Saubere Mobilität: Ohne Rad geht’s nicht

Die Covid-19-Pandemie hat das Fahrrad als sicheres Verkehrsmittel wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Das Geschäft boomt und Österreich ist bei der Nutzung von E-Bikes ein Vorreiter. Der Bike-Boom – ob elektrisch oder nicht – wird vor allem in urbanen Zentren zu einer sauberen, klugen Alternative.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit: In der Corona-Krise haben viele das Fahrrad für sich neu entdeckt.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit: In der Corona-Krise haben viele das Fahrrad für sich neu entdeckt.

Ja, mir san mit’m Radl da – der Schlager aus den 1970er-Jahren ist heute so aktuell wie nie: Radfahren ist derzeit einer der wichtigsten Trends bei Sport, Freizeitgestaltung und Mobilität. Das Fahrrad, in seiner heutigen Form bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden, ist ja in mehrfacher Hinsicht eine der besten Möglichkeiten, von A nach B zu gelangen: Es ist günstig, bequem und einfach zu nutzen. Die Bewegung - ob mit oder ohne E-Unterstützung - hat nachweislich positive Effekte auf den Organismus, Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden.

Obendrein leisten Fahrrad-Fahrer einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und besonders in den Städten zur Lösung der Abgas- und Verkehrsproblematik: Wer mit dem Fahrrad fährt ist CO2-neutral unterwegs, bewegt sich lautlos, braucht dabei wenig Platz und reduziert die Schadstoff-Belastung.

Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren ist daher heutzutage längst nicht mehr nur für besonders Sportliche oder Sparsame eine Alternative, sondern eine bewusste Entscheidung, die mit der steigenden Verbreitung und Nutzung von Elektrorädern immer mehr Menschen treffen.

Fahrrad-Nation Österreich

Österreich nimmt beim Radfahren eine Sonderstellung in Europa ein: Jeder dritte Österreicher fährt mehrmals wöchentlich mit dem Rad, knapp ein Viertel legen sogar jede Woche längere Strecken mit mehr als einer halben Stunden Fahrtzeit zurück.

Und die Nutzung steigt, weshalb das Radwegnetz ständig erweitert und verbessert wird. In den Städten ebenso wie am Land. In der Bundeshauptstadt Wien ist das Radverkehrsnetz inzwischen über 1400 Kilometer lang, es gibt knapp 50.000 öffentliche Radabstellplätze.

Noch sind nicht alle Probleme für den weiteren Ausbau in Ballungsräumen gelöst: Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern, die Frage nach der Sicherheit und ein Mangel an Abstellmöglichkeiten sind einige Themen, die noch gelöst werden müssen. Doch der Trend ist klar: Am Rad führt kein Weg vorbei, wollen wir in naher Zukunft klimafreundlich und sauber unterwegs sein.

400.000 verkaufte Räder

Dazu kommt: Das Fahrrad und insbesondere das Elektrorad haben für den Wirtschaftsstandort Österreich eine große Bedeutung. Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Serviceleistungen rund um das Rad sind ein wichtiger Faktor für die heimische Wirtschaft.

Bereits 2014 veröffentlichte das Lebensministeriums eine in Kooperation mit der Wirtschaftskammer erstellte Studie (Download: Kurzstudie Wirtschaftsfaktor Radfahren), die zeigte, dass der Radverkehr in Österreich direkte und indirekte Wertschöpfungseffekte von fast 900 Millionen Euro erzeugt. Das entspricht in Arbeitsplatzeffekten etwa 18.300 Vollzeit-Äquivalenzen!

Rund 400.000 Fahrräder werden hierzulande jährlich verkauft. Gefragt waren in den letzten Jahren vor allem höherpreisige Produkte mit einer sehr guten Ausstattung. Dabei wird die Palette immer breiter: Vom Alltagsrad über Trekking- und Mountainbike bis zu Spezialmodellen für Sportler und Extremsportler gibt es für jeden Geschmack und jede Verwendungsmöglichkeit inzwischen das passende Modell.

Übrigens erfreut sich auch das Radeln in den eigenen vier Wänden steigender Beliebtheit: Indoor-Systeme ermöglichen die sportliche Betätigung in der kalten Jahreszeit. Auch immer mehr ältere Menschen steigen auf das Rad um, wobei sie von der technologischen Entwicklung profitieren: Inzwischen liegt der Anteil der Modelle mit elektrischem Zusatzmotor bei mehr als einem Drittel.

Von Mattighofen nach Australien

Der größte österreichische Fahrrad- und E-Bike-Hersteller ist KTM Fahrrad mit Sitz in Mattighofen, Oberösterreich. Schon vor rund 25 Jahren wurde das elektrische Rad als möglichen Zukunftstrend erkannt und rechtzeitig das Know-how in diesem Bereich ausgebaut. Seither gab es auf dem Sektor der E-Bikes eine davor kaum für möglich gehaltene Reihe von Innovationen, die E-Bikes lausdauernder, leistungsstärker, und sicherer werden ließen. Es gibt sie mittlerweile für die verschiedensten Zielgruppen und Verwendungszwecke - vom Jugendrad über City- und Trekkingräder hin zu sportlichen Varianten für Mountainbiker und Rennradfahrer oder Lastenfahrräder für Lieferdienste.

Fahrrad- und E-Bike-Produktion am laufenden Band in der neuen KTM-Fabrik in Mattighofen.

Fahrrad- und E-Bike-Produktion am laufenden Band in der neuen KTM-Fabrik in Mattighofen.

Heute stellen die Oberösterreicher jährlich fast eine Viertelmillion Elektroräder her, Tendenz stark steigend. Chefin des Unternehmens ist Johanna Urkauf, die vor zwei Jahren die Nachfolge ihrer Mutter Carol Urkauf-Chen angetreten hat. Sie führt ein Unternehmen, das gerade auch wegen seiner Kompetenz am E-Bike-Sektor international sehr hohes Ansehen genießt und die in Mattighofen entworfenen, konzipierten und auch dort zusammengebauten Modelle weltweit exportiert.

Die steigende Nachfrage nach einer zugleich sportlichen wie angenehmen Alternative zum herkömmlichen Rad erlaubt KTM Fahrrad die weitere Expansion im Ausland. Neue Märkte wie Australien werden nun ins Visier genommen. Aber auch in Österreich selbst ist der Markt noch lange nicht ausgeschöpft. Dabei kommt es auf hohe Innovationsbereitschaft an – so gilt etwa der Bereich der Rennräder mit E-Unterstützung noch als ausbaufähig.

Eine hohe Qualität ist aufgrund der Sicherheitsanforderungen bei E-Bikes besonders wichtig, weiß man bei KTM. Weshalb auch laufend neue Innovationen wie etwa ABS-Bremssysteme in die Produkte aufgenommen werden und für die weitere Entwicklung und die Produktion der E-Bikes auch eine neue Fabrik in Mattighofen errichtet und im Sommer 2019 in Betrieb genommen wurde. Material und Design werden in eigenen Prüfständen auf harte Proben gestellt, um die am Markt gefragte Qualität auch garantieren zu können.

Corona-Turbo

Die Coronakrise hat übrigens nicht zu einer Unterbrechung des Fahrradbooms geführt – im Gegenteil: Der Handel konnte sich in der letzten Saison über eine stark steigende Nachfrage freuen. Viele Modelle waren ausverkauft oder nur noch mit langen Wartezeiten lieferbar. Auch das Geschäft mit Fahrradzubehör und Bekleidung lief wie geschnitten Brot. KTM hat sich daher stark nach der Decke gestreckt und wird die Produktion für 2021 nochmals deutlich steigern. Sonderschichten werden geplant um die hohe Nachfrage abdecken zu können.

Corona hat in noch breiteren Bevölkerungsschichen Fahrräder aller Bauart als Alternative zum Auto, aber auch als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln, die man ja mit anderen Personen teilen muss ins Bewusstsein gerückt. Ein Trend, der sich nicht nur in Österreich, sondern international zeigt. Laut einer im heurigen Jahr durchgeführten Umfrage nutzt rund die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher das Rad heute für jene Wege, die sie früher mit dem Auto zurückgelegt haben.

Dabei liegt Österreich in der Fahrrad-Nutzung aber sogar noch deutlich hinter Nationen wie den Niederlanden oder Belgien. Und wer jetzt argumentiert, dass es dort keine Berge gäbe: Hollands Berge, das ist der oft steife Gegenwind, der vom Meer her über das Land weht. Und ob Berg oder Wind - mit einer E-Unterstützung und der passenden, wetterfesten Kleidung stehen dem Aufsitzen und Losradeln oft nur noch die eigene Einstellung und die gelernte Bequemlichkeit im Weg.

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