Steiermark: Erfolgreiche Langzeitspeicherung von Solarwärme

Wärmespeicherung ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhöhung der Nutzung erneuerbarer Energie. Doch wie kann man die Wärme des Sommers bis in den Winter hinein retten? Eine neuartige Wärmespeicheranlage am Forschungsinstitut AEE Intec in Gleisdorf konnte 85 Prozent des Wärmebedarfs im Winter decken und hat einen Rekord in der Speicherdichte erreicht. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch präsentiert.

Steiermark: Erfolgreiche Langzeitspeicherung von Solarwärme

Der Speicher ist ein zentraler Bestandteil der Solarthermieanlage, egal, ob die Sonnenenergie zur Trinkwassererwärmung oder auch zur kombinierten Heizungsunterstützung genutzt wird. Die gängigste Technologie ist die Wärmespeicherung im Wasser in Behältern. Herkömmliche Wasserspeicher im Gebäudebereich verlieren jedoch einen großen Anteil der Wärme im Wärmeaustausch mit der Umgebung. Forscher suchen daher Technologien, die helfen sollen, dass die Hitze des Sommers im Winter auch tatsächlich als Wärme genutzt werden kann. Dem Forschungsinstitut AEE Intec scheint dabei jetzt ein wichtiger Schritt gelungen zu sein.

Die Forscher aus Gleisdorf haben gemeinsam mit Forschungspartnern der deutschen Universitäten Stuttgart und Wildau sowie einem Industriepartner ein Langzeitspeicherkonzept entwickelt, das offenbar eine kompakte und nahezu verlustfreie Wärmespeicherung erlaubt. Kernstück ist ein sogenannter Sorptionsspeicher aus hochporösen und extrem hydrophilen Zeolithen als Wärmemedium. Im Prinzip erhitzt die Solarwärme die im Speicher gelagerten Zeolithe. Diese Silikate trocknen und geben Wasserdampf ab. In der kalten Saison wird die Wärme aktiviert, indem Wasserdampf auf die Zeolithe auftrifft. Bei der Aufnahme des Wassers entsteht Wärme.

Eine entsprechende Real-Size-Anlage für die Anwendung des Langzeitspeicherkonzepts in einem Gebäude wurde rund ein Jahr in Gleisdorf getestet. Am Dienstag wurden die Ergebnisse präsentiert: Demnach konnten mit der über den Sommer gespeicherten Solarwärme in der Heizperiode 85 Prozent des Warmwasser- und Raumwärmebedarfs gedeckt werden. Mit 180 kWh pro Kubikmeter Speichermaterial wurde mit dieser Technologie zugleich ein neuer Weltrekord in der Speicherdichte erreicht, wie Ewald Selvicka, Geschäftsführer der AEE Intec, ausführte. Das entspricht etwa der dreifachen Speicherdichte von Wasser.

"Das ist der Beweis, dass wir mit dem Energieforschungsprogramm des Österreichischen Klima- und Energiefonds genau jene heimischen Projekte unterstützen, die neue und effektive Wege in der drängenden Frage der Energiespeicherung eröffnen", hob Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Fonds hervor. In einem weiteren Schritt soll das Speicherprinzip auf Anwendungsbereiche in der Industrie und den Automotiv-Bereich übertragen werden.

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