der Wettbewerbsregeln unterzogen und anschließend vom Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) in Wien bewertet. Das Institut nahm dann auch ein Ranking der Einreichungen für eine Shortlist von sechs Projekten pro Kategorie vor. Aus diesen 30 Projekten wurden bis zum 12. August mittels Public-Online-Voting die Finalisten, 15 an der Zahl, ausgewählt worden. Die Gewinner des vier Monate dauernden Preisermittlungsverfahrens wurden am Finaltag, 12. September, von einer Fachjury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen im Messe Congress Graz ermittelt und am selben Abend im Rahmen der Schlussveranstaltung ausgezeichnet.

Fünf Sieger

Insgesamt gibt es, weil es fünf Kategorien gibt, auch fünf Sieger. Vier von fünf Kategorien stehen Unternehmen (vom Kleinstunternehmen bis zum Großunternehmen) offen. Und in der fünften Kategorie matchen sich Institutionen (Universitäten und Forschungseinrichtungen) um die beste Innovation. Darüber hinaus wird heuer dem Thema der Digitalisierung ein Sonderpreis gewidmet. Den Siegern winken nicht nur die Ehre, sondern auch ein Projektkostenzuschuss. Namhafte Sieger aus der Vergangenheit sind unter anderem: Infineon (1999), Magna Steyr Fahrzeugtechnik (2002), Saubermacher (2005) sowie AT&S (2011). Auch heuer haben wieder innovative Firmen und Einrichtungen um den Fast Forward Award gebuhlt.

Die Sieger 2018 in den Kategorien

  • Kleinstunternehmen: Aurox (für das Produkt Headband. Das ist ein Kopfband, das auf Wunsch und per Knopfdruck den Stirn- und Schläfenbereich kühlt. Geeignet für den Einsatz beim Sport, bei der Arbeit und zu Hause) www.auroxtech.com
  • Kleinunternehmen: USound (Das Unternehmen stellt Mikrolautsprecher, die künftig überall zum Einsatz kommen können – in Smartphones wie auch am Dachhimmel für den perfekten Sound im Auto) www.usound.com
  • Mittlere Unternehmen: Innofreight (Die Firma aus Bruck an der Mur verlegt mit ihrem GigaWood Wagon den Holz-Transport von der Straße auf die Schiene) www.innofreight.com
  • Großunternehmen: Epcos (Hat die latente Brandgefahr von Akkus gebannt, dabei aber die Energiespeicherfähigkeit gleich hochgehalten wie sie etwa Li-Ionen-Akkus bieten. Das brandneue Produkt heißt CeraCharge) en.tdk.eu
  • Forschungseinrichtungen: Joanneum Research (die Grazer Forschungsgesellschaft hat in ihrem europaweiten Projekt federführend ein Minilabor kreiert, mit dem sich die gefährlichen Krankenhaus-Keime sehr rasch bestimmen lassen. Das hilft bei der Bestimmung der richtigen Therapie und der Eindämmung der Keime) www.joanneum.at
  • Sonderpreis: Polymer Competence Center Leoben (Die Forschungsstelle hat Robot-Vision und künstliche Intelligenz vereint, um in der Herstellung von 3D-Teilen oder strukturierten Oberflächen eine lückenlose Kontrolle zu gewährleisten. Ein ziemlicher Meilenstein für den Produktionsprozess) www.pccl.at

Zukunftsweisende Innovationen

Ins Rampenlicht sollen Unternehmen und Projekte mit den besten Innovationen gestellt werden, die mit ihren Erfindungen die Welt von morgen prägen. Im Vorjahr hat etwa im Bereich der Kleinstunternehmen das Start-up Qualizyme Diagnostics den Fast Forward Award eingeheimst. Die Firma, geleitet von zwei Forscherinnen, hat einen Schnelltest zur Diagnose von Wundinfektionen entwickelt.

Im Bereich der Kleinunternehmen hat 2017 die High-Tech-Schmiede Nextsense abgeräumt. Sie hat ein spezifisches Problem erkannt und gelöst: In der Stahlproduktion konnte bislang die Kontur eines heißen Langgutes während des Walzprozesses nicht zufriedenstellend geprüft werden. Vorhandene Lösungen waren entweder zeitaufwändig, ungenau, sehr teuer und unflexibel. Nextsense hat mit seinem Calipri RC220 ein tragbares, optisches Profilmesssystem für heiße Walzgüter auf den Markt gebracht und basiert auf einer Weiterentwicklung des Laserlichtschnittverfahrens.

Im Segment der Mittleren Unternehmen hat Hage Sondermaschinenbau mit einem 5-Achs-3D-Drucker überzeugt. Bei den Großunternehmen hat Epcos (auch heuer wieder nominiert) die Jury berührt. Und zwar mit einem Touchscreen, der beim Antippen auf der Oberfläche nicht nur die optische Bestätigung wiedergibt, sondern auch das reale Klickverhalten nachahmt. Und unter den Finalisten bei den Institutionen und Forschungseinrichtungen hat die Medizinische Universität Graz (Institut für Biophysik) abgesahnt. Die Biophysiker haben eine innovative Messinstrumenten-Plattform kreiert.

Mit der Verleihung des Fast Forward Award sollen nicht nur herausragende Leistungen von Innovationsbetrieben gewürdigt werden. Er soll auch einen Anstoß an andere geben. Denn die Innovationskraft der Unternehmen sichert auch den Vorsprung gegenüber anderen Regionen. In der Steiermark lässt sich die Innovationsfreudigkeit anhand der Forschung- und Entwicklungsquote (F&E) ablesen: Während im österreichischen Durchschnitt Unternehmen 3,14 Prozent ihrer Ausgaben in F&E stecken, sind es in der Steiermark 5,14 Prozent.


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

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