Pieps: Steirische Hightech hilft Lawinenopfer retten

Lawinen-Verschütteten-Suche mit Pieps

Die Lawinenverschütteten-Suchgeräte von Pieps sind in aller Welt bekannt und haben schon vielen Menschen das Leben gerettet.

Lawinensuchgeräte aus der Steiermark sind bei Bergsteigern und Tourengehern in aller Welt gefragt. Kein Wunder: Ist doch die Firma Pieps aus Lebring seit Jahrzehnten in diesem Bereich unumstrittener Technologieführer.

Die Pieps GmbH im steirischen Lebring ist Weltmarktführer bei der Herstellung und dem Verkauf von Lawinenverschütteten-Suchgeräten (LVS). Das „Lawinen-Pieps“ ist heute ein Begriff unter Bergsteigern, Tourengehern und Tiefschnee-Schifahrern, nicht zuletzt deshalb, weil die Geräte aus der Steiermark für ihre Spitzentechnologie bekannt sind.

Wir sind diejenigen, die immer die Trends im Bereich LVS setzen“, zeigt sich Pieps-Geschäftsführer Markus Eck stolz. „Wir haben die Technologieführerschaft.“ Eck weiß wovon er spricht, war er doch bei den österreichischen Bergführern für die Ausbildung zuständig. „Die enge Zusammenarbeit unserer Techniker mit alpinen Praktikern und unser eigenes Produktions-Kompetenzzentrum sind der Schlüssel zu unserem Erfolg“, ist der Pieps-Geschäftsführer überzeugt.

Über 50 Jahre Erfahrung

Innovation hat bei Pieps Tradition: Schon 1968 entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit der Technischen Universität Graz das erste LVS, das dann 1971 auf den Markt gebracht wurde. 2003 brachte Pieps das erste Drei-Antennen-Gerät mit digitaler Signalverarbeitung zur Serienreife. Eine weitere Innovation für Sicherheit im Schnee ist die einzigartige Sonde Pieps iProbe mit elektronischer Trefferanzeige, die die Suche nach Verschütteten um bis zu 60 Prozent verkürzt und damit die Überlebenschancen massiv erhöht.

Wenn es um die Sicherheit abseits präparierter Pisten und befestigter Wege geht, spielt die Pieps GmbH aus Lebring eine tragende Rolle. Unter dem Motto „Premium Alpine Performance“ entwickelt das Unternehmen Produkte, mit denen sich vor allem Wintersportler mit geringstmöglichem Risiko durch Eis und Schnee bewegen können.

„Wir waren auch die ersten, die ab 2016 Bluetooth in die LVS integriert haben“, schildert Eck. Das erleichtere einerseits Updates, die bequem per Handy durchgeführt werden können. Andererseits sei damit ein Training mit den Pieps-LVS sehr leicht möglich, da mit dem Smartphone verschiedene Übungsszenarien eingestellt werden können, auch wenn das Pieps unter dem Schnee vergraben wurde.

„Training ist für uns ein essenzieller Punkt“, erklärt Eck. „Im Ernstfall hat man ja einen enormen Stresspegel, weil in der Regel in Verwandter, der Partner oder ein guter Freund unter der Lawine begraben ist. Dazu kommt der Zeitdruck – man hat rund eine Viertelstunde Zeit, einen Verschütteten zu bergen. Dann liegt die Überlebensrate bei 90 Prozent. Dauert die Bergung länger, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit von Minute zu Minute.“

Lawinen-Rucksack mit Luftblase

Im Winter 2014 haben die Lebringer auch einen Airbag-Rucksack ins Programm aufgenommen, der einem Lawinenopfer dabei hilft, an der Oberfläche der Schneemassen zu bleiben. Das Besondere an dem System namens Jetforce: Im Gegensatz zu anderen Lawinenrucksäcken, die mit Stickstoff oder Kohlendioxid aus einer Kartusche aufgeblasen werden, saugt beim Jetforce ein Hochleistungsgebläse Außenluft an und pumpt den lebensrettenden Rucksack in weniger als zwei Sekunden damit auf. Sollte der Träger doch unter den Schnee geraten, lässt der Jetforce nach drei Minuten automatisch die Luft ab, was den Druck auf den Körper mindert und zusätzlich eine Blase aus Atemluft erzeugt. „Man kann mit dem Rucksack auch üben, ohne dass extra Kartuschen gekauft werden müssen“, erzählt Eck. „Der Akku hat genug Strom gespeichert, um den Jetforce einige Male aufzublasen und kann an jeder Steckdose wieder aufgeladen werden.“

Pieps-Geschäftsführer Markus Eck

Pieps-Geschäftsführer Markus Eck

Seit 2012 ist Pieps im Besitz des US-amerikanischen Outdoor-Ausrüsters Black Diamond. Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt hat das Pieps durchaus Vorteile gebracht. „Wir werden diesen Vorteil in Zukunft auch noch stärker nutzen“, erklärt der Pieps-Geschäftsführer. Wichtigste Absatzländer seien zwar nach wie vor Österreich, Schweiz, Deutschland, Italien, Frankreich, Norwegen und Tschechien – Pieps hält in Zentraleuropa einen Marktanteil von 60 bis 70 Prozent - , die USA und Kanada würden aber viel Potenzial haben.

Gefertigt werden die Pieps-Produkte immer noch zum Teil in Lebring. Bei der Elektronik arbeitet man mit der Grazer Anton Paar zusammen. „Das hat den Vorteil der kurzen Wege“, freut sich Eck. 16 Mitarbeiter sind für Pieps tätig – der Großteil davon in der Entwicklung.


Pieps wurde von der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG im Juli 2019 für die Wahl steirischen "Unternehmens des Monats" nominiert. Die Wahl wird von der Steirische Wirtschaftsförderung SFG seit Oktober 2017 durchgeführt. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen sowie zu den bisherigen Preisträgern finden Sie auf der Website unternehmen-des-monats.at


Vielen Dank für die inhaltliche Unterstützung an die SFG

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