Platooning: Die Technologie hinter den vernetzten LKW

Platooning: Die Technologie hinter den vernetzten LKW

Archivbild von Oktober 2015: Ein Autofahrer in Singapur bei einem Platooning-Testdurchlauf.

Dicht an dicht rollen die Lastwagen schon jetzt über die Autobahnen - künftig könnten sie noch näher aneinander heranrücken. Seit einigen Tagen sind Lastwagen von sechs europäischen Herstellern unterwegs nach Rotterdam. Sie fahren im Päckchen - deutlich dichter am Heck des Vordermanns als sonst üblich.

Möglich macht das eine neue Technologie, das sogenannte "Platooning", die die Hersteller auf einer vom niederländischen Verkehrsministerium initiierten Sternfahrt in fünf Ländern testen. Vergangenen Mittwoch kommen die Fahrzeuge von MAN, Scania, DAF, Iveco und Volvo im Hafen von Rotterdam an. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema "Platooning":

Was ist das sogenannte Platooning?

Beim Platooning (engl für: in Kolonne fahren) fahren miteinander vernetzte Lastwagen enger hintereinander her, als sie es sonst würden. Möglich wird das durch Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistenten sowie Abstandshalter und die Kommunikation zwischen den Lastwagen via W-LAN.

Was bringt das?

Die Lastwagen können deutlich näher auffahren als es der notwendige Sicherheitsabstand bisher ermöglicht. Beim Autobauer Daimler etwa spricht man von nur 15 statt der bisher gesetzlich vorgeschriebenen 50 Meter Abstand. Dadurch wird der Luftwiderstand verringert. Das gleiche Prinzip wenden etwa Radsportler an, wenn sie im Windschatten fahren. Auf diese Weise sollen Kraftstoff gespart und der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden. Außerdem brauchen die Lastwagen weniger Platz auf der Autobahn. Das gleichmäßige Tempo soll auch Staus verhindern.

Was sind die technischen Voraussetzungen?

Die Fahrzeuge sind mit modernen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Außerdem haben sie ein spezielles Modul, dass die Kommunikation via W-LAN zwischen den Lastwagen ermöglicht. Auf diese Weise informiert ein vorausfahrendes Fahrzeug den Hintermann binnen Sekundenbruchteilen, wenn er bremst. So sollen beispielsweise Auffahrunfälle am Stauende vermieden werden. Der Fahrer hat allerdings zu jeder Zeit die Kontrolle über das Fahrzeug.

Wird man so etwas jetzt öfter sehen?

Autofahrer müssen sich erstmal noch nicht auf neue Überholmanöver einstellen. Die Sternfahrt nach Rotterdam ist mit Hilfe von Ausnahmeregelungen zustande gekommen. Denn bis jetzt lassen die Gesetze in Europa freihändige Fahrten nicht zu, außerdem ist ein gesetzlicher Mindeststandard von 50 Metern zwischen Lastwagen vorgeschrieben. Nach Einschätzung der Hersteller ist die Einführung des Konzepts bis zum Jahr 2020 in Europa aber zumindest technisch denkbar. Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) will mit anderen Kollegen bis zum nächsten G-7-Verkehrsministertreffen im September in Japan den Weg für das automatisierte und vernetzte Fahren international ebnen.

Warum treibt das die niederländische Ratspräsidentschaft voran?

Die Niederlande haben sich für die EU-Ratspräsidentschaft das Thema Mobilität auf die Fahnen geschrieben. Das Land selbst beispielsweise hat das Testen von autonomen Fahrzeugen erleichtert. Zusammen mit dem europäischen Autoverband ACEA wollen die Niederlande den Einsatz von teilautomatisiertem Fahren im Konvoi beschleunigen. Im Zuge dessen soll auch die Kooperation zwischen den EU-Ländern ausgebaut werden. Die Sternfahrt führte durch fünf Länder - neben den Niederlanden waren das Dänemark, Schweden, Belgien und Deutschland.

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